Kreis Segeberg. Bei der Wahl in Schleswig-Holstein geht es um die Demokratie vor der Haustür: Alle Infos zum Wahlabend im Kreis Segeberg.

Verfolgen Sie alle Entwicklungen des Wahlabends im Kreis Segeberg in unserem laufend aktualisierten Live-Blog. Die laufenden Wahlergebnisse der Kommunalwahl 2023 aus den einzelnen Wahlkreisen gibt es beim Hamburger Abendblatt unter Kommunalwahl live. Wir wünschen einen spannenden Wahlabend!

Endergebnis Henstedt-Ulzburg: 16 Direktmandate für die CDU

Erst spät am Abend war der letzte von 16 Wahlbezirken in Henstedt-Ulzburg ausgezählt. Dann stand fest: Die CDU hat, wie von vielen im Ort erwartet, nicht nur stark abgeschnitten, sondern tatsächlich sämtliche Direktmandate geholt. Allerdings ist das allgemeine Stimmenverhältnis nicht so deutlich. Die Christdemokraten kommen auf 29,3 Prozent – dahinter folgen, wenn auch mit Abstand, die Grünen (15,4 Prozent), die SPD (14,3 Prozent), die BFB (14,1 Prozent), die FDP (13,3 Prozent) und die WHU (13,3 Prozent).

Diese relative Ausgeglichenheit hat erstaunliche Folgen. Denn es sind viele Überhangmandate entstanden, so will es das Wahlrecht. Und daher wird die künftige Gemeindevertretung nicht mehr 33, sondern 53 Sitze umfassen. „Müssen wir anbauen?“, fragte Bürgermeisterin Ulrike Schmidt scherzhaft, als sie diese Entwicklung betrachtete. Die CDU hat die direkt erzielten 16 Mandate, die Grünen haben acht, ebenso die SPD, die WHU, FDP und BFB jeweils sieben.

Verglichen mit 2018, hat die WHU dramatisch eingebüßt – damals noch stärkste Kraft, später dann auseinandergefallen durch die Neugründung der Grünen, erreichte die Wählergemeinschaft 15,2 Prozent weniger als vor fünf Jahren.

Endergebnis Tangstedt: Neue Konstellation durch „Ampel“-Mehrheit

In der Gemeinde Tangstedt ist die CDU zwar weiterhin die größte Fraktion, holte 38,6 Prozent. Doch die anvisierten zehn Direktmandate, gekoppelt mit einer erhofften absoluten Mehrheit, wurden verpasst. Überraschend holte Jens Kleinschmidt für die FDP einen Wahlkreis – das war den Liberalen hier noch nie gelungen, hieß es. Insgesamt kam die Partei auf 19,7 Prozent, die Grünen sogar auf 24,4 Prozent, die SPD holte 16,7 Prozent. Alle verzeichneten einen Zuwachs, da die Bürgergemeinschaft nicht mehr angetreten war.

Jetzt gibt es eine neue Konstellation. Denn die CDU hat neun Sitze, die Grünen haben fünf, SPD und FDP jeweils vier. Und daher gibt es für die im Vorfeld proklamierte „Ampel“ eine Mehrheit, um eine Person aus den eigenen Reihen als Bürgermeister zu wählen – sodass Jürgen Lamp (CDU) seinen Posten verlieren könnte. Zur Erinnerung: Jens Kleinschmidt hatte sich ausdrücklich auch für dieses Amt beworben.

Endergebnis Kreistag Segeberg: Gewinner sind AfD und Grüne

Die CDU bleibt stärkste Kraft im Segeberger Kreistag, aber Gewinner sind AfD und Grüne. Das ist das Fazit nach Auszählung aller Stimmen für die Wahl zum Segeberger Kreistag. Mit 36,9 Prozent der Stimmen erreichte die CDU exakt das Ergebnis der Wahl im Jahre 2018.

Die Grünen erreichten 16,8 Prozent und legten 1,7 Prozentpunkte zu, die SPD verlor 3,2 Prozentpunkt, bleibt aber mit 18,3 Prozent zweitstärkste Fraktion im Segeberger Kreistag. Die FDP legte leicht zu und kam auf 8,5 Prozent – ein Gewinn von 0,3 Prozentpunkten.

Den größten Stimmenzuwachs schaffte die AfD, die ihren Stimmenanteil von 7,5 Prozent auf 10,3 Prozent erhöhte. Von den anderen Bewerbern haben vermutlich nur die Freien Wähler den Sprung in das Kreisparlament geschafft. Sie landeten bei 4,4 Prozent, 1,5 Prozentpunkte mehr als vor fünf Jahren. Verluste bei den Linken: Sie rutschen um 1,7 Prozentpunkte auf 2,1 Prozent ab. Ob das zum Einzug in den Kreistag langt, bleibt offen.

Damit steht auch fest, wer der nächste Kreispräsident wird. Nach dem Willen der CDU-Fraktion soll Jörg Buthmann aus Seedorf die Nachfolge von Claus Peter Dieck antreten. Der scheidet auf eigenen Wunsch aus der aktiven Politik aus. Die SPD hätte ihre Spitzenkandidatin Cordula Schultz aus Trappenkamp für diesen Posten vorgeschlagen. Sie bleibt jetzt voraussichtlich stellvertretende Kreispräsidenten.

Da die CDU alle Direktwahlkreise gewonnen hat, wird es aller Wahrscheinlichkeit nach wieder viele Ausgleichsmandate geben. Das bedeutet: Im Segeberger Kreistag werden wieder wesentlich mehr als die eigentlich vorgesehenen 49 Abgeordneten Platz nehmen. Im aktuellen Parlament sitzen 62 Abgeordnete, nach ersten Berechnungen wird der künftige Kreistag 67 Sitze haben. Die Wahlbeteiligung lag bei 47,8 Prozent.

