Bildung

Hasloh zögert vor der Schulverantwortung

Die Gemeinde will nicht allein mit Bönningstedt die Schule Rugenbergen tragen.

Hasloh/Bönnningstedt/Ellerbek. Die ungeklärte Frage, wer künftig die Trägerschaft der Schule Rugenbergen übernimmt, entwickelt sich zu einer unendlichen Geschichte. Jetzt hat der Gemeinderat in Hasloh erneut beschlossen, auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt Pinnau an einem Zweckverband mit den Nachbargemeinden Ellerbek und Bönningstedt festzuhalten. Damit dreht sich die Diskussion im Kreis. Nach monatelangen Verhandlungen mit allen drei Gemeinden, an denen auch das Schulamt beteiligt war, hatte Landrat Oliver Stolz im Dezember den Kompromissvorschlag unterbreitet, Hasloh und Bönningstedt sollten die Gemeinschaftsschule allein übernehmen. Damit würde auch die Schulverwaltung vom Amt Pinnau auf die Stadt Quickborn übergehen, die seit dem 1. Januar die Gemeinden verwaltet.

Zugleich sollte Ellerbek auf jedweden finanziellen Ausgleich verzichten. Während Bönningstedt und Ellerbek diesen Vorschlag nun annehmen wollen, weigert sich Hasloh partout, die Realität anzuerkennen. "Wir wollen den Dreier-Verband erhalten", sagte Haslohs Bürgermeister Bernhard Brummund und bekam Zustimmung von allen drei Ratsfraktionen. "Der hat sich jahrzehntelang bewährt." Sein Gemeinderat hat ihn einstimmig aufgefordert, erneut Gespräche mit seinem Amtskollegen in Ellerbek aufzunehmen, um den Widerstand in dessen Gemeinde gegen den Dreier-Schulzweckverband aufzubrechen.

Den Termin könne er sich sparen, sagt Ellerbeks Bürgermeister Günther Hildebrand. Für seine Gemeinde sei es schon ein starkes Stück, auf das Kompromissangebot der Kreisverwaltung einzugehen, das seine Gemeinde womöglich 700.000 Euro kostet. "Dass wir darüber hinausgehen, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen." Jahrelang habe Ellerbek am meisten von den drei Gemeinden für die Schule bezahlt, weil es die größte Finanzkraft besitzt. "Dabei haben wir die wenigsten Schüler an der Schule Rugenbergen", sagt Hildebrand. Auch in Zukunft der Zahlmeister für diese Schule zu sein, halte er für Ellerbek für ausgeschlossen.

Zudem hat Hildebrand grundsätzliche Bedenken gegen einen Zweckverband, der nur unnötig Bürokratie erzeuge. Eine Sondersitzung von Schul- und Finanzausschuss in Ellerbek habe ergeben, dass seine Gemeinde durchaus mit dem Landrat-Kompromiss leben könnte. Wenn sie eine Sicherheit erhalte, dass sie sich nicht der Untreue schuldig mache, ginge sie darauf ein. Außerdem möchte der TSV Ellerbek weiterhin die Schulsporthalle für Trainingszwecke nutzen dürfen, gegen Gebühr, versichert Hildebrand.

Auch Bönningstedts Bürgermeister Peter Liske ist enttäuscht von der zögerlichen Haltung in Hasloh. "Der Landrat hat uns drei jeweils einen sauren Apfel hingelegt. Ich erwarte jetzt, dass jeder in seinen sauren Apfel beißt." Die Nachbargemeinde plane gerade ihre neue Mitte für Dutzende neuer Familien. "Wo werden diese Kinder denn wohl zur Schule gehen?" Hasloh befürchtet zusätzliche Kosten für die Schule. Dabei hat eine Unterredung mit der Stadtverwaltung Quickborn jetzt ergeben, dass sich diese in Grenzen hielten. Auf Hasloh würden etwa 20.000 Euro Mehrkosten im Jahr zukommen. Wenn überhaupt, denn neuerdings können alle anfallenden Kosten auf die Schülerzahlen der jeweiligen Gemeinden umgelegt werden.

So kann auch Schulrat Michael Doppke "dieses Hin und Her nicht mehr nachvollziehen", wie er sagt. "Es wird Zeit, dass die Gemeinden in die Puschen kommen. Spätestens bis Ende 2013 muss diese Frage vom Tisch sein", sagt Doppke. "Die Sorgen in Hasloh kann ich nur begrenzt nachempfinden." Offenbar seien Bönningstedt und Ellerbek bereit, Verantwortung zu übernehmen. Wenn das für Hasloh nicht gelte, sollte eben Bönningstedt die Schule allein übernehmen und Hasloh wäre außen vor und müsste für jeden seiner zurzeit etwa 55 Schüler Schulkostenbeiträge zahlen, deren Höhe dann Bönningstedt allein festlegen könnte.

"Der Schuss kann auch nach hinten losgehen für Hasloh", warnt Doppke und versichert: "Die Schule selbst ist von diesem Hin und Her zum Glück nicht betroffen. Sie ist pädagogisch gut aufgestellt und nicht im Bestand gefährdet, egal wer sie bezahlt."