Rund um den Lindenplatz in Pinneberg sollen neue Geschäfte wie H & M Kunden anlocken und Glasdächer den Einkäufern Schutz bieten.

Pinneberg. Paukenschlag in Pinneberg: Während gestern die Weihnachtsbeleuchtung in der Fußgängerzone aufgehängt wurde, sorgt eine Initiative von Geschäftsleuten für großen Wirbel. Mehrere Grundstückseigentümer rund um den Lindenplatz haben sich zusammengetan und wollen das Areal grundlegend umgestalten. Glasdächer in Teilbereichen von Fahltskamp und Dingstätte sollen mehr Aufenthaltsqualität bieten - und neue Anbieter mit Magnetfunktion weitere Kunden anlocken. Im Gespräch sind die Modeketten H & M sowie C & A, die in das einstige Karstadt-Haus (heute New Yorker, Edeka Meyer) am Lindenplatz einziehen sollen. Dafür müsste das Gebäude umgebaut werden, um eine zweistöckige Verkaufsfläche zu schaffen. Entstehen würde das Lindenquartier.

"Die Chance ist jetzt da, wertige Interessenten zu gewinnen, die für die Stadt eine Bereicherung darstellen würden", sagt Jan Christoph Kersig. Seiner Firma mit Sitz in Kiel gehört das ehemalige Karstadt-Gebäude. Kersig hat sich mit den Eigentümern des Gerry-Weber-Gebäudes, der Schuh Kay-Filiale und eines weiteren Gebäudes am Lindenplatz zusammengetan, um "den Startschuss zu setzen", wie er sagt. Kersig: "Wir hoffen, dass sich andere Eigentümer der Initiative anschließen."

Geplant sind mehrere Glasdächer in Teilbereichen von Fahltskamp und Dingstätte, die jedoch "keine Überdachung der Fußgängerzone und keine zusammenhängende Passage darstellen", wie Kersig betont. Ein solches Projekt sei nicht möglich, da sichergestellt werden muss, dass die Feuerwehr jederzeit in die Fußgängerzone gelangen und an die Gebäude anleitern kann. "Die Dächer werden an einer Seite der Gebäude kommen und dem Platz einen Raum geben", berichtet Kersig. Sie könnten verlängert werden, wenn weitere Grundstückseigentümer mit ins Boot gelangen. "Wir können aber alleine loslegen", erläutert Kersig. Auch ein einheitliches Parkraummanagement sowie die Schaffung von weiteren Kunden-Parkplätzen sind Bestandteil des Konzeptes.

Voraussetzung für den Umbau des einstigen Karstadt-Gebäudes: Edeka Meyer und New Yorker müssen umziehen und Büromieter wie auch das Hamburger Abendblatt Ersatzflächen akzeptieren. Kersig: "Als wir 1999 das Karstadt-Gebäude umgebaut haben, waren Einzelhandelsflächen im ersten Stock undenkbar. Inzwischen kommen Läden wie H & M nur dann, wenn sie Flächen auf zwei Ebenen bekommen." Kersig hält das Vorhaben für eine ideale Ergänzung der geplanten Innenstadterweiterung im Bereich Friedrich-Ebert-Straße. "Wir sehen das nicht als Konkurrenz." Doch auch wenn die Erweiterung nicht kommen sollte, werde seine Maßnahme nicht gestoppt. "Wir entwickeln die bestehende Innendstadt weiter und machen den Standort rund um den Lindenplatz zukunftssicher." Die Höhe der Investitionen gibt Kersig mit mehreren Millionen Euro an. Davon entfällt etwa eine halbe Million Euro auf die Glasdächer. Diese müssen von der Stadt genehmigt werden, für den Umbau des Karstadt-Gebäudes ist nur eine Nutzungsänderung notwendig.

Bürgermeisterin Kristin Alheit bezeichnet das Vorhaben als "begrüßenswert für die weitere Entwicklung der Stadt". Damit werde die Ostseite der Fußgängerzone gestärkt. Gemeinsam mit der Erweiterung auf der Westseite erhalte die Stadt "zwei starke Anziehungspunkte, die zur Belebung der gesamten Fußgängerzone beitragen".

Nun droht allerdings das Konzept der Innenstadterweiterung in der bisherigen Form - mit der Verlagerung der Friedrich-Ebert-Straße - zu kippen. Nach Abendblatt-Informationen sehen mehrere Fraktionen, darunter die CDU, das Konzept am Lindenplatz als Alternative zur bisher geplanten Innenstadterweiterung. Am Montagabend traf sich die Union zur Fraktionssitzung, Ergebnisse lagen bis Redaktionsschluss nicht vor. Heute soll es eine Presseerklärung der CDU geben. Um 18.30 Uhr (Rathaus, Sitzungsraum B) wird sich zudem der Stadtentwicklungsausschuss mit der Innenstadterweiterung befassen. Mit den kleinen Parteien, die sich von Anfang an kritisch mit dem Projekt auseinandersetzten und es ablehnten, hätte die Union die Mehrheit gegen die SPD, die an dem Projekt Innenstadtkonzept festhält: "Ich sehe das Lindenquartier als Ergänzung und nicht als Konkurrenz zu bisherigen Entwürfen", sagte Angela Traboldt, SPD-Fraktionschefin.