Norderstedt

Mehr Fachgeschäfte, mehr Niveau, mehr Bio

Thomas Krause ist seit 2017 der Centermanager im Herold-Center.

Thomas Krause ist seit 2017 der Centermanager im Herold-Center.

Foto: HA

Was die Leser des Hamburger Abendblattes in ihrem Norderstedter Herold-Center vermissen – eintönige Kettenfilialen auf jeden Fall nicht.

Norderstedt.  Was muss sich im Herold-Center ändern? Was fehlt im Angebot? Das sagen unsere Leser:


Sigrid Anger, Norderstedt: Der Branchenmix stimmt nicht mehr. Viele Fachgeschäfte wurden von den Kettenläden verdrängt, sicherlich bedingt durch Mietpreisprobleme. Es gibt mehrere Optiker und Geschäfte für Backwaren, dafür fehlen Fachgeschäfte für Schreibwaren, Wolle und Nähartikel, Haushaltswaren, Sportartikel, Damenmode ab 50, Kindermode und für Porzellan und Geschenkartikel. Um diese Dinge zu finden, muss man in die Hamburger Innenstadt oder ins AEZ fahren.


Wolfgang Lübke, Norderstedt: Die Zuversicht des Centermanagers Thomas Krause kann ich als langjähriger Besucher des Herold-Centers nicht teilen. Mir fehlen die kreativen Ideen des Centermanagements. Ich würde mir eine Markthalle mit vielen kulinarischen Angeboten, frischem Gemüse und einem reichhaltigen Fleischangebot wünschen, gerne auch in Bio-Qualität. Eine vielfältige Gastronomie – ähnlich Balducci im AEZ – und Cafés mit Außenbereich würden die Kauflust erhöhen.

Katrin Kipp, Norderstedt: Ich wünsche mir im Herold–Center einen Unverpackt-Laden, möglichst in Bio-Qualität!

Pierre Selle, Norderstedt: Die Mieten im Herold-Center müssten um die Hälfte reduziert werden. Denn nur so kommen auch mal interessante neue Läden ins Center. Was das Geld der neu Zugezogenen angeht, ist bei den aktuellen Miet- und Wohnungspreisen davon kaum etwas übrig, was für den Einkauf genutzt werden kann. Ich zahle aktuell 17,50 Kalt und wohne vier Gehminuten vom Center entfernt. Wäre meine Wohnung nicht so klein, könnte ich mir das Leben hier auch nicht mehr leisten.

Familie Marten, Norderstedt: Wir wünschen uns einen Bio-Supermarkt im Herold-Center – Denns oder sowas ähnliches.

Petra Criwitz, Tangstedt: Ich würde mir einen Bastel- oder Handarbeitsladen im Herold-Center wünschen.

Markus Liermann, Norderstedt: Ich bin mit dem Herold-Center sehr zufrieden. Ich vermisse dort eigentlich nichts. Der Verlust von Karstadt ist sehr schade.

Ute Hettler, Norderstedt: Das Angebot der Geschäfte ist den Einwohnern entsprechend wohl okay. Es gab schon vor Corona viel Wechsel in den Geschäften, was zum Teil sicher auch an den Verträgen mit der ECE liegt. Ich wohne hier seit fast 30 Jahren und bin oft im Herold-Center. Was man bis heute nicht auf die Reihe bekommen hat, ist, das defekte Dach zu reparieren. Bei Starkregen stehen dann Eimer an den jeweiligen Stellen, wo es tropft. Eine vernünftige Modernisierung gibt es nicht, in vielen anderen ECE-Centern geht das. Wieso hier nicht? Die Manager wechseln auch oft.

Margaret Golz, Norderstedt: Wichtig wäre im Herold-Center ein Sportgeschäft mit gutem Sortiment. Außerdem Kurzwaren, Stoffe, Bettwäsche, ein Schuhgeschäft mit gutem Sortiment (nicht nur die Billigversionen). Überhaupt sollten anspruchsvolle Läden —wie das früher der Fall war— ins Center geholt werden. Die Ketten hat man überall. Hier müsste sicher mal über die Miete nachgedacht werden.

Helga Thiel, Norderstedt: Wenn Karstadt nicht mehr da ist, werde ich einen Laden vermissen, in dem ich Haushaltswaren kaufen kann, ebenso fehlt dann ein Laden mit Bettwäsche, Handtüchern und Tischwäsche. Ein gut sortierter Strumpfladen fehlt dann auch.

Louise Antoni, Norderstedt: Ich werde die Stoff- und Kurzwarenabteilung von Karstadt vermissen. Wo bleibt ein umfassendes Angebot für Damen- und Herrenwäsche, Strümpfe, Mützen, Schals und Handschuhen, Bademoden, Haushaltswaren? Auch ein Geschäft für Lampen oder eine Galerie sucht man vergebens. Zur Vielfalt könnte auch ein Bio- Lebensmittelhändler beitragen. Einen Laden für Kfz-Zubehör gab es auch schon mal – lang ist’s her. Was Norderstedt fehlt, ist ein attraktives Einkaufszentrum, das zum Bummeln einlädt. Leider verliert das Center zunehmend durch 1-Euro-Shops, Billiganbieter und vermehrten Leerstand.

Herbert Andresen, Norderstedt: Bei genauerem Hinsehen muss ein aufmerksamer Beobachter erkennen, dass die Corona-Krise nur beschleunigt hat, was Missmanagement bei Karstadt, aber auch im Center über Jahre eingeleitet hat. Das Center wurde mehr und mehr mit unattraktiven Monokulturen bewirtschaftet. Leider zum Nachteil engagierter Einzelhändler. Es ist ein schwieriger Spagat, aber es muss Geld in die Hand genommen werden, um Attraktivität und Kaufkraft nach Norderstedt zurückzuholen. Nicht die Schließung von McDonald’s macht uns einzigartig im Städtevergleich. Solange der U–Bahnhof Garstedt mit dem Anschluss in die Metropole Hamburg der attraktivste Ort im Center ist, laufen wir Gefahr, bald die einzige Stadt im Größenvergleich ohne Shopping Center in Deutschland zu werden.