Norderstedt: Stimmung bei der CDU könnte nicht besser sein

CDU-Ortschef Thorsten Borchers mit dem CDU-Bürgermeisterkandidaten Robert Hille.
CDU-Ortschef Thorsten Borchers mit dem CDU-Bürgermeisterkandidaten Robert Hille. © FMG | Claas Greite

Gute Stimmung bei der CDU: Sie ist mit 28,8 Prozent Wahlsiegerin, gewann 1,8 Prozent dazu. „Für die CDU in Norderstedt ist das ein glücklicher Abend“, sagt Ortschef Thorsten Borchers. Das gute Ergebnis führt er auf einen „intensiven und engagierten Wahlkampf und fünf Jahre harte Arbeit in der Stadtversammlung“ zurück.

Der CDU-Bürgermeisterkandidat Robert Hille ist auch vor Ort bei der Wahlparty in der „Hopfenliebe“, er hatte sich bereits im Wahlkampf engagiert. Nun sieht er sich gestärkt: „Das ist eine sehr gute Voraussetzung und ein klares Signal für die OB-Wahl am 8. Oktober. Ich bin zuversichtlich, dass wir gewinnen werden. Es ist ja klar zu sehen, dass die SPD herunter rauscht.“

Norderstedt: SPD verliert gewaltig, CDU stärkste Kraft, Grüne und AfD legen zu

Die Würfel sind gefallen: Das vorläufige Endergebnis der Wahl in Norderstedt steht fest. Die CDU kommt auf 28,8 Prozent (plus 1,8), die SPD auf 20 Prozent (minus 6,1), die Grünen auf 17,5 Prozent (plus 4,1), Wir in Norderstedt (WiN) erreicht 9,3 Prozent (minus 2,8), die AfD kommt auf 8,7 Prozent (plus 4,2), die FDP auf 7,2 Prozent (minus 1,4), die Freien Wähler haben 3,2 Prozent geschafft (plus 0,6) und Die Linke landet bei 2,8 Prozent (minus 2,4).

Mit 17 Sitzen wird die CDU die stärkste Fraktion der Stadtvertretung stellen, die SPD hat 11 Sitze, die Grünen 10 Sitze, die AfD und die WiN je 5 Sitze, die FDP 4 Sitze, die Linke und die Freien Wähler je 2 Sitze und dieBasis einen Sitz erhalten. Die Stadtvertretung wächst auf 57 Sitze an.

Norderstedt: Wahlbeteiligung deutlich höher als 2018

Oberbürgermeisterin und Wahlleiterin Elke Christina Roeder im Rathaus.
Oberbürgermeisterin und Wahlleiterin Elke Christina Roeder im Rathaus. © Annabell Behrmann

20.49 Uhr: Stand jetzt scheint die Wahlbeteiligung in Norderstedt wesentlich höher ausgefallen zu sein, als bei der vergangenen Kommunalwahl vor fünf Jahren. 2018 lag sie bei gerade einmal 32 Prozent, heute bei immerhin 42,6 Prozent. Noch sind aber nicht alle Stimmen ausgezählt. Zwei Wahlkreise fehlen noch.

Dennoch zieht Oberbürgermeisterin und Wahlleiterin Elke Christina Roeder bereits ein positives Fazit und spricht ein großes Dankeschön an alle rund 550 Wahlhelferinnen und -helfer aus: „Ich bin allen sehr dankbar. Heute Morgen um 7.20 Uhr waren bereits alle Wahlunterlagen verteilt. Es haben sich kaum Menschen spontan krank gemeldet. Es ist alles ziemlich glatt gelaufen“, sagt Roeder.

Bad Bramstedt: CDU legt deutlich zu – für die Bürgermeisterin kein gutes Zeichen

Kaum ein Thema hat die Bramstedter in den vergangenen Jahren so politisiert wie das geplante Wohngebiet Auenland. Soll Bad Bramstedt wachsen? Verliert der Ort seinen Charakter als Kleinstadt? Auch darüber haben die Bramstedter bei der Kommunalwahl entschieden.

Der Sieger ist eindeutig: die CDU. Sie kommt mit 44,8 Prozent der absoluten Mehrheit nahe und schafft einen großen Sprung nach. 2018 hatten die Christdemokraten 32,37 Prozent errungen. Alle anderen Parteien mussten Verluste hinnehmen: Die SPD fiel von 28,15 auf 22,3 Prozent, die Grünen liegen nach 19,09 jetzt bei 15,3 Prozent, und die traditionell in der Stadt sehr starke FDP sackte leicht von 20,4 auf 17,6 Prozent. Gegen die CDU politische Mehrheiten zu bilden, wird bei diesem Ergebnis fast unmöglich.

Der Name der größten Verliererin dieser Wahl stand nicht auf dem Stimmzettel: Verena Jeske. Die CDU, die ihr immer wieder politisch zusetzt, ist noch stärker geworden. Zwar stellt sich die SPD schützend vor die Verwaltungschefin, die von den Sozialdemokraten ins Rennen um das Amt im Rathaus geschickt wurde. Doch gegen die Vormacht der CDU wird die Jeske-Hausmacht in der Stadtverordnetenversammlung weiter schwinden.

Die Gewinnerin des Abends steht der Bürgermeisterin persönlich nahe, politisch aber nicht: Die Christdemokraten hatten nach einigem Hin und Her die beliebte Bürgervorsteherin Annegret Mißfeldt als Spitzenkandidatin ins Rennen geschickt und damit Erfolg. Die dienstälteste Bürgervorsteherin des Kreises Segeberg hat damit eine weitere Amtszeit sicher.

Kaltenkirchen: Wahlsieger sind AfD und Pro-Kaki, FDP und SPD verlieren kräftig

Bei der Kommunalwahl in Kaltenkirchen dürfen sich zwei Sieger freuen: Die Wählergemeinschaft Pro-Kaki und die AfD haben zugelegt. Pro-Kaki steigerte seinen Stimmenanteil von 21,1 auf 24,9 Prozent, die AfD schaffte den Sprung von 6,2 auf 12,7 Prozent und damit den deutlichsten Zugewinn.

