Kommentar

Profi-Basketball eine Chance geben

Fußball-Fans haben die Qual der Wahl zwischen Stadionbesuchen beim Hamburger SV oder beim Kiez-Club FC St. Pauli.

Eishockey- und Handball-Fans können ihren Lieblingssport auf hohem Niveau regelmäßig in der O² World erleben. Im Hockey ist die Hansestadt sogar die unbestrittene Nummer eins in Deutschland. Total den Anschluss verloren hat Hamburg aber im Basketball, vor allem bei den Männern. Seit der damalige BC Johanneum zur Saison 2002/03 auf den Aufstieg verzichtete, ist die Metropolregion ein weißer Fleck auf der Bundesliga-Landkarte. Es ist an der Zeit, dem Profi-Basketball eine echte Chance zu geben.

An Versuchen, den Missstand zu beseitigen, hat es nicht gefehlt, jetzt werden die Pläne konkreter. Eine Wildcard für ein Team Hamburg, das seine Heimspiele in einer umgebauten Blumenhalle auf dem Geländes der Internationalen Gartenschau in Wilhelmsburg austragen könnte, soll schon bereitliegen. Wichtige Schrittmacherdienste leistet das Zweitliga-Team des SC Rist. Trotz des Scheiterns im Play-off-Viertelfinale hat das Team gezeigt, dass es auch gegen finanziell besser ausgestattete Vereine bestehen kann. Die aktuelle Saison endete zwar abrupt für die Wedeler, doch die Chance, sich an der Pro-B-Spitze oder sogar in der professionelleren Pro A zu etablieren, bleibt bestehen. Dass Top-Basketball in der Metropolregion zieht, bewiesen gerade 650 Zuschauer beim entscheidenden Play-off-Spiel in Wedel.