Pinneberg
Kommentar

Die Sorgen ernst nehmen

Ob die Furcht der vom Fluglärm betroffenen Bürger berechtigt ist, dass sie bald wieder regelmäßig von lauten Maschinen über ihren Häusern aus dem Schlaf gerissen werden, ist noch unklar.

Vom Hamburger Flughafen wird abwiegelt, da sei nichts dran. Aber die Hinweise von der Wirtschaftslobby muss man ernst nehmen. Die Betroffenen sind auf diesem Ohr sehr sensibel. Viele Jahre mussten sie ertragen, dass die Post nachts über Quickborn Fuhlsbüttel anflog, um die Briefe und Pakete nach Hamburg zu bringen. Damit ist es zum Glück vorbei. Diese Nachtruhe möchten die Menschen auch in Zukunft behalten.

Deshalb muss man auch ihre Sorgen ernst nehmen und alles dafür tun, dass ihre Befürchtungen nicht eintreten. Die Luftfracht braucht nicht die Nacht, wie es von der Lufthansa tönt.

Angesichts dieser aufgeheizten Stimmung ist es wenig hilfreich, wenn die Quickborner CDU jetzt das Thema Fluglärm parteipolitisch ausnutzt. Einen besseren Vertreter für Quickborn als das langjährige Vorstandsmitglied der IG-Flugschneise-Nord, Jürgen Radowitz, kann man sich kaum vorstellen.

Wenn die CDU wieder Bürgermeister Thomas Köppl mit dieser Aufgabe betrauen will, droht das Thema Fluglärm erneut hinter den Mauern des Rathauses zu verschwinden. Statt Transparenz und Offenlegung aller Informationen, wie es Radowitz betreibt, wird es dann wieder Alleingänge ohne Absprachen mit den Nachbarkommunen geben. Die Hamburger Seite wird sich freuen.