Norderstedt
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HTN eröffnet am Sonntag die Rückrunde

Die beiden Norderstedter Hamburg-Liga-Handballteams bestreiten ihre Heimspiele jedoch unter sehr unterschiedlichen Vorzeichen

Norderstedt. An diesem Sonntagnachmittag starten die beiden höchstklassigen Erwachsenen-Handballteams des HT Norderstedt in eigener Halle im Schulzentrum Süd in die Rückrunde der Hamburg-Liga 2014/2015. Doch die Vorzeichen könnten für die Frauen von Coach Steffen Liepold und die Männer von Trainer Uwe Rogal unterschiedlicher kaum sein. Zwar gehören beide Mannschaften der Spitzengruppe ihrer Liga an, die Frauen führen sie sogar an, doch unter Druck stehen ganz allein die Männer.

Denn die Norderstedter haben in der Vorwoche im Heimspiel gegen den SC Alstertal-Langenhorn eine über 34 Minuten währende Führung in letzter Sekunde noch aus der Hand gegeben und mussten sich mit einem 29:29 (16:12)-Unentschieden begnügen.

Damit sind nun vorerst für die folgenden Partien – ganz gleich, wie dann der Gegner heißen mag – Siege Pflicht, wenn das HTN noch eine Rolle im Titelkampf und den damit verbundenen Aufstieg in die Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein spielen will.

Da ist der Gegner an diesem Sonntag, 16 Uhr, eine denkbar harte Nuss, die es zu knacken gilt. Mit dem TuS Esingen gastiert der Tabellenzweite bei den Norderstedtern. Die erinnern sich nur zu gut, an ihre 22:24-Auftaktpleite bei den Torneschern. Eine Revanche wird aber nur dann möglich sein, wenn die HTN-Männer nicht erneut in die Unkonzentriertheiten verfallen, die ihnen nun gegen Alstertal-Langenhorn eine unnötige Punkteteilung eingebracht haben.

„Das war ja nicht das erste Mal in dieser Hinserie“, rekapitulierte Uwe Rogal das Geschehen der vergangenen drei Monate, das sich in der Schlussphase des aktuellen Remis widerspiegelte, „von den sieben Minuspunkten, die wir auf dem Konto haben, waren mindestens drei, eigentlich sogar vier vermeidbar gewesen. Jedesmal, wenn die Mannschaft nicht über 60 Minuten die Konzentration hoch gehalten hat, sind wir dafür prompt bestraft worden.“

Diese Strafe hätte gegen den SC Alstertal-Langenhorn, als sich das HTN in den Schlussminuten „haarsträubende, individuelle Fehler“, so Rogal, leistete, sogar noch höher ausfallen können. Wenn da nicht mit Matthias Matuch erneut ein Torhüter in Topform zwischen den Norderstedter Pfosten gestanden hätte. „Mattu hat großartig gehalten nach unserem 3:7-Fehlstart und war Ausgangspunkt für viele Gegenstoßtore“, sagte Rogal.

Der Coach musste mit ansehen, wie seinem Team dennoch in der Schlussphase eine 28:25-Führung (53.) aus den Fingern glitt. „Dabei standen zu dem Zeitpunkt wieder unsere Routiniers auf dem Feld. Ich befürchte, dass uns dieser Punktverlust noch sehr weh tun wird.“

HTN-Frauen starten am Sonntag als Tabellenführer in die Rückrunde

Bemerkenswert wenig Ansatzpunkte für Kritik an seinem Team hat dagegen Steffen Liepold. Wenn die HTN-Frauen am Sonntag um 14 Uhr den Tabellensiebten Ahrensburger TSV empfangen – ein Team, das ihnen zum Punktrunden-Auftakt mit einem 20:20 einen von nur drei Punkten insgesamt abgenommen hatte – dann tun das die Norderstedterinnen doch wieder in der Rolle des Gejagten.

Nur für zwei Wochen hatte Liepolds Team nach der 24:25-Pleite bei der Halstenbeker TS den Platz an der Sonne an die SG Altona abgeben müssen. Nun, im direkten Duell bei den Hamburgerinnen, holten sich die HTN-Frauen mit einem 22:19 (11:10)-Sieg die Tabellenführung zurück.

„Die Partie war 60 Minuten Kampf. Altona hat sehr hart gedeckt“, sagte Liepold, der seinen Spielerinnen für ihre Nehmerqualitäten ein Lob aussprach. „Sie haben es vermieden, trotz der Härte zu meckern und haben sich voll aufs Spiel konzentriert“, sagte Liepold. „Das hat uns dann auch wieder ins Match zurückgeholt, als wir nach 45 Minuten mit 14:17 zurücklagen. Sieben Minuten später haben wir das 17:17 geworfen.“

Und als den sonst sicheren Siebenmeterschützinnen des HTN nach drei Fehlwürfen die Nerven flatterten, da hatte die verletzt auf der Bank sitzende Kreisläuferin Maya Mitulski den richtigen Tipp für ihren Coach. „Sie hat mir dann gesagt, dass Saskia Mielsch in der Jugend eine verlässliche Siebenmeterschützin war – prompt hat sie dann die nächsten vier Strafwürfe verwandelt.“