Die CDU blieb mit 30 Prozent nach 30,7 Prozent stabil, ebenso die SPD, die leicht verlor und bei 21,1 Prozent ankam. Lange Gesichter gab es im Ratssaal dagegen am Tisch der FDP, die Jahrzehnte lang eine starke Kraft war, schon bei der Wahl 2018 mit 13,6 Prozent schlechter als zuvor abschnitt und jetzt gerade mal auf 7,8 Prozent kommt. Die Linke errang 3,2 Prozent. Alle Direktmandate gingen an die CDU und Pro-Kaki.

So sieht die neue Stadtvertretung voraussichtlich aus: CDU 10 Sitze (bisher 12), SPD 7 (7), FDP 2 (4), AfD 4 (2), Die Linke 1 (1), Pro Kaki 8 (5).

Als erfreulich bewerteten Vertreter aller Parteien, dass die Wahlbeteiligung von 35,3 auf 39 Prozent gestiegen ist. Das bedeutet, dass die Parteien nicht nur ihre Wähler mobilisieren konnten, sondern dass die Entwicklungen in der Stadt die Bürger zunehmen politisieren. Über allem steht die Frage: Soll Kaltenkirchen immer weiter wachsen?

Darauf hat das Wahlergebnis keine klare Antwort geliefert. Ohnehin läuft die Politikbetrieb in Kaltenkirchen zunehmend beschaulicher ab; über große Themen herrscht häufig Einigkeit in der Stadtvertretung, die einst von streitfreudigen Politikern dominiert wurde.

Für eine der wichtigsten Figuren in der politischen Szene Kaltenkirchen bedeutet dieses Ergebnis das Signal zur Fortsetzung der bisherigen Amtsführung: Bürgermeister Hanno Krause, der wie eine Lokomotive das Wachstum Kaltenkirchens voranbringt, kann weiterarbeiten wie bisher.

Henstedt-Ulzburg: Klare Tendenzen für Gewinner und Verlierer – FDP überrascht

Die FDP in Henstedt-Ulzburg legt deutlich zu - hier von links Stephan Holowaty, Silke Eberhard, Nora Grundmann und Klaus-Peter Eberhard.
Die FDP in Henstedt-Ulzburg legt deutlich zu - hier von links Stephan Holowaty, Silke Eberhard, Nora Grundmann und Klaus-Peter Eberhard. © Christopher Mey

Immer mehr Wahlkreise sind ausgezählt – und alle gehen an die CDU. Darunter sind unter anderem mit Leon Schwark, Christian Deanovic, Reinhard Klein, Thamiliny Pathmanathan und Gabriele Schindler einige neu direkt gewählte Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter. Auffällig ist derweil der starke Zuwachs bei der FDP, die an der 14-Prozent-Marke kratzt und deren Fraktion auf fünf Mitglieder anwachsen könnte. Klaus-Peter Eberhard (Fraktionsvorsitzender) freut sich: „Wir fühlen uns bestätigt.“ Er spricht bereits von einer „bürgerlichen Mehrheit“ mit CDU und der BFB, die ebenso zulegt. Und er vermutet: „Wir haben viele Erstwählerstimmen bekommen.“

Henstedt-Ulzburg: SPD sieht Einfluss von Bundesthemen – und kritisiert die FDP

„Wir hatten bei vielen Gesprächen an den Wahlständen das Gefühl, dass wir den Frust auf die Bundespolitik abbekommen“, sagt Patrizia Giuffrida, Spitzenkandidatin der SPD in Henstedt-Ulzburg. „Es ging selten um Kommunalpolitik.“ Sie kritisiert den zugespitzten Wahlkampf der FDP, diese habe „unbezahlbare Luftschlösser“ gebaut. Und ihre Fraktionskollegin Nadine Braasch ergänzt: „Dass es so homogen sein wird, hätten wir nicht gedacht.“ Denn Grüne, SPD, FDP, BFB und WHU stehen alle bei fünf bis sieben Mandaten – und durch die Übermacht der CDU wird die Gemeindevertretung deutlich anwachsen. „Die Mehrheitsverhältnisse werden extrem schwierig, da sind viel Dialog und Konsens gefragt.“

Norderstedt: Lange Gesichter bei der SPD nach heftigen Verlusten

20.20 Uhr: 13 von 20 Wahlkreisen in Norderstedt sind bereits komplett ausgezählt, sechs weitere zur Hälfte. Zwischenfazit: Die CDU liegt aktuell mit 29,8 Prozent der Stimmen vor der SPD (20,0 Prozent) und den Grünen (17,4 Prozent). Es folgt die AfD mit 8,8 Prozent, dahinter liegt Wir in Norderstedt (WiN) mit 8,5 Prozent, auf die FDP entfallen 7,0 Prozent und auf die Freien Wähler 3,3 Prozent. Die Linke hat bisher nur 2,7 Prozent aller Stimmen enthalten.

Kommunalwahl 2023: Doris und Hans-Joachim Grote (CDU).
Kommunalwahl 2023: Doris und Hans-Joachim Grote (CDU). © Annabell Behrmann

Die meisten Wahlkreise gewonnen haben bislang die CDU-Kandidatinnen und -Kandidaten. So auch Doris Grote, die im Wahlkampf gemeinsam mit ihrem Mann Hans-Joachim Grote, Ex-Oberbürgermeister und ehemaliger Innenminister Schleswig-Holsteins, Flyer an den Haustüren in Norderstedt verteilt hat. „Ich möchte vor allem an den Themen Stadtentwicklung und Verkehr arbeiten“, sagt Doris Grote. Die Kommunalpolitikerin, die zuvor im Kreistag tätig war, will Prioritäten neu setzen und sich für den Ausbau von Radwegen einsetzen.

