Pinneberg
Forderung

"In der Innenstadt muss sofort etwas passieren"

Wirtschaftsgemeinschaft drängt darauf, den Sonnabend-Markt umzusiedeln, und hält Plan, die City zu erweitern, für überdimensioniert

Pinneberg. Während in Pinneberg der Lindenplatz schick hergerichtet wird, läuft die Auseinandersetzung darüber weiter, wie die Innenstadt für die Zukunft fit gemacht werden kann. Die Wirtschaftsgemeinschaft äußert sich nach wie vor kritisch darüber, weitere Geschäfte auf dem bisherigen Marktplatz und dem Gelände des alten Sparkassengebäudes anzusiedeln.

Stattdessen sollte nach Ansicht des Vorsitzenden der Interessengemeinschaft, Holger Gieseler, 51, der Bestand gestärkt werden. "Es muss im Interesse aller sofort etwas in der City passieren" sagt Gieseler. Die Kaufleute halten es deshalb trotz aller Kritik von einigen Marktbeschickern und auch Geschäftsleuten für sinnvoll, den Wochenmarkt, der sonnabends auf dem Marktplatz abgehalten wird, zeitnah vor die Drostei zu verlegen. Der Umzug werde die City beleben.

Den politischen Schlagabtausch wollen die Kaufleute allerdings nicht beleben. Zurzeit gebe es eine politische Mehrheit für die Erweiterung der City. Der Vorschlag von Ulrich Grobe, Elmshorns Geschäftsstellenleiter der Industrie- und Handelskammer, die Friedrich-Ebert-Straße über den alten Marktplatz zu verlegen, halten Gieseler und Co. für "interessant". Doch letztlich werde das Projekt daran scheitern, dass es verkehrstechnisch nicht umzusetzen und finanziell nicht zu meistern sei.

Falls das Projekt, das sich an den Plänen des Itzehoer Investors Michael May orientiert, doch umgesetzt werde, befürchtet der Vorsitzende der Wirtschaftsgemeinschaft weitere Leerstände vor allem an den Rändern der heutigen Fußgängerzone. Die im Vergleich zu Hamburger Zentren verhältnismäßig klein geplanten Elektronik- und Bekleidungsmärkte werden nach seiner Einschätzung nur geringfügig mehr Kaufkraft in Pinneberg halten. Von dem geschätzten Abfluss in Höhe von 57 Millionen Euro jährlich werde Pinneberg allenfalls einstellige Millionenbeträge dazugewinnen.

Stattdessen sollten diesseits der Friedrich-Ebert-Straße wie an der Ebert-Passage und auf dem Volksbankgelände schnell neue Projekte verwirklicht werden. Intern wird die Wirtschaftsgemeinschaft in ihrer Hauptversammlung im November intensiv über die City debattieren.