Eintracht Norderstedt

Regionalliga-Fußballer erreichen Runde vier im Lotto-Pokal

| Lesedauer: 5 Minuten
Frank Best
Erstes Pflichtspiel, erster Treffer für Eintracht Norderstedt: Cemal Sezer scheiterte in der 32. Minute zunächst mit einem Strafstoß an ETV-Keeper Viktor Weber, verwertete dann aber den Abpraller zum wichtigen 1:1.

Erstes Pflichtspiel, erster Treffer für Eintracht Norderstedt: Cemal Sezer scheiterte in der 32. Minute zunächst mit einem Strafstoß an ETV-Keeper Viktor Weber, verwertete dann aber den Abpraller zum wichtigen 1:1.

Foto: NOVESKI.COM / noveski.com

Eintracht Norderstedt gewinnt 2:1 beim ETV. Sorgt ein 26 Jahre alter Neuzugang am Sonntag für die Trendwende in der Regionalliga?

Hamburg.  Die Fußballer von Eintracht Norderstedt haben die vierte Runde im Lotto-Pokal erreicht. Der Tabellen-15. der Regionalliga Nord setzte sich beim Zweiten der Oberliga Hamburg, dem Eimsbütteler TV, mit 2:1 (2:1) durch.

Während nicht wenige Kenner der Hamburger Amateurfußball-Szene vor der Partie eine Überraschung witterten, hatte Eintracht-Trainer Olufemi Smith trotz zuletzt enttäuschender Punktspielergebnisse unerschütterliches Selbstbewusstsein demonstriert.

Eintracht Norderstedt: Regionalligist steckt 0:1-Rückstand weg

„Bei uns verschwendet niemand auch nur einen Gedanken daran, dass wir dieses Spiel verlieren können“ sagte er. Und: „Wir sind der Favorit, wollen auf dem Platz möglichst früh den Unterschied zwischen Regionalliga und Oberliga deutlich machen.“

Demzufolge trat seine Mannschaft auf den Kunstrasen am Lokstedter Steindamm mit breiter Brust auf – und ließ sich auch vom überraschenden Führungstor des ETV durch Leon Bolz in der 24. Minute nur minimal beeindrucken.

Neuzugang Cemal Sezer übernimmt sofort Verantwortung

Eine Schlüsselrolle spielte dabei der zuletzt vereinslose Mittelstürmer Cemal Sezer, der zu Beginn der Woche verpflichtet worden war, rechtzeitig die Spielerlaubnis erhalten hatte und in der Startformation stand. Der 26-Jährige, der in 81 Regionalliga-Partien 30 Tore für den VfB Lübeck und die U 23 des FC St. Pauli geknipst hat, übernahm in seinem ersten Match im Eintracht-Trikot sofort Verantwortung.

Nachdem Jonas Behounek von Idrissa Sambou im Sechzehnmeterraum des Eimsbütteler TV gefoult worden war, schnappte er sich die Kugel, trat zum fälligen Elfmeter an – und scheiterte zunächst an ETV-Keeper Viktor Weber. Den Abpraller brachte er dann aber in bester Torjägermanier im Netz unter.

Elias Saad sorgt in der 41. Minute für den Siegtreffer

Dieser Treffer gab den Norderstedtern Rückenwind – und sie setzten energisch nach. Elias Saad, der sich schon seit Wochen in glänzender Verfassung präsentiert, brachte die Gäste nach Vorarbeit von Nils Brüning mit 2:1 in Führung (41.).

Ein weiterer Aufreger in der ersten Halbzeit: Ein übles Foul von Malik Yago, der Jonas Behounek mit Anlauf und beiden Beinen voran niedermähte – eine böse, brutale und zudem völlig unnötige Attacke, die allerdings nur mit einer Gelben Karte geahndet wurde.

Nach dem Seitenwechsel waren zunächst die Hausherren die aktivere Mannschaft; die größte Möglichkeit zum Ausgleich vergab Sambou per Kopf. Aber die Eintracht hielt durch Saad (53., 89./Lattentreffer), Brüning (63.) und Linksverteidiger André Wallenborn (67.) dagegen

Eintracht Norderstedt: Sonntag geht’s um Regionalliga-Punkte

In der auch ohne hochkarätige Chancen spannenden Schlussphase mangelte es beiden Mannschaften vor dem gegnerischen Tor an der nötigen Präzision. Schiedsrichter Adrian Höhns (TuS Dassendorf) ließ 180 Sekunden nachspielen, dann hatte der Cupgewinner der Jahre 2017, 2018 und 2020 sein Ziel erreicht.

„Es war das erwartet schwere, intensive Spiel“, sagte Olufemi Smith, „unser Gegner hat uns viel abverlangt. Wir haben nach dem Rückstand eine gute Reaktion gezeigt, hätten sogar noch höher in Führung gehen können. Die Jungs sind nach der Pause nicht mehr ganz so kontrolliert wie in der ersten Halbzeit aufgetreten, aber wir haben keine klaren Chancen des ETV mehr zugelassen.“

Dass im Pokalduell Torhüter Stefan Rakocevic und nicht der in den Punktspielen gesetzte Lars Huxsohl zwischen den Pfosten stand, war schon vor einiger Zeit abgesprochen worden. „Wir wollten Stefan damit für seine guten Trainingsleistungen belohnen“, so Smith. Der Gegner für die vierte Pokalrunde steht übrigens schon fest – es geht zum Nachbarn des ETV, zum SC Victoria. Einen Termin für das Spiel im Stadion Hoheluft gibt es aber noch nicht.

Zeit zum Verschnaufen bleibt Eintracht Norderstedt kaum. Am Sonntag geht’s um 14 Uhr im heimischen Edmund-Plambeck-Stadion mit Rückenwind aus dem Lotto-Pokal und Cemal Sezer im Angriff gegen die zweite Mannschaft von Werder Bremen um wichtige Regionalliga-Punkte. Smith: „Ich freue mich sehr über Cemals tollen Einstand, er war von Beginn an gut im Spiel.“

3. Runde im Hamburger Lotto-Pokal: Eimsbütteler TV – Eintracht Norderstedt 1:2 (1:2). – Schiedsrichter: Adrian Höhns (TuS Dassendorf). – Zuschauer: 650. – Tore: 1:0 Leon Bolz (24.), 1:1 Cemal Sezer (32.), 1:2 Elias Saad (41.) – Eintracht: Rakocevic – Marxen, Bojadgian, Grau, Wallenborn – Koch (61. Hoppe) – Brüning (90. Bölter), Behounek, Williams, Saad – Sezer (70. Brendel).

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