AfD darf sich als Wahlsieger fühlen

Sven Wendorf (AfD) gewinnt kräftig dazu in Norderstedt.
Sven Wendorf (AfD) gewinnt kräftig dazu in Norderstedt. © FMG | Claas Greite

AfD-Mann Sven Wendorf darf sich zurzeit als Wahlsieger fühlen. Er kam von einer „privaten Wahlparty“ in die Rathauspassage. Die derzeit guten Zahlen seiner Partei erklärt er so: „Wir hatten natürlich eine Steigerung erwartet, weil wir in mehr Wahlkreisen angetreten sind. Aber wir glauben auch, unsere gute Arbeit in Norderstedt wird hier belohnt.“

Er glaubt aber auch, dass die Bundespolitik eine große Rolle spiele. „Da werden gerade viele Experimente gemacht.“ Ein Beispiel seien „diese ganzen Klimaschutz-Maßnahmen. Da merken immer mehr Bürger, dass es da jetzt ans eigene Häuschen geht.“ Die CDU, die auf Landesebene zusammen mit den Grünen regiert, werde als „Steigbügelhalter“ der Grünen gesehen.

Lange Gesichter gibt es derzeit bei der SPD. Katrin Fedrowitz sagt: „Ich denke schon, dass da der Bundes- und Landestrend durchschlägt. Wir hatten eigentlich gehofft, dass unsere gute Arbeit hier in Norderstedt mehr Anerkennung findet.“

Norderstedt: der Wahlkampf ist „etwas polarisierter geworden.“

Nicolai Steinhau-Kühl und Kathrin Fedrowitz (beide SPD)
Nicolai Steinhau-Kühl und Kathrin Fedrowitz (beide SPD) © FMG | Claas Greite

SPD-Fraktionschef Nicolai Steinhau-Kühl sagt über den Wahlkampf: „Es ist etwas polarisierter geworden.“ Es habe negative, aber auch „offensiv positive“ Stimmen an den Wahlständen gegeben. Laut Kathrin Fedrowitz war „das Wohnungsthema das große Thema“ des Wahlkampfs. Man sei viel auf „die ständig steigenden Mieten und steigenden Preise“ angesprochen worden. Fedrowitz: „Die Leute haben Sorgen.“

Marc Muckelberg und Ingrid Betzner-Lunding von den Grünen.
Marc Muckelberg und Ingrid Betzner-Lunding von den Grünen. © Greite

Marc Muckelberg von den Grünen räumt ein, dass ein bundespolitisches Thema eine große Rolle gespielt habe, nämlich die diskutierten neuen Auflagen für Heizungen. „Wir haben dann versucht, den Leuten zu vermitteln, dass wir die Norderstedter Ebene sind, dass es hier um Themen wie Wohnraum und Schulen geht.“ Teilweise seien die Reaktionen zum Heizungsthema „sehr emotional“ gewesen. Generell sei das politische Geschäft „mit den Jahren immer polarisierter geworden.“ Und: „Da müssen wir als Gesellschaft ran.“

Reimer Rathje (WiN): „Stadtentwicklung ist ein Megathema“.
Reimer Rathje (WiN): „Stadtentwicklung ist ein Megathema“. © FMG | Claas Greite

Peter Holle (CDU) hingegen sagt: „Bei uns hat stark das Sicherheitsthema dominiert.“ Auch sei er viel zu Verkehrsthemen angesprochen worden. Reimer Rathje (WiN) pflichtet bei: „Stadtentwicklung ist das Megathema.“ Viele seien der Meinung, dass Norderstedt „nicht auf 100.000 Menschen wachsen“ dürfe.

Miro Berbig (Linke) beklagt das Bild seiner Partei im Bund.
Miro Berbig (Linke) beklagt das Bild seiner Partei im Bund. © FMG | Claas Greite

Miro Berbig (Die Linke) beklagt, dass seine Partei auf Bundesebene „derzeit nicht gerade ein geschlossenes Bild“ abgibt. „Der Deutsche mag nun mal Geschlossenheit. Rückenwind ist das dann natürlich nicht gerade.“

Kreistag: Klare Tendenz zeichnet sich ab

Kurz nach 19 Uhr zeichnet sich bei der Wahl zum Kreistag eine eindeutige Tendenz ab: Die CDU liegt in allen Wahlkreisen vorn: 37,4 Prozent gegenüber 37 Prozent vor fünf Jahren. Während sich die Grünen zum jetzigen Zeitpunkt um 1,4 Prozentpunkte (16,4 Prozent) steigern, sieht es für die SPD düster aus: Sie verliert aktuell 3,5 Prozentpunkte und steht bei 17,9 Prozent. Bei der AfD sieht es nach einem Rekordergebnis aus: 10,8 Prozent bedeuten eine Steigerung um 3,3 Prozentpunkte. Die FDP bleibt gegenüber 2018 bei unveränderten 8,2 Prozent.

Um 19.25 Uhr hat der Wahlkreis Seedorf das komplette Ergebnis abgeliefert: 47, Prozent fallen an die CDU, 15,7 Prozent an die Grünen, 13,9 Prozent an die SPD, 7,3 Prozent an die FDP, 9,4 Prozent an die AfD. Die Freien Wähler schaffen noch 3,8 Prozent, alle anderen Parteien bleiben unter zwei Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 59,5 Prozent.

Norderstedt: Auszählung der Wahl zur Stadtvertretung läuft an

19.28: Fünf Stimmbezirke sind ausgezählt. Unrepräsentatives Ergebnis bisher: SPD und Linke verlieren stark, die AfD gewinnt stark. Die Wahlbeteiligung liegt in den ausgezählten Bezirken bei mageren 39,7 Prozent.

