Wahlkampf

Der Dreikampf in der Kreisstadt Bad Segeberg

Dieter Schönfeld (SPD), ist der Amtsinhaber und tritt wieder an.

Dieter Schönfeld (SPD), ist der Amtsinhaber und tritt wieder an.

Foto: HA

Amtsinhaber Dieter Schönfeld hat mit Marlis Stagat und Toni Köppen zwei starke Herausforderer. Am 1. November wird gewählt.

Bad Segeberg.  Die Wahl des Segeberger Bürgermeisters wird zu einem Dreikampf. Der Wahlausschuss hat die drei Bewerber für den Posten jetzt offiziell bestätigt: Amtsinhaber Dieter Schönfeldt wird von der SPD unterstützt, Marlis Stagat hat die CDU hinter sich, Toni Köppen wird von der Freien Wählergemeinschaft BBS ins Rennen geschickt.

Am 1. November wählen die Segeberger die Chefin oder den Chef der Stadtverwaltung, am 4. Juni 2021 ist der Amtsantritt. Sollte am 1. November weder Köppen noch Schönfeld noch Stagat im ersten Anlauf eine eigene absolute Mehrheit erringen, müssten sich die beiden Besten genau drei Wochen später, am Sonntag, 22. November, einer Stichwahl stellen.

Der Amtsinhaber Schönfeld will es noch mal wissen

Dieter Schönfeldt könnte sich eigentlich zurücklehnen und sein Pensionärsdasein genießen: Mit 68 Jahren hat der Vater von zwei erwachsenen Kindern sein berufliches Soll erfüllt. Aber er will es noch einmal wissen und hat als letzter Kandidat seine Bewerbungsunterlagen eingereicht. Seit 2009 ist Schönfeldt Bürgermeister der Kreisstadt, 2015 wurde er bereits einmal in seinem Amt bestätigt und von der Bevölkerung mit 79 Prozent der Stimmen wiedergewählt.

Jetzt setzt er alles daran, auch in einer dritten Wahlperiode auf dem Chefsessel im Rathaus an der Lübecker Straße zu sitzen. Die Unterstützung der SPD ist ihm sicher, in der Bevölkerung ist der amtierende Bürgermeister beliebt. Vor seiner Wahl zum Segeberger Bürgermeister war der Di­plom- Verwaltungswirt 18 Jahre Bürgermeister der Gemeinde Gettorf. Schönfeld hat als Bürgermeister in Zusammenarbeit mit der Kommunalpolitik die schwierige Haushaltskonsolidierung der chronisch klammen Stadt Bad Segeberg bewältigt.

Doch weitermachen im Chefsessel des Rathauses will er vor allem, um begonnene wichtige Projekte weiter zu gestalten, etwa die Hallenbad-Sanierung, das geplante Wohnbauprojekt in der Gustav-Böhm-Siedlung oder den Neubau eines Feuerwehrhauses. Einen Schwerpunkt einer weiteren Amtszeit will Schönfeld auf die Bereiche Schule, Kinder- und Jugendpflege setzen.

Marlis Stagat setzt einen Schwerpunkt auf den Verkehr

Die Konkurrenz allerdings scheint stärker zu sein als bei der letzten Wahl vor sechs Jahren. Mit Marlis Stagat (49) aus dem Segeberger Nachbarort Klein Gladebrügge bewirbt sich eine in der Kreisstadt ebenfalls sehr bekannte Persönlichkeit. Die Chefin einer Versicherungsagentur und einer Coaching-Firma ist Vorsitzende der Unternehmergemeinschaft „Wir für Segeberg“. Verwaltungserfahrung hat die Unternehmerin bisher nicht, würde aber in enger Zusammenarbeit mit den Amtsleitern und anderen Fachleuten im Rathaus versuchen, sich schnell einzuarbeiten, wie sie versichert. „Ich möchte dazu beitragen, dass Bad Segeberg auf eine erfolgreiche und glückliche Zukunft blickt“, sagt die Mutter von zwei erwachsenen Kindern.

Und in dieser Zukunft müsse es in Bad Segeberg zum Beispiel ein flächendeckendes Wlan-Netz für alle geben. Die Stadt brauche endlich ein ganzheitliches Verkehrskonzept, das sowohl den Ausbau der Ladesäuleninfrastruktur für Elektroautos als auch die Schaffung von Parkmöglichkeiten umfasse. Was nicht bedeutet, dass Stagat auf das Auto setzt: Sie will Segeberg zur Fahrradstadt machen und das Fahrradfahren in der Kreisstadt sicherer und attraktiver gestalten.

Toni Köppen will aus Segeberg eine Smart City machen

Der dritte Kandidat tritt mit dem Slogan „Lasst das mal den Toni machen!“ sehr volkstümlich zum Wahlkampf an. Der 38 Jahre alte Manager im Baubeschlagshandel lebt seit 20 Jahren in Bad Segeberg und zog als Mitglied der Piratenpartei 2013 in den Kreistag ein. Dort war er Fraktionsvorsitzender und ein Jahr lang auch stellvertretender Landesvorsitzender der Piraten. Seit 2018 ist er Fraktionsvorsitzender der von ihm mitgegründeten Wählerinitiative Kreis Segeberg (WI-SE) im Kreistag. Unterstützt wird Toni Koeppen, Vater von zwei Kindern im Alter von acht und zwölf Jahren, von der Wählergemeinschaft BBS.

Köppen präsentiert seine Themen intensiv über digitale Kanäle, also Social Media-Plattformen wie Facebook oder über seinen privaten Internetauftritt. Aus Bad Segeberg würde der Bürgermeister Köppen dann auch gerne eine „Smart City“ machen. Carsharing Modelle mit Elektromobilen, Straßenlaternen mit automatischer An- und Abschaltung auch unter Zuhilfenahme des Mobiltelefons, Photovoltaik auf städtischen Gebäuden, Stadtführungen im Selfservicemodus durch Nutzung einer App, autonom fahrende Stadtbusse in Bad Segeberg – das seien die Ziele dafür.