Norderstedt
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Emsig, hartnäckig, pfiffig

Eintracht Norderstedts Sponsoring-Koordinator Eddy Münch pflegt die Kontakte zu Förderern aus der Region

Norderstedt. Um einen Amateur-Fußballclub gut vermarkten zu können, bedarf es pfiffiger Ideen. So wie dieser: Warum sollten Tornetze nur in simplem Weiß gehalten sein? Das dachte sich auch Eddy Münch, Sponsoring-Koordinator von Eintracht Norderstedt. Und fädelte seinen jüngsten Coup ein. Wenn die Fans am 18. Februar zum ersten Regionalliga-Heimspiel des Jahres 2015 gegen die U23-Mannschaft von Hannover 96 II ins Edmund-Plambeck-Stadion pilgern und darauf hoffen, dass „ihre“ Eintracht den Ball im gegnerischen Kasten unterbringt, dann wird das neue Design auffallen. Denn die Maschen sind nunmehr eine Werbefläche, auf der sich als neuer Partner das Garstedter Automobilunternehmen B&E verewigt hat.

Das ist nur ein Beispiel von vielen. Seit der Verein 2003 als Nachfolger der Fußballabteilung im 1. SC Norderstedt die hiesige Sportlandschaft betreten hat, gehört Eddy Münch neben Horst Plambeck und Reenald Koch zu denjenigen Personen, die sich emsig und unter hohem Zeitaufwand engagiert haben. „Wir können stolz darauf sein, was aus unserer kleinen Eintracht geworden ist“, sagt Münch.

Der heute 69-Jährige war am 24. April 2003 einer der Gründerväter, bis 2010 Vizepräsident und nebenbei – auch das ehrenamtlich – Leiter der Geschäftsstelle. Erst als seine Ehefrau von Dresden nach Norderstedt zog, ließ Münch seine Tätigkeiten vorübergehend ruhen.

Lange abstinent blieb er indes nicht. Je näher die erste Mannschaft der Regionalliga Nord kam, desto klarer wurde, dass jemand für die Pflege der Kontakte in die Wirtschaft und die Suche nach neuen Förderern zuständig sein müsste. Ein hartnäckiger „Kümmerer“ also. „Das habe ich während meiner Zeit als Geschäftsführer quasi schon nebenbei betrieben“, sagt Eddy Münch rückblickend.

Und so saß der Pensionär wieder im Boot. In einem Alter, wo andere Menschen das Pensum vielleicht eher drosseln würden, ist Münch auf zahlreichen Ebenen aktiv. Der frühere Vorsitzende des Kreisfußballverbandes Segeberg sitzt im Vorstand des Landesverbandes, ist dort Beauftragter für gesellschaftliche Entwicklung. Er arbeitet im Finanzausschuss des Kreissportverbandes, ist Mitglied der Sicherheitskommission im Norddeutschen Fußballverband und der Arbeitsgruppe Sicherheit im Deutschen Fußball-Bund. Es vergeht also kein Wochenende, an dem Eddy Münch nicht in mindestens einem Stadion der Republik anzutreffen ist.

Die Heimat steht dennoch weiterhin an erster Stelle. Denn schon die Arbeit als Sponsoring-Koordinator bei Eintracht Norderstedt fordert ihn sehr. „Es reicht ja nicht, gemeinsam einen Vertrag zu machen und dann erst drei Jahre später wieder einmal nachzufragen“, sagt Münch. „Wir verschicken regelmäßig einen Newsletter, der ein großer Erfolg ist. Auch über Veranstaltungen versuchen wir, unsere Partner enger an uns zu binden. Viele sind da sehr interessiert, das macht viel Arbeit. Aber wenn mir etwas Spaß bringt, dann, mit Leuten in Kontakt zu treten. Ich habe da keine Berührungsängste.“

Allein im Bereich Bandenwerbung sind mittlerweile rund 80 Unternehmen im Stadion und am großen Kunstrasenplatz vertreten. Ein niedriger sechsstelliger Betrag, so Münch, werde hiermit erwirtschaftet. Fünf Firmen engagieren sich im fünfstelligen Rahmen. „Aber wir sind insbesondere mit kleineren Sponsoren sehr breit aufgestellt.“

Die Erträge aller Aktivitäten bleiben zu 100 Prozent im Club. „Es gibt keine Vermarktungsgesellschaft wie bei anderen Vereinen. Und es geht längst nicht alles an die Regionalliga-Herrenmannschaft, das Geld fließt auch in den Jugendbereich.“

Eddy Münch und die Vereinsführung haben konkrete Vorstellungen, wer zum Verein am besten passt. „Wir legen großen Wert darauf, Firmen aus Norderstedt und der direkten Umgebung ins Team zu holen, sodass wir einen lokalen Bezug haben.“ Der kleine VIP-Raum im Edmund-Plambeck-Stadion ist auch deswegen bei den Heimspielen ein beliebter Treffpunkt – ein gutes Netzwerk ist eben immer wichtig.

Wie sehr das Umfeld in den kommenden Jahren weiter wachsen wird, vermag aber auch Eddy Münch nicht zu prognostizieren. „Wir sind ein positiver Träger des Namens Norderstedt“, sagt er. Doch die Ligazugehörigkeit, die Platzierungen und auch mögliche Teilnahmen am DFB-Pokal samt Live-Übertragung im TV sind die Faktoren, die für die Entwicklung der Marke „Eintracht“ maßgeblich sein werden.

Nur eine Sache wird sich nie verändern, wie Eddy Münch ausdrücklich betont. „Wir würden niemals unser Stadion gegen Geld umbenennen. Das gebietet schon die Dankbarkeit gegenüber der Familie Plambeck.“