Henstedt-Ulzburg: Der Bürgervorsteher gewinnt seinen Wahlkreis direkt

In Henstedt-Ulzburg gewinnt Bürgervorsteher Henry Danielski (CDU) seinen Wahlbezirk erneut direkt - mit 221 Stimmen. Im Ratssaal gratuliert ihm Bürgermeisterin Ulrike Schmidt.
In Henstedt-Ulzburg gewinnt Bürgervorsteher Henry Danielski (CDU) seinen Wahlbezirk erneut direkt - mit 221 Stimmen. Im Ratssaal gratuliert ihm Bürgermeisterin Ulrike Schmidt. © Christopher Mey

Um kurz nach 19 Uhr strahlt Bürgervorsteher Henry Danielski. Die Auszählung für den Wahlbezirk 2 in Henstedt-Ulzburg hat ergeben: Der CDU-Politiker gewinnt erneut das Direktmandat, er hat 221 Stimmen bekommen – zehn mehr als vor fünf Jahren. Im Ratssaal ist Bürgermeisterin Ulrike Schmidt die erste Gratulantin – das Miteinander zwischen der Verwaltungschefin und dem höchstrangigen Politiker im Ort ist seit Jahren gut.

Kaltenkirchen: Wahlbeteiligung wohl niedrig

19.09 Uhr: Kaltenkirchen hat weitere Wahlkreise ausgezählt: SPD und CDU bleiben stabil, Pro Kaki erleidet leichte Verluste. Die traditionell starke FDP verliert ein weiteres Mal, die AfD gewinnt dagegen deutlich. Die Wahlbeteiligung ist weiter mit 27,1 Prozent niedrig

Bad Bramstedt: Erster Wahlkreis ist ausgezählt

18.56 Uhr: Bad Bramstedt hat den ersten Wahlkreis ausgezählt. Bei der Wahl für den Kreistag blieb die CDU im Wahlkreis 12 Auenland-Schule stabil bei 32 Prozent, die SPD musste deutlliche Verlust hinnehmen. Die AfD, die nicht für Stadtverordnetenversammlung antritt, kommt auf 12,2 Prozent, die Grünen liegen bei 15, die FDP bei 10,3.

Norderstedt: Wer wird die nächste Stadtpräsidentin?

Petra Müller-Schönemann (CDU) mit ihrem Mann Jürgen im Rathaus.
Petra Müller-Schönemann (CDU) mit ihrem Mann Jürgen im Rathaus. © Annabell Behrmann

Am heutigen Abend entscheidet sich nicht nur, wer in die Norderstedter Stadtvertretung einzieht – sondern indirekt auch, wer die neue Stadtpräsidentin wird. Zwei Frauen haben offen bekannt, dass sie Norderstedts neue „First Lady“ werden möchten: Petra Müller-Schönemann (CDU) und Katrin Fedrowitz (SPD).

Nach der Gemeindeordnung hat die stärkste Fraktion der Stadtvertretung nach der Wahl das Vorschlagsrecht für die Spitzenposition. Petra Müller-Schönemann hat die letzten Nächte „ziemlich unruhig“ geschlafen, wie sie gesteht. „Ich bin schon sehr aufgeregt“, sagt sie. Ihr Mann, Jürgen Müller-Schönemann, ist zur Unterstützung mit ins Foyer der „TriBühne“ gekommen.

Würde sie Norderstedts neue Stadtpräsidentin werden, sei das „lebensverändernd“, sagt sie. Aber sie hat ein gutes Gefühl für den Wahlabend: „Aus meinem Wahlkreis sind viele Menschen der CDU zugetan und drücken mir die Daumen. Deswegen bin ich zuversichtlich.“ Müller-Schönemann ist seit 15 Jahren in der Norderstedter Kommunalpolitik tätig.

Norderstedt: Die Wahl verlief in den Wahllokalen ohne Zwischenfälle

18.25: „Um 17 Uhr hatten wir eine Wahlbeteiligung von 33,1 Prozent“, sagt Stadtsprecher Bernd-Olaf Struppek im Rathaus. Die sei in einem „Referenz-Wahllokal“ ermittelt worden. Die Wahl sei in Norderstedt „ohne Zwischenfälle und Störungen gelaufen.“

Viele Politiker haben sich in der Rathauspassage eingefunden, darunter CDU-Fraktionschef Peter Holle. „Ich bin aufgeregt!“, sagt er. Und ergänzt: „Ich hoffe auf eine hohe Wahlbeteiligung. Demokratie ist das höchste Gut, das wir haben.“ Er selbst hat schon vor zwei Wochen gewählt, per Briefwahl.

Aufgeregt ist auch der CDU-Ortsvorsitzende Thorsten Borchers, den wir bei der Wahlparty in der „Hopfenliebe“ treffen. Am Buffet geht es eher deftig zu, es gibt es Buletten, Würstchen und Kartoffelsalat. „Eine gute Grundlage für einen emotionalen Abend!“, sagt Borchers.

Kleinste Gemeinde im Kreis Segeberg hat abgestimmt

Dreggers, die kleinste Kommune im Kreis Segeberg ist traditionell immer als erstes dran mit der Auszählung – kein Wunder, gibt es hier doch gerade mal 38 Wahlberechtigte. Ganze 16 davon gingen heute zur Kommunalwahl (42,1 %): Drei von ihnen wählten die CDU (18,8 %), fünf die Grünen (31,2 %), vier die SPD (25 %), zwei die AfD (12,5) und je einer Die Linke (6,2 %) und die einer die FDP (6,2 %). Für die CDU eine echte Wahlschlappe: Sie verliert 24,1 Prozent, die Grünen hingegen gewinnen 26,5 Prozent hinzu! Aussagekraft für den Restkreis – eher gering...

Trotz aller Aufrufe: Wahlbeteiligung bislang schwächer als 2018

Die Wahllokale sind geschlossen, die Auszählung beginnt. Um 17 Uhr lag die Beteiligung an der Kommunalwahl in Schleswig-Holstein nach einer Schätzung des Landeswahlleiters bei 42,9 Prozent. Das waren 0,6 Prozentpunkte weniger als vor fünf Jahren. Die Wahlbeteiligung 2018 war mit 47 Prozent die zweitniedrigste bei einer Kommunalwahl in Schleswig-Holstein. Die Wahllokale sind bis 18 Uhr geöffnet.

