Wochenmarkt Norderstedt

Carlo von Tiedemann kommt zum Gratulieren nach Garstedt

| Lesedauer: 4 Minuten
Heike Linde-Lembke
Am Freitag, 24. Juni, steigt am Herold-Center in Norderstedt die Party zum 50. Wochenmarkt-Geburtstag. Moderator Carlo von Tiedemann kommt auch nach Garstedt.

Am Freitag, 24. Juni, steigt am Herold-Center in Norderstedt die Party zum 50. Wochenmarkt-Geburtstag. Moderator Carlo von Tiedemann kommt auch nach Garstedt.

Foto: gbrci/Geisler-Fotopress / picture alliance / Geisler-Fotopress

Wochenmarkt-Jubiläum in Norderstedt: Seit 50 Jahren bieten Markthändler in Garstedt Obst, frisches Gemüse und mehr an.

Norderstedt.  Frisch, aus der Region, nachhaltig. Das zeichnet die Produkte auf Norderstedts Wochenmärkten seit jeher aus. Zum kleinen Einkaufsvergnügen gehört auch ein Nachbarschafts-Schnack, ein Probier-Snack und ein Schwätzchen mit den Markthändlern über Butter-, Obst- und Gemüsepreise, über Fische frisch aus dem Meer und Fleisch direkt vom Bauern nebenan. Der Norderstedter Wochenmarkt hinter dem Herold-Center an der Europaallee feiert jetzt Jubiläum mit vielen Überraschungen für seine Kundinnen und Kunden.

Am Freitag, 24. Juni, steigt die Party zum 50. Geburtstag, zu dem auch Radio- und TV-Schnacker Carlo von Tiedemann kommt, der um 9.30 Uhr die Jubiläumstorte anschneidet, garniert mit seinen gewohnt flotten Sprüchen. Die Sprüche gibt es gratis, die Torte nicht. Denn die Wochenmarkt-Händler denken sozial und haben auch in den vergangenen 50 Jahren einige Einrichtungen in Norderstedt unterstützt. Der Erlös aus dem Verkauf der Tortenstücke geht an die Tagesaufenthaltsstätte Norderstedt (TAS), für die der NDR-Moderator und TAS-Schirmherr schon mehrfach Spenden gesammelt hat.

Norderstedt: Wochenmarkt unterstützt das SOS-Kinderdorf

Auch Norderstedts Stadtpräsidentin Kathrin Oehme feiert mit und serviert von 10.30 Uhr an leckere Spargelsuppe. Die Suppe der Saison wird den ganzen Tag über verkauft, der Erlös geht an das SOS-Kinderdorf Harksheide. Torten- und Suppenverkauf findet vor einer romantisch gestalteten Wand statt, auf der Blumenhändler Stefan Remter mit Blüten eine bunte 50 malen wird. Die einzelnen Sträuße versteigern Mitglieder der Norderstedter Jugendfeuerwehr von 16 Uhr an – der Erlös fließt in ihre Ausbildungskasse.

Nebenbei dreht sich den ganzen Tag ein Glücksrad. Wer die richtige Zahl trifft, hat die Chance auf viele kleine Gewinne und drei Hauptpreise, darunter ein Präsentkorb. Auf einer großen Fotowand zeigen die Wochenmarkt-Händler viele Momentaufnahmen aus den 50 Jahren des Wochenmarktes am Herold-Center und seine wechselvolle Geschichte.

Wochenmarkt in Garstedt gibt es seit 1972

Gerade mal eine Handvoll Markthändler fand sich am 19. Mai 1972 zum ersten Wochenmarkt vor der Garstedter Stadtbücherei ein.

„Damals wurde die Wurst noch vom Tapeziertisch verkauft“, erinnert sich Wurst- und Käsefachmann Reinhard Schümann, der seit 44 Jahren dabei ist und auch als Geschäftsführender Gesellschafter der für die Norderstedter Wochenmärkte fungiert.

Obst und Gemüse geht immer noch über den offenen Tisch, doch für Händler, die gekühlte Waren anbieten, müssen Fleisch und Fisch, Käse, Schinken und Wurst aus hochmodernen Fahrzeugen anbieten, um eine lückenlose Kühlkette zu gewährleisten.

Norderstedt: Wochenmarkt ist mehrmals umgezogen

Der erste Marktplatz vor der Bücherei wurde gleich gut angenommen, sowohl von den Kundinnen und Kunden als auch von den Händlern. Bereits nach drei Jahren war die Fläche zu klein, und der Markt zog auf die andere Seite des Herold-Centers vor das damalige Karstadt-Haus an der Berliner Allee. „Seitdem führen wir die Norderstedter Märkte als Gesellschaft auch in Eigenregie“, sagt Eier- und Geflügelhändler Thorsten Kolumbe.

Der nächste Umzug folgte am 30. April 1993. Karstadt wollte umbauen, der Markt musste weichen. Weder die Händler noch die Kundschaft waren begeistert. Also wieder zurück in die Fußgängerzone Europaallee. Auf einer Fläche zwischen der Garstedter Bücherei und der De Gasperi Passage, zwischen Einkaufszentrum und Willy-Brandt-Park konnten die Händler ihre Stände großzügig aufbauen und vor allem eine bessere technische Ausstattung nutzen.

Händler sammeln Spenden für Norderstedter Institutionen

Seitdem bieten bis zu 30 Händlerinnen und Händler jeden Freitag von 9 bis 18 Uhr von Äpfel und Ananas, Blumen und Eier über Fleisch, Käse und Kartoffeln bis zu Schnürsenkel und Zwetschgen ihre regionalen Bio- und andere Waren an, und wer beim Marktbummel hungrig wird – es gibt auch zwei Imbissstände.

Dank ihrer eigenständigen Gesellschaft als „Norderstedter Wochenmärkte“ können die Händlerinnen und Händler auch zu Ostern und zum Erntedank auf den Märkten spezielle Feste organisieren. „Dabei sammeln wir Spenden für Norderstedter Institutionen“, sagen Kolumbe und Schümann und freuen sich auf ihren 50. Geburtstag.

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