Kreis Segeberg

Patrick Pender will für die CDU in den Landtag

Patrick Pender CDU Norderstedt

Patrick Pender CDU Norderstedt

Foto: Patrick Pender / Pender

Der 24-jährige Christdemokrat aus Norderstedt will den Generationswechsel – und fordert Sozialpolitikerin Katja Rathje-Hoffmann heraus.

Norderstedt. Seit 2018 sitzt Patrick Pender in der Norderstedter Stadtvertretung. Der 24 Jahre alte CDU-Politiker, der auch Vorsitzender der örtlichen Jungen Union ist, wirkt in zahlreichen Gremien mit, ist unter anderem Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr sowie im Jugendhilfeausschuss. Jetzt hat er angekündigt, den nächsten Schritt gehen zu wollen: Pender möchte Landtagsabgeordneter werden. Er bewirbt sich um eine Nominierung für die Kandidatur zur Landtagswahl 2022. Es geht um den Wahlkreis 27, der neben Norderstedt auch Tangstedt sowie die Gemeinden Kattendorf, Kisdorf, Oersdorf, Wakendorf II und Winsen umfasst. Seit 2009 wird dieser Wahlkreis in Kiel von Katja Rathje-Hoffmann repräsentiert. Die Sozialpolitikerin, die in der Gemeinde Nahe zu Hause ist, gewann zuletzt 2017 das Direktmandat.

„Auf Landesebene wird viel Relevantes für unsere Kommune entschieden, was wir hier in der Stadtvertretung nicht beeinflussen können. Wiederholt wird mir das bei Vorhaben in den Ausschüssen bewusst“, sagt Pender, der nicht mehr in der „Beobachterrolle“ verbleiben möchte. Seinen Wahlkreis hatte er bei der Kommunalwahl direkt gewonnen, hatte damals mit vielen direkten Bürgergesprächen gepunktet. Pender selbst bezeichnet sich als „Realpolitiker mit Augenmaß und Sachlichkeit“.

Was ihn von Rathje-Hoffmann unterscheide, sei, dass er in Norderstedt lebe. „Sie ist nur für gewisse Veranstaltungen hier, ich habe täglich Begegnungen mit Bürgern“, so Pender, der bei dem Unternehmen Iglo im inneren Vertrieb arbeitet, dazu ein Masterstudium (Sales & Marketing) an der Nordakademie absolviert. Seine Ambitionen hat er der CDU-Fraktion am Dienstagabend mitgeteilt, jetzt will er die Ortsverbände der weiteren Gemeinden im Wahlkreis besuchen. „Ich wollte Klarheit schaffen, ich will den Generationswechsel.“

Als Schwerpunkte seiner politischen Arbeit nennt Pender „die Stärkung eines nachhaltigen Wirtschaftsstandorts, eine vernünftige Mittelstandspolitik und eine fördernde Berufsbildung“. Auch für einen möglichen Landtagswahlkampf hat er bereits konkrete Vorstellungen. „Leider wurden unsere letzten Wahlkämpfe eher von Vergangenheitsbewältigung statt Zukunftsgestaltung überschattet. Der OB-Wahlkampf darf sich so nicht wiederholen.“ Hier hatte der CDU-Bewerber David Hirsch 2017 in der Stichwahl klar gegen Elke Christina Roeder verloren. „Die Intensität und Qualität unseres Wahlkampfes werden 2022 modern und effizient sein, wir werden analog und digital werben.“

Der Norderstedter CDU-Ortschef Thorsten Borchers begrüßt Penders Initiative. „Es freut mich, dass ein engagierter, junger Stadtvertreter seinen Hut in den Ring wirft.“ Er sei gespannt, wer da noch komme. „Wichtig ist, die Person herauszufinden, die den Wahlkreis am besten repräsentiert.“ Theoretisch kann sich jedes CDU-Mitglied für die Kandidatur bewerben, formal muss der Ortsverband aber keine Nominierung vornehmen. Gerüchteweise hat auch Borchers Interesse. „Ich habe keine offizielle Kandidatur bekannt gegeben“, sagt er, „wir sind aber auch noch ein wenig vor der Zeit.“ Die Entscheidung fällt erst auf einer Wahlkreismitgliederversammlung, die laut Borchers wohl im Mai 2021 stattfinden wird. Zuvor könnte es Vorstellungsrunden geben.

Katja Rathje-Hoffmann hat es vernommen, dass sie mit Patrick Pender einen Herausforderer bekommen hat. Die 57 Jahre alte Naherin, die selbst rund fünf Jahre Vorsitzende der CDU in Norderstedt war, ist in Kiel stellvertretende Fraktionsvorsitzende und sozialpolitische Sprecherin, dazu seit 2011 Vorsitzende der Landesfrauenunion. Ihr Wort hat einiges Gewicht bei der CDU im Land. Zu Penders Vorwurf, sie sei zu wenig vor Ort, wollte sie sich nicht äußern. Sie betont: „Ich arbeite für meinen Wahlkreis. Wir befinden uns in der Pandemie, in einer Krise. Es geht darum, Leuten zu helfen, die in Not geraten sind.“ Darauf liege ihr Fokus. Eine Entscheidung, ob sie selbst ebenfalls wieder kandidiert, will sie „zu gegebener Zeit“ verkünden. „Die politische Arbeit macht mir viel Spaß – wir erreichen viel.“