Bad Bramstedt: Erste Wahlparty startete schon

Die Bramstedter Wahlparty begann um 17 Uhr mit Popcorn: Bürgermeisterin Verena Jeske, Jessica Schreib und Michaele Schramm sorgten für Süßigkeiten (von links)
Die Bramstedter Wahlparty begann um 17 Uhr mit Popcorn: Bürgermeisterin Verena Jeske, Jessica Schreib und Michaele Schramm sorgten für Süßigkeiten (von links) © Wolfgang Klietz

Die erste Wahlparty des Abends startete in Bad Bramstedt: Bereits um 17 Uhr wurde der Schlosssaal geöffnet. Dort sollen ab 18 Uhr die Wahlergebnisse präsentiert werden. Eine Popcorn-Maschine steht bereit, auf den Tischen haben Mitarbeiter der Stadtverwaltung Süßigkeiten gelegt.

Diese Veranstaltung ist die erste dieser Art in der Kurstadt. Bislang hatten sich Politiker nach Wahlen stets getrennt nach Parteien in unterschiedlichen Lokalen getroffen.

Scheidende Stadtpräsidentin ruft zur Wahl auf

Kathrin Oehme in ihrer letzten Stadtvertretungs-Sitzung als Stadtpräsidentin.
Kathrin Oehme in ihrer letzten Stadtvertretungs-Sitzung als Stadtpräsidentin. © Heike Linde-Lembke

Es ist ihre letzte Amtshandlung als Stadtpräsidentin der Stadt Norderstedt: Kurz bevor Katrin Oehme (81) das Amt der obersten Repräsentantin der Stadt nach der heutigen Kommunalwahl abgeben wird, ruft die CDU-Stadtvertreterin die Wahlberechtigten der Stadt dazu auf, ihre Stimmen abzugeben.

„Natürlich ist niemand gezwungen, zur Wahl zu gehen. Ich habe aber die Freiheit dazu – und sollte sie nutzen! Viele Menschen in anderen Ländern beneiden uns um dieses Wahlrecht“, sagt Oehme. „Eine Demokratie kann nur dauerhaft bestehen, wenn sich BürgerInnen und Bürger an der Wahl beteiligen.“

Bei der Kommunalwahl entscheide man, wie sich Norderstedt weiter entwickeln soll und wird. „Durch meine Wahl kann ich eine Partei klar der anderen vorziehen, weil ich denke, dass diese meine Ideen verwirklichen kann. Die von mir gewählten Politiker kümmern sich ausschließlich um örtliche Aufgaben, also um Aufgaben, die uns direkt betreffen.“

Die Stadtvertretung entscheide über den Bau von Kindergärten oder Schulen. Auch über die Organisation des öffentlichen Nahverkehrsnetz, den Straßenbau, den Einsatz erneuerbarer Energien, die Wasserversorgung oder das Schwimmbad.

„Nichtwählen schadet keiner Partei. Nichtwähler verzichten nur darauf, Verantwortung für ihre Zukunft zu übernehmen und sie mitzugestalten. Jede nicht abgegebene Stimme fällt einfach unter den Tisch – sie zählt nicht. Deswegen kann ich auch nicht ,über die da oben’ meckern“, sagt Oehme. „Mit meiner Stimme habe ich es in der Hand, die Geschicke unserer Stadt mit zu beeinflussen. Deswegen übernehmen Sie Verantwortung: Gehen Sie wählen – es tut nicht weh – hilft aber vielen!“

Heute wird gewählt – die Wahllokale sind geöffnet

Die Wahllokale in Norderstedt und im ganzen Kreis sind geöffnet.
Die Wahllokale in Norderstedt und im ganzen Kreis sind geöffnet. © dpa | Hauke-Christian Dittrich

Das Wetter lädt am heutigen Wahlsonntag zum Spaziergang zur Wahlurne geradezu ein. Wer also seine Stimme zur Kommunalwahl noch nicht per Briefwahl abgegeben hat, sollte sich heute irgendwann zwischen 8 und 18 Uhr zu seinem Wahllokal aufmachen.

Falls es da Unsicherheiten gibt: Das für jeden Wählenden zuständige Wahllokal ist auf der Wahlbenachrichtigung angegeben, die jeder mal im Briefkasten hatte. Wer wählen will sollte diese Wahlbenachrichtigung sowie einen Personalausweis oder Reisepass ins Lokal mitbringen. Dann bekommt man seine Wahlunterlagen für die kommunalen Parlamente und den Kreistag ausgehändigt.

Wie die letzte Kommunalwahl ausging

Norderstedt: Den Wahlabend am 6. Mai 2018 wird die Wählergemeinschaft aus Norderstedt in bester Erinnerung haben. Überraschend avancierte vor fünf Jahren die Wir in Norderstedt (WiN) zum großen Gewinner in der Stadt, legte zu auf 12,1 Prozent und etablierte sich als ernstzunehmende politische Kraft. Die CDU büßte damals hingegen fast die Hälfte ihrer Mandate ein (von 19 auf zehn), generell wurde die Stadtvertretung heterogener, da sowohl die AfD als auch die Freien Wähler erstmals einzogen. Eine Folge seitdem: Die Suche nach tragfähigen Mehrheiten hat sich als teils kompliziert erwiesen.

Henstedt-Ulzburg: Zehn gewonnene Direktmandate – die Wählergemeinschaft Henstedt-Ulzburg (WHU) verblüffte Beobachter bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren. Sie hatte in der Großgemeinde Ort den Ton getroffen, den Frust und Ärger eingesammelt, den viele Bürger hatten hinsichtlich der größeren Parteien und deren Vorgehen bei der Ortsentwicklung. Nur: Die Partystimmung bei der WHU hielt nicht lange. 2019 spaltete sich die einst größte Fraktion, viele Mitglieder gingen zu den neu gegründeten Grünen. Zur Freude der CDU, die seitdem die meisten Gemeindevertreter stellt und auch den Bürgervorsteher.

