Ausbildung

Jobmesse im Kreis Segeberg wird zum ersten Mal digital

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Andreas Burgmayer
In diesem digitalen Foyer werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ersten digitalen Jobmesse empfangen.

In diesem digitalen Foyer werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ersten digitalen Jobmesse empfangen.

Foto: Digital Solutions GmbH

Bei der virtuellen Veranstaltung stellen sich Arbeitgeber aus dem Kreis Segeberg vor. Ein Modell für die Zukunft?

Kreis Segeberg.  Mit der ersten digitalen Job-Messe im Kreis Segeberg will das Jobcenter nach einer langen Durststrecke in der Corona-Pandemie den Arbeitslosen oder -suchenden in der Region die Chance auf einen Neuanfang im Beruf bieten. Bei der virtuellen Jobbörse am Dienstag und Mittwoch, 17. und 18. August, jeweils zwischen 10 und 13 Uhr bieten über 20 Arbeitgeber aus dem Kreis Segeberg mehr als 50 konkret zu besetzende sozialversicherungspflichtige Stellen in Voll- und Teilzeit an.

Arbeitgeber und Schulabgänger unterstützen

Dazu gibt es ein Begleitprogramm, unter anderem mit dem Vortrag des Gesundheitsexperten Dirk Schippel. Titel seines Referats: „Raus aus der Pandemie – zurück ins Leben“ – es ist auch das Motto der digitalen Messe.

„Wir erleben nach der langen Phase des Lockdowns einen dynamischen Arbeitsmarkt, der sehr aufnahmebereit ist“, sagt Jobcenter-Geschäftsführer Michael Knapp. Diese Situation wolle das Jobcenter aktiv aufgreifen. „Wir wollen sowohl die Arbeitgeber als auch die Menschen unterstützen, die jetzt ihre Chance am Arbeitsmarkt ergreifen wollen, indem wir mit dieser digitalen Messe unsere Maklerfunktion pandemiekonform wahrnehmen“, sagt Bereichsleiter Stefan Stahl.

In wochenlanger Vorbereitung und in enger Kooperation mit dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Bundesagentur für Arbeit und Jobcenter sowie durch die technische Unterstützung eines Lübecker Startup-Unternehmens wurde ein exklusiver Webauftritt gestaltet. Seit Ende Juli ist dieser unter www.jobmesse-se.de zu erreichen.

Messer bietet weit mehr als Jobangebote

Weit mehr als 1000 Menschen aus dem gesamten Kreis werden durch Jobcenter und Arbeitsagentur angeschrieben und auf das Angebot hingewiesen. Ziel ist, dass man sich bereits im Vorwege an den virtuellen Messeständen der verschiedenen Arbeitgeber, zum Beispiel aus den Bereichen Logistik, Pflege, Verkauf oder auch Handwerk, informiert.

„Man sollte sich über den Arbeitgeber an sich und über das konkrete Stellenangebot informieren, bevor man die Möglichkeit eines persönlichen virtuellen Austauschs mit einem Beschäftigten des Arbeitgebers wahrnimmt“, sagt Arbeitsmarktexperte Marc Steffens, Teamleiter des gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur und Jobcenter.

Das Netzwerk „Frau und Beruf“ informiert in einem Vortrag darüber, wie man sich im Onlinebewerbungsgespräch gut präsentieren kann. „Frau und Beruf“ sowie das „Netzwerk Pflege“ stehen an den beiden Messetagen für Beratungszwecke zur Verfügung. Die Möglichkeit eines kostenfreien Bewerbungsmappenchecks ist ebenso im Angebot.

Digitale Jobmesse ein Modell für die Zukunft?

„Das Prinzip ist so, wie man es auch bei einer analogen Messe erwarten kann: Man informiert sich an den Messeständen der Aussteller und bei Interesse an einer ganz konkreten Stelle spricht man mit einem Beschäftigten des betreffenden Arbeitgebers – alles ganz bequem von zu Hause aus. Dafür haben wir Terminlisten im Netz zur Verfügung, in die man sich bereits im Vorwege für solch ein Gespräch eintragen kann“, erläutert Bereichsleiter Stahl.

„An den Messetagen führt man dann das Gespräch und schaut, ob aus dem Interesse mehr werden kann. Zum Beispiel zunächst ein Praktikum oder auch gleich ein ganz konkreter Arbeitsvertrag. Wir stehen zudem beratend zur Seite und können bei Bedarf ganz konkret über Fördermöglichkeiten informieren.“

Beim zehnköpfigen Organisationsteam der Messe ist man sehr gespannt auf die beiden Messetage und auf die Reaktionen sowohl der teilnehmenden Arbeitgeber und Aussteller als auch der arbeitsuchenden Menschen. „Das Format bietet einige Vorteile: Man spart sich An- und Abfahrtswege. Dadurch, dass man ganz gezielt Gespräche führen kann, muss man auch nicht allzu viel Zeit in die Teilnahme investieren. Gesundheitliche Risiken werden durch diesen Rahmen ausgeschlossen. Sollten wir mehrheitlich positive Resonanz erhalten, können wir uns sehr gut ähnliche Formate für die Zukunft vorstellen“, sagt Stefan Stahl.

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