Norderstedt
Leichtathletik

Stabhochspringerin Pia Kock will noch ganz hoch hinaus

Für Pia Nicolé Kock brachte die DM in Dortmund mit 3,90 Metern eine neue persönliche Bestmarke

Für Pia Nicolé Kock brachte die DM in Dortmund mit 3,90 Metern eine neue persönliche Bestmarke

Foto: Anne Pamperin

Nachwuchs-Leichtathletin der Kaltenkirchener TS holt bei U20-DM in Dortmund Bronze. Dabei behinderte ein Nasenbeinbruch die Vorbereitung

Kaltenkirchen.  Die am Sonnabend und Sonntag in Leipzig stattfindenden Deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten wird sich Pia Nicolé Kock wohl nur im Fernsehen anschauen. Selber vor Ort wird die 17-Jährige nicht sein, obwohl sie im Stabhochsprung Zentimeter für Zentimeter an die nationale Spitze heranrückt.

Bei den deutschen U20-Meisterschaften in Dortmund stellte Pia Nicolé Kock wieder einmal eine persönliche Bestmarke auf. Sie übersprang 3,90 Meter und holte damit in ihrem ersten U20-Jahr auf Anhieb die Bronzemedaille. „Dafür, dass ich fast zwei Wochen lang nicht vernünftig trainieren konnte, ist das nicht schlecht“, sagt die Sportlerin, die für die Kaltenkirchener Turnerschaft startet.

Der Grund für die Zwangspause: Bei den norddeutschen Meisterschaften vor zwei Wochen war Pia Nicolé Kock nach einem Sprung so unglücklich auf der Weichmatte gelandet, dass sie mit den Knien an die Nase schlug – nicht ohne Folgen. „Sie war tatsächlich gebrochen, musste aber zum Glück nicht gerichtet werden. Außerdem hatte ich eine Gehirnerschütterung“, sagte die tapfere Athletin, die den Wettkampf in Hannover dennoch beendete und mit 3,85 Metern Zweite wurde.

„Danach hatte ich Probleme bei Über-Kopf-Übungen. Da wurde mir immer schwindelig. Deswegen konnte ich nur spezielle Sachen machen, zum Beispiel Training mit dem Schiebekasten.“ Das Handicap schien Pia Nicolé Kock bei der U20-DM überhaupt nicht zu stören. „Ich hatte schon beim Einspringen ein super Gefühl. Das lief mega gut“, sagt die junge Gymnasiastin, die sich im Wettkampf in Topform präsentierte und fast sogar die Vier-Meter-Marke geknackt hätte.

Die Höhenjagd in der Halle ist trotz der guten Form allerdings erst einmal beendet. „Eigentlich wollte ich Anfang März noch am Indoor-Stabhochsprungmeeting in Bad Oeynhausen teilnehmen. Aber meine Trainerin Sabine Schulte und ich haben uns dagegen entschieden, damit ich mich auf andere Sachen konzentrieren kann, die jetzt anstehen“, sagt die Überfliegerin, die seit 2014 für die KT startet.

Schon in zwei Wochen geht es für die Zwölftklässlerin, die die Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule (KGSE) in Elmshorn besucht, nach Afrika. Die KGSE kooperiert seit 2001 mit dem Lycee Cheik Omar Foutiyou Tall in St. Louis/Senegal. „Unsere Schule ist die einzige, die so etwas anbietet. Der Austausch findet alle zwei Jahre statt. Ich finde das ganz cool“, sagt Pia Nicolé Kock und fügt hinzu: „Da nicht ausreichend Schüler zu uns nach Deutschland kamen, haben mein Bruder Kevin und ich im September zusammen einen Jungen bei uns aufgenommen. Wir haben ihn uns quasi geteilt“, sagt Pia Nicolé Kock.

Nun steht der Besuch im Heimatland von Austauschschüler Mohamed an. Am 13. März gehts für drei Wochen nach Westafrika in die Nähe der Stadt Saint-Louis. Was genau Pia und ihren Bruder Kevin dort erwartet, weiß sie nicht. nur eins ist sicher: Die Unterhaltungen werden in Französisch geführt.

„Die Verhältnisse dort sind sehr unterschiedlich. Manche wohnen sehr dörflich, andere moderner“, sagt die KT-Athletin, die nach dem sportlichen Höhenflug ein paar Wochen lang andere Dinge in den Fokus stellt und sich dann auf die Freiluftsaison vorbereitet. Das wird auch Lasse Prüß, 400-Meter-Läufer, vom SC Rönnau 74 tun. Er wird die U20-DM allerdings nicht in besonders guter Erinnerung behalten. Im Vorlauf fehlte dem Negernböteler die Konkurrenz, so dass ihm mit einer Zeit von 50,13 Sekunden nur der Einzug ins B-Finale gelang. „Leider ist Lasse viel zu langsam angelaufen, das konnte er am Ende nicht mehr rausholen“, sagte sein Trainer Sören Kuhn.

Im anschließenden B-Endlauf musste der 18-Jährige auf Bahn 1 starten und wurde gleich zweimal von einem Konkurrenten abgedrängt. Er kam ins Straucheln und wäre fast gestolpert. Beim zweiten Rempler war es ähnlich. „Lasse hat bei dieser DM Lehrgeld gezahlt, aber auch wichtige Erfahrungen gesammelt. So etwas wird ihm sicher nicht noch einmal passieren. Bei den kommenden Wettkämpfen wird er seine Position behaupten“, sagte Sören Kuhn.

Die U18-Talente des SV Friedrichsgabe schlugen sich im Feld der älteren U20-Sportler wacker. Anna Lindenau lief im Vorlauf über 400 Meter 59,43 Sekunden und war hochzufrieden. „Mein Ziel war, unter einer Minute zu bleiben, das habe ich geschafft“, sagte die 17-Jährige, die auch mit der 4 x 200-Meter-Staffel des SVF an den Start ging und mit Annike Rohlff, Melina Mattern und Smilla Brusenbauch eine Zeit von 1:48,42 Minuten lief. Die Staffel der SG Track & Field Team SH, zu der auch Jan Spengel gehörte, kam nach 1:33,94 Minuten ins Ziel.

Drei Sportlerinnen des SC Rönnau 74 sind für die DM am Wochenende in Leipzig gemeldet. Anna-Sophie Bellerich startet über 400 Meter, Ariane Ballner und Johanna Christine Schulz wollen über 800 Meter angreifen. Die Vorläufe beider Disziplinen finden am Sonnabend statt, die Endläufe am Sonntag.