Norderstedt
Leichtathletik

Die Sagassers haben ihren 1000. Marathon geschafft

Daumen hoch: Ihren Jubläumslauf absolvierten Doris (50) und Mario Sagasser in Aasiaat

Daumen hoch: Ihren Jubläumslauf absolvierten Doris (50) und Mario Sagasser in Aasiaat

Foto: Privat

Das Ehepaar hat die magische Marke gemeinsam auf Grönland geknackt – im Herbst wollen die Henstedt-Ulzburger im Vatikanstaat laufen.

Henstedt-Ulzburg.  Als Doris Sagasser am 4. Januar, ihrem 50. Geburtstag, von Ehemann Mario eine Reise nach Tunis geschenkt bekam, freute sie sich sehr. Der für Ende Februar gebuchte Trip war allerdings keineswegs ein zweiwöchiger All-Inklusive-Urlaub, sondern – wie so oft bei den Sagassers – verbunden mit der Teilnahme an einem Marathonlauf .

Die größte Überraschung erlebte Doris Sagasser aber dann auf der Geburtstagsparty, die zwei Tage nach ihrem Ehrentag stattfand. Ihr Gatte spendierte seiner Frau noch einen weitere Ausflug – und zwar nach Grönland.

„In Aasiaat wollten wir zusammen unseren 1000. Marathon laufen, Doris ihren 400. und ich meinen 600.“, so Mario Sagasser, der eigens ein Schild mit der Aufschrift 400 + 600 = 1000 gebastelt hatte. Diese magische Marke haben die Ausdauersportler nun tatsächlich geknackt, auch wenn ihr Vorhaben fast gescheitert wäre.

„Man konnte sich vorher nicht anmelden, das ging nur vor Ort. Aber als wir in unserem Zielort Aasiaat ankamen und uns registrierten, waren wir fast die einzigen Teilnehmer. Ein Marathon wird aber erst als ein solcher anerkannt, wenn mindestens zehn Aktive mitmachen“, so Mario Sagasser.

Am Wettkampftag schnürten dann glücklicherweise zwölf wackere Männer und Frauen beim „Aasiaat Midnight Sun Marathon“ die Joggingschuhe, der Start erfolgte um 20 Uhr. Dazu kamen noch zahlreiche andere Laufbegeisterter, die an kürzeren Wettbewerben teilnahmen, die anlässlich der Mittsommernacht stattfanden.

Doris Sagasser kam nach fünf Stunden um 1 Uhr ins Ziel, ihr Mann hatte seinen 600. Marathon nach knapp vier Stunden beendet. „Es war schon beeindruckend, um diese Uhrzeit zu laufen. Es wurde einfach nicht dunkel. Ein bisschen mulmig wurde mir jedes Mal, wenn ich an einem Schlittenhund vorbeikam. Ich musste ihn achtmal passieren, er hat geheult wie ein Wolf“, erinnert sich Doris Sagasser.

Sie und ihr Ehemann haben in der nun schon 18 Jahre währenden Laufkarriere so manch Aufregendes und auch Kurioses erlebt. „Ich habe immer noch Glücksgefühle, wenn ich über die Ziellinie komme“, sagt Mario Sagasser, der Vorsitzender des 100 Marathon Clubs Deutschland ist. Dass die beiden ein gemeinsames Hobby haben, empfinden sie als großes Geschenk. Und so lange die Gesundheit mitspielt, sollen noch viele Langstreckenläufe folgen.

„Thomas Wessinghage hat mal gesagt, dass ein Marathonlauf nicht unbedingt gesund ist. Aber das Training dafür umso mehr, weil Laufen mit moderatem Tempo gut für den Kreislauf ist und die Muskeln stärkt“, so Mario Sa­gasser. Prof. Dr. Wessinghage, 1982 Europameister über 5000 Meter, ist als Mediziner sowie als Autor und Fachmann für Gesundheitsthemen immer wieder in den elektronischen und Printmedien präsent.

Marathonläufe gehören zum Leben der Familie Sagasser wie das Essen und Arbeiten. Tochter Jenny (22) ist ebenfalls schon mit dem Marathonvirus infiziert, sie hat bereits fünf Langstreckenwettbewerbe absolviert. „Das hat sie ganz freiwillig gemacht“, sagt Doris Sa­gasser, die beim SV Henstedt-Ulzburg hauptberuflich in der Geschäftsstelle arbeitet, schmunzelnd.

Mario Sagasser, der als Diplom-Ingenieur bei der Deutschen Telekom tätig ist, lief 2000 in Hamburg erstmals die 42,195 Kilometer am Stück. Es folgten bis heute 599 weitere Marathons, zahlreiche Ultramarathons, Sechs-Stunden-Läufe und auch der 24-Stunden-Wettbewerb im Norderstedter Willy-Brandt-Park, den er 2006 mit einer Gesamtleistung von 234 Kilometern gewann.

Das Paar hat sich vorgenommen, in möglichst vielen der rund 180 Ländern in der Welt einen Marathon zu absolvieren. „Wenn ich das Geld hätte, würde ich in der Antarktis laufen. Aber das kostet mindestens 10.000 Euro pro Person“, sagt Mario Sagasser.

Deutlich günstiger ist der Start am Montag in Kiel. „Ein Freund aus dem 100 Marathon Club feiert seinen 80. Geburtstag. Da wollen wir dann gemeinsam laufen.“ Und was ist das nächste große Ziel in Europa? „Inzwischen haben wir fast jedes Land auf unserer Liste abgehakt. Der Vatikanstaat fehlt uns allerdings noch. Dort wollen wir im Herbst 2018 starten.“

www.100marathon-club.de