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Ein Schlossturm im Süden für den Mann aus dem Norden

Seit 2001 weht ein Hauch von Helgoland im tiefsten Bayern: Im Schloss Blutenburg bei München wurde aus Anlass des 75. Geburtstages des großen Kinderbuchautors von der Insel der James-Krüss-Turm eröffnet. Mehr als 700 Kinderbücher, Manuskripte, Korrespondenz, Schallplatten, Tagebücher, Fotos, Zeichnungen und Erinnerungsstücke sind in dem mittelalterlichen Gemäuer ausgestellt.

Schloss Blutenburg ist der Sitz der Internationalen Jugendbibliothek, die damit das literarische Erbe der drei größten deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren hütet und pflegt: James Krüss, Erich Kästner und Michael Ende.

Krüss hätte wohl seine wahre Freude daran gehabt, ihm einen Turm als Lesemuseum einzurichten. Zum einen erinnert der nahezu runde Krüss-Turm an einen Leuchtturm, der bei dem gebürtigen Insulaner eine ganz besondere Rolle gespielt hat, wie etwa "Der Leuchtturm auf den Hummerklippen" verrät. Zum anderen hat James Krüss einige Jahre in München gelebt und gearbeitet, dort entstand auch seine Freundschaft mit Erich Kästner. Obendrein verschafft ihm die Internationale Bibliothek den gewünschten internationalen Rahmen im Sinne einer "Fernsicht" auf alle Kontinente. Denn dort treffen seine Bücher, die in fast 40 Ländern erschienen sind und immer wieder neu erscheinen, auf große Autoren aus anderen Ländern.

Zu James Krüss' bekanntesten Werken gehören "Mein Urgroßvater und ich", "Timm Thaler", und "Die glücklichen Inseln". Er bekam mehrfach den deutschen Jugendbuchpreis, internationale Jugendbuchpreise, wurde Ehrenbürger Helgolands und erhielt das Bundesverdienstkreuz. Mehrere Schulen in Deutschland wurden nach James Krüss benannt, im Kreis Pinneberg die Helgoländer Schule und in Barmstedt die Grundschule Heederbrook.