Kreis Segeberg

Eine Ode an die Pionierinnen in der Politik

| Lesedauer: 3 Minuten
Andreas Burgmayer
 Der komplett weibliche Parteivorstand der Grünen 1984 (v. l.): Heidemarie Dann, Annemarie Borgmann, Antje Vollmer, Erika Hickel, Waltraud Schoppe und Christa Nickels vor dem Bundesadler im Bonner Parlament – eine Szene aus dem Film die „Unbeugsamen“.

Der komplett weibliche Parteivorstand der Grünen 1984 (v. l.): Heidemarie Dann, Annemarie Borgmann, Antje Vollmer, Erika Hickel, Waltraud Schoppe und Christa Nickels vor dem Bundesadler im Bonner Parlament – eine Szene aus dem Film die „Unbeugsamen“.

Foto: Majestic Filmverleih / ©Majestic/picture alliance, Sven Simon

Zur Internationalen Woche gegen Gewalt an Frauen ist der Film „Die Unbeugsamen“ kostenlos in Bad Segeberg zu sehen.

Kreis Segeberg.  Die Unbeugsamen betitelte Regisseur Torsten Körner seinen Dokumentarfilm über die Frauen in der Bonner Republik, jener prägenden Politikepoche zwischen 1949 und 1990. In der sich Frauen ihre Beteiligung an den demokratischen Entscheidungsprozessen gegen „erfolgsbesessene und amtstrunkene Männer wie echte Pionierinnen buchstäblich erkämpfen mussten“, wie es in der Beschreibung des Filmes heißt.

Film über Pionierinnen der deutschen Politik

Die Heldinnen dieses Stückes filmischer Zeitgeschichte sind Politikerinnen wie Herta Däubler-Gmelin (SPD), Marie-Elisabeth Klee (CDU), Ursula Männle (CSU), Christa Nickels (Die Grünen), Ingrid Matthäus-Maier (FDP/SPD), Renate Schmidt (SPD) und Rita Süssmuth (CDU). In historischen Aufnahmen zeigt der Film darüber hinaus politische Größen wie Aenne Brauksiepe (CDU), Hildegard Hamm-Brücher (FDP), Waltraud Schoppe und Petra Kelly (Die Grünen).

Sie alle kommen im Film zu Wort. Ihre Erinnerungen sind zugleich komisch und bitter, absurd und bisweilen erschreckend aktuell. Verflochten mit zum Teil ungesehenen Archiv-Ausschnitten ist dem Dokumentarfilmer und Journalisten Torsten Körner („Angela Merkel – Die Unerwartete“) eine emotional bewegende Chronik westdeutscher Politik von den 50er Jahren bis zur Wiedervereinigung geglückt.

Die Internationale Woche gegen Gewalt an Frauen nehmen die drei Gleichstellungsbeauftragten Dagmar Höppner-Reher (Kreis Segeberg), Michaela Semerak (Amt Trave-Land) und Inge Diekmann (Stadt Bad Segeberg) zum Anlass, um den Film gemeinsam mit dem Verein „Linse – Lichtspielkunst in Bad Segeberg“ auf die Leinwand des Kinos Cineplanet zu bringen.

Filmabend soll Frauen in der Politik Mut machen

Am Mittwoch, 24. November, 20 Uhr, ist er im Cineplanet 5 in Bad Segeberg zu sehen. Im Anschluss an den Film gibt es Gelegenheit, sich über den Inhalt auszutauschen. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Ticketreservierung ist nicht erforderlich.

„Mit dem Film greifen wir Schwerpunktthemen unserer Arbeit auf“, sagt Dagmar Höppner-Reher. Dazu gehören Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, Machtmissbrauch und sexuelle Gewalt und gleichzeitig aber auch die Bedeutung und Wichtigkeit von Frauen in der Politik. Vor dem Hintergrund der Landtagswahlen im nächsten Jahr wollen die Frauen außerdem für bestehenden Machtstrukturen sensibilisieren. „Wir wollen Mut machen, trotz allem in die Politik einzusteigen, weil es eine Welt ohne Frauen nicht gibt; Mut machen, gegen frauenfeindliche Diskriminierungen öffentlich aufzutreten; Mut machen, sich zusammenzuschließen und gegenseitig zu unterstützen.“

Darüber hinaus setzen sich die Gleichstellungsbeauftragten für eine Parität in den Parlamenten ein. „Gerade im Zusammenhang mit der Besetzung von politischen Ämtern hören wir immer wieder den Satz: ,Den Frauen stehen doch alle Wege offen, aber sie wollen ja nicht‘.“ Der Film zeige deutlich, mit welchen Mitteln Frauen daran gehindert wurden und noch immer werden. „Der Grund: Sie sind Frauen und wagen es, in von Männern dominierte Machtbereiche vorzudringen. Und wenn sie es geschafft haben, hören frauenfeindliche Angriffe ja nicht auf“, erläutert Höppner-Reher.

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