Tangstedt: Die Machtverhältnisse in Tangstedt verschoben sich im Mai 2018. Nur neun Wochen nach Gründung wurden die Grünen sogleich zweitstärkste Kraft im Dorf. Und entschieden sich, zusammen mit der FDP, dazu, den CDU-Politiker Jürgen Lamp zum Bürgermeister zu wählen. Vorgänger Norman Hübener (SPD) hatte das Nachsehen, er bekam keine Mehrheit für eine weitere Amtszeit. Allerdings hat die „Jamaika“-Allianz in Tangstedt Risse bekommen, bei vielen Streitfragen sind sich die drei Parteien in den letzten Jahren nicht mehr einig gewesen. Auf die Stimmen von Grünen und FDP kann Jürgen Lamp also wohl nicht mehr zählen.

Kommunalwahl? Um was geht da noch mal ganz genau?

Mit der Stimmabgabe können Wählerinnen und Wähler der Kommunalpolitik ihren Stempel aufsetzen.
Mit der Stimmabgabe können Wählerinnen und Wähler der Kommunalpolitik ihren Stempel aufsetzen. © Torsten Sukrow / SULUPRESS.DE

Die 227.628 Wahlberechtigten im Kreis Segeberg sind aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Sie haben die Chance, in den Städten und Gemeinden des Kreises 1146 Gemeindevertreterinnen und -vertreter zu wählen. Wie viele Kreuze auf einem Wahlzettel gemacht werden müssen, hängt von der Größe der jeweiligen Gemeinde ab: Die Anzahl steht ganz oben auf dem Stimmzettel. Als Faustformel gilt: Je kleiner die Gemeinde, desto mehr Stimmen stehen zur Verfügung.

So viele Kreuzchen kann ich auf dem Wahlzettel machen

Im Wahlbüro: Der eine kann hier mehr, der andere weniger Kreuzchen machen im Kreis Segeberg.
Im Wahlbüro: Der eine kann hier mehr, der andere weniger Kreuzchen machen im Kreis Segeberg. © dpa | Markus Scholz

Bei der Kreis- und Gemeindewahl haben Wähler in Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern nur eine Stimme. In kleineren Gemeinden können es dagegen bis zu sieben Stimmen sein. Werden mehr Kreuzchen gemacht, ist der Stimmzettel ungültig. Weniger Kreuzchen hingegen schaden nicht.

Anders als zur Bundestags- und Landtagswahl gibt es bei den Gemeinde- und Kreiswahlen keine Aufteilung in Erst- und Zweitstimmen. Gewählt ist, wer am Ende die meisten Stimmen erhalten hat. Allerdings stellen die Parteien und Wählergemeinschaften auch Listen auf: Die übrigen Vertreter und Vertreterinnen in den Gemeindevertretungen und Kreistagen werden durch Verhältnisausgleich ermittelt.

Berechnungsgrundlage sind die unmittelbar für die Bewerber im Wahlkreis abgegebenen Stimmen. Eine Partei oder Wählergruppe, die in einem oder mehreren Wahlkreisen keine unmittelbaren Kandidaten aufgestellt hat, kann dort also auch keine Stimmen für ihren Listenvorschlag erhalten.

So verläuft der Wahlabend in der Stadt Norderstedt

In der Rathauspassage informierte die Stadt mit einer Hinweistafel über die Kommunalwahl, in der Galerie konnte im Wahlamt abgestimmt werden. Am Wahlabend kann man die Entwicklungen des Abends im Foyer der „TriBühne“ erleben.
In der Rathauspassage informierte die Stadt mit einer Hinweistafel über die Kommunalwahl, in der Galerie konnte im Wahlamt abgestimmt werden. Am Wahlabend kann man die Entwicklungen des Abends im Foyer der „TriBühne“ erleben. © Christopher Mey

In Norderstedt haben bereits knapp 11.000 Bürgerinnen und Bürger ihre Stimmen per Briefwahl abgegeben – etwa 60.000 Menschen in der Stadt sind wahlberechtigt. Bei der Kommunalwahl 2018 sei die Wahlbeteiligung mit 32 Prozent „unterirdisch“ gewesen, wie Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder sagt.

„Für mich ist es die wichtigste Wahl überhaupt. Das ist der Bereich, in dem ich lebe. Ich wähle das, was wirklich vor Ort vor meiner Haustür passiert“, sagt sie. Schließlich würden die Kommunalpolitiker darüber entscheiden, welche Kitas und Radfahrwege gebaut und welche Förderanträge gestellt werden.

Sie wünscht sich, dass in diesem Jahr mehr Norderstedter wählen gehen. „Ich hoffe, dass mehr Menschen die Wichtigkeit dieser Wahl erkannt haben. Ein Kreuz zu setzen, schafft jeder“, sagt Roeder, die als Oberbürgermeisterin gleichzeitig Wahlleiterin in Norderstedt ist.

Kommunalwahl 2023: Jede Stimme zählt – bei der „wichtigsten Wahl überhaupt“

Um mehr Bürgerinnen und Bürger zum Wählen zu motivieren, hat die Stadt in diesem Jahr erstmals „mobile Wahlämter“ eingeführt. Wenn die Wahlberechtigten nicht zur Urne kommen, kommt die Urne eben zu ihnen. In den Räumlichkeiten der drei städtischen Büchereien in Garstedt, Friedrichsgabe und Glashütte konnten Norderstedter nach dem Briefwahl-Prinzip vorzeitig ihr Kreuzchen setzen. Immerhin 300 haben das Angebot angenommen.

Viele wussten von dieser Möglichkeit nichts. „Es ist ein Problem, alle zu erreichen“, sagt Roeder, die dem Pilotprojekt trotzdem eine weitere Chance geben möchte. Etwa 500 Wahlhelferinnen und -helfer werden am Sonntag in Norderstedt im Einsatz sein. Fragen können jederzeit unter der Wahlhotline 040/53 59 55 82 oder 040/ 53 59 54 48 gestellt werden.

