Kreis Segeberg

Ruhige Lage auf dem Arbeitsmarkt – wie lange noch?

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Andreas Burgmayer
Thomas Kenntemich, Leiter der Arbeitsagentur Elmshorn.

Thomas Kenntemich, Leiter der Arbeitsagentur Elmshorn.

Foto: Michael Schick

Arbeitslosenquote im Oktober kreisweit stabil, in Norderstedt gesunken. Warum es dennoch keine Trendwende ist.

Norderstedt.  Der Arbeitsmarkt im Kreis Segeberg ist bisher ganz gut durch die Pandemie-Krise gekommen. Im dritten Monat hintereinander ist die Arbeitslosenquote im Kreis im Oktober gesunken, um 80 Personen oder 1,0 Prozent gegenüber dem Vormonat. Damit waren im Oktober 8042 Menschen arbeitslos gemeldet.

Der Vergleich zum Vorjahresmonat zeigt aber den Ernst der Lage: Damals waren es 1863 Personen oder 30,2 Prozent weniger. Auf die Arbeitslosenquote hat der leichte Rückgang der Arbeitslosen keine Auswirkungen – sie bleibt unverändert zum Vormonat bei 5,2 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie 4,0 Prozent betragen.

Arbeitsmarkt hat sich insgesamt stabilisiert

In Norderstedt lag die Quote im Oktober bei 5,8 Prozent, 0,1 Prozent niedriger als im September, aber 1,4 Prozent höher als im Oktober 2019. 2808 Arbeitslose zählte die Arbeitsagentur Elmshorn in der Stadt. 499 kamen im Oktober neu dazu, 180 davon aus dem ersten Arbeitsmarkt. 554 Menschen meldeten sich am Monatsende ab, 218 davon wechselten in die Erwerbstätigkeit, 140 in Ausbildung oder Maßnahmen.

„Der Arbeitsmarkt hat sich im Oktober insgesamt weiter stabilisiert. Der leichte Rückgang der Arbeitslosenzahl ist ein zuversichtliches Zeichen, stellt jedoch noch keine Trendwende dar“, sagt Thomas Kenntemich, Leiter der Agentur für Arbeit Elmshorn. „Die Auswirkungen der weiteren Entwicklung der Pandemie auf den Arbeitsmarkt sind noch unklar – und dann steht auch schon der Winter vor der Tür!“

Jobchancen gebe es auch in der aktuellen Krisenzeit auf dem Arbeitsmarkt. 588 Menschen aus dem Kreis Segeberg konnten ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Beschäftigung beenden. Dies waren zwölf Personen mehr als im September und 136 mehr als im vergleichbaren Vorjahresmonat.

Hotel- und Gastro-Branche besonders betroffen

Wenngleich die Arbeitslosenzahl aktuell wieder etwas gesunken ist, hat die Arbeitsagentur aber immer noch etwa 60 Prozent mehr Kunden gegenüber dem Vorjahr zu betreuen. Von den insgesamt 8042 Arbeitslosen betreute die Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung) im Oktober 3938 Personen. Damit ist die Zahl um 99 gegenüber dem Vormonat gesunken. Es sind allerdings 1473 Personen (+59,8 Prozent) mehr als vor einem Jahr bei der Arbeitsagentur gemeldet. Beim Jobcenter (Grundsicherung) waren 4104 Arbeitslose registriert. Dies sind 19 Personen mehr als im September. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl um 390 Personen oder 10,5 Prozent gestiegen.

Beschäftigte aus den Krisen-Branchen melden sich jetzt vermehrt in der Beratung. Die Arbeitsuchenden kommen von Hotels und der Gastronomie, dem Taxigewerbe oder von der Flughafensicherheit. Fortbildungen und Umschulungen sind ein wichtiges Mittel, um die Menschen für andere Jobs fit zu machen. „Die finanziellen Mittel stehen für die notwendigen Qualifizierungen Arbeitsuchender zur Verfügung,“ sagt Kenntemich.

Mehr als 200 Menschen im Kreis in Kurzarbeit

Kurzarbeit bleibt weiterhin das wichtigste und effektivste Mittel um viele Arbeitsplätze in der Region zu sichern und den Unternehmen ihr eingearbeitetes Personal zu erhalten. Aktuell zeigten in diesem Monat nur zwölf Betriebe aus dem Kreis Segeberg für 209 Beschäftigte Kurzarbeit neu an. Die meisten Kurzarbeitenden wurden im Agenturbezirk Elmshorn bislang für die Bereiche Einzelhandel (11,3 Prozent), Großhandel (10,7), Gastronomie (7,1) und Gesundheitswesen (6,2) gemeldet.

Wer die angemeldete Zeitarbeit wirklich in Anspruch genommen hat, lässt sich immer erst mit dreimonatiger Verzögerung sagen, wenn die Abrechnungen tatsächlich kommen. Für Mai liegen sie jetzt vor. Danach haben 1657 Unternehmen des Kreises das Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen. Dies sind 194 weniger als im April. Betroffen waren 13.623 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – 582 mehr als im April.

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