Im Vorraum der „TriBühne“ werden die aktuellen Wahlergebnisse gezeigt. Zuerst werden die Stimmen für den Kreis, dann für die Städte und Gemeinden ausgezählt. Oberbürgermeisterin Roeder rechnet ab 19 Uhr mit ersten Ergebnissen für Norderstedt. Viele Vertreter der Norderstedter Parteien werden hier die Entwicklung des Wahlabends verfolgen.

So verläuft der Wahlabend in Henstedt-Ulzburg

Das Rathaus in henstedt-Ulzburg zur blauen Stunde.
Das Rathaus in henstedt-Ulzburg zur blauen Stunde. © Thorsten Ahlf

Wer in Henstedt-Ulzburg live verfolgen möchte, wie sich der Wahlabend entwickelt, kann ab 18 Uhr ins Rathaus kommen. Dort werden im Ratssaal die aktualisierten Ergebnisse für jeden Wahlkreis auf die große Wand projiziert. Parallel werden die Daten auch auf henstedt-ulzburg.de veröffentlicht.

Die Politik trifft sich an unterschiedlichen Orten. So wird die BFB zunächst im Rathaus sein, die SPD nebenan im Büro des Bundestagsabgeordneten Bengt Bergt. Die Grünen kommen im Little Italy zusammen, die WHU ist auf der Minigolfanlage an der Beckersbergstraße, die CDU im Sportlerheim „Bei Inge“ (Bürgermeister-Steenbock-Straße) – und bei der FDP lädt Spitzenkandidat Klaus-Peter Eberhard zu sich nach Hause ein.

Auch in der Großgemeinde haben bereits viele Menschen die Möglichkeit zur Briefwahl wahrgenommen. Mit Stand Mittwoch waren es laut Verwaltung 3740 Anträge, die ausgegeben worden waren – von denen waren bis Freitagnachmittag 3350 wieder beim Wahlamt angekommen.

So verläuft der Wahlabend in Kaltenkirchen

Das Rathaus der Stadt Kaltenkirchen.
Das Rathaus der Stadt Kaltenkirchen. © Andreas Burgmayer

In Kaltenkirchen ist traditionell der Ratssaal Treffpunkt am Wahlabend. Ab 18 Uhr werden dort die aktuellen Auszählungsergebnisse auf einer Leinwand gezeigt. Erfrischungen stehen bereit. In der Regel treffen sich dort Vertreter aller Fraktionen und verfolgen das Wahlgeschehen.

Nach der Veranstaltung treffen sich die Christdemokraten im Restaurant Zeus, Am Markt 11. Veranstaltungen anderer Parteien sind offenbar nicht geplant. In der Stadt sind 18.183 Männer und Frauen in 14 Wahlkreisen wahlberechtigt. Bei der Wahl 2018 waren es 17.185. Mehr als 1700 haben bereits ihre Stimme per Briefwahl abgegeben.

So verläuft der Wahlabend in Bad Bramstedt

Das Schloss in Bad Bramstedt.
Das Schloss in Bad Bramstedt. © Andreas Burgmayer

Eine ähnliche Wahlparty steht in Bad Bramstedt zum ersten Mal auf dem Programm. Nachdem in den Jahren zuvor jede Partei ihre eigene Veranstaltung organisiert hat soll es in dem Jahr ein erstes gemeinsames Treffen im Saal des Schlosses geben. Dazu gibt es Popcorn und Getränke. Beginn ist um 17 Uhr.

Nach der Veranstaltung im Schloss treffen sich die Christdemokraten auf dem Gelände hinter dem Eisenwarengeschäft Fülscher, Bleeck 3. Die FDP hat als Treffpunkt das Restaurant Ho, Im Winkel 1, gewählt. Bündnis 90/Die Grünen haben sich zu einer Wahlparty im Haus an den Auen, Oskar-Alexander-Straße 11, verabredet, die SPD trifft sich in dem Lokal Gazelle am Landweg.

Die Wahlberechtigten in Bad Bramstedt sollten bei dieser Wahl genau auf die Informationen auf der Wahlbenachrichtigung achten. In vielen Fällen müssen sie ein anderes Wahllokal ansteuern als in den Jahren zuvor. Hintergrund ist das Erreichen der 15.000-Einwohner-Grenze und damit der Neuzuschnitt der Wahlkreise. Statt der bisher zwölf Wahlkreise wurden 14 gebildet.

Beispielsweise wählen die Wahlberechtigten aus dem Sommerland diesmal im Schloss und nicht wie bei der Kommunalwahl 2018 im Feuerwehrgerätehaus; die Wahlberechtigten aus dem Landweg gehen diesmal in der Jürgen-Fuhlendorf-Schule zur Wahl und nicht im Jugendringraum der Alten Schule. Die Wahlkreiseinteilung kann unter www.bad-bramstedt.de eingesehen werden.

Keine Veranstaltung am Wahlabend im Kreishaus in Bad Segeberg

Der Kreistag des Kreises Segeberg an der Hamburger Straße in Bad Segeberg.
Der Kreistag des Kreises Segeberg an der Hamburger Straße in Bad Segeberg. © Andreas Burgmayer

Im Kreistag sind 49 Parlamentssitze zu vergeben, aber diese Zahl wird sich nach der Wahl erfahrungsgemäß erhöhen. Durch die Mehr- und Ausgleichsmandate vergrößert sich der Kreistag höchstwahrscheinlich. Zurzeit sitzen 62 Parlamentarier im Kreistag, am größten war der Kreistag bisher nach der Wahl 2008 mit 64 Abgeordneten. Es wird keine Live-Übertragung und auch keine Veranstaltung im Sitzungssaal des Kreistages geben.

Die Reporter der Regionalredaktion Norderstedt des Hamburger Abendblattes sind am Wahlabend in Norderstedt, Henstedt-Ulzburg, Kaltenkirchen und Bad Bramstedt unterwegs. Alle aktuellen Entwicklungen des Abends werden wir fortlaufend in unserem Kommunalwahl-Blog unter abendblatt.de/norderstedt veröffentlichen.