Kreis Segeberg

Wie Lisa ihre Zukunftsangst hinter sich ließ

Lisa (22) mit Abschlusszeugnis und ihren Ausbilderinnen Renate Menski, Frauke Morgenroth, Anika Lubs und Susanne Schutz (v.l.)

Lisa (22) mit Abschlusszeugnis und ihren Ausbilderinnen Renate Menski, Frauke Morgenroth, Anika Lubs und Susanne Schutz (v.l.)

Foto: SOS Kinderdorf Harksheide

Eine Chance für orientierungslose Jugendliche: Die Hauswirtschaftsausbildung im SOS Kinderdorf Harksheide in Norderstedt.

Norderstedt.  Lisa (22) hat auf die Frage was sie mit ihrem langen Arbeitsleben anfangen soll, irgendwie keine Antwort gefunden. „Am Anfang dachte ich: Ausbildung? was denn überhaupt? Und hab’ ich überhaupt Bock drauf?“ Auf den anderen Seite war ihr schon klar, dass sie schleunigst eine Antwort finden musste. „Wenn Du Kohle verdienen willst, brauchst Du einen guten Job. Und wenn Du einen guten Job willst, brauchst Du eine Ausbildung!“ Die Rettung war es für Lisa, dass sie von der Möglichkeit erfuhr, im SOS Kinderdorf Harksheide in Norderstedt eine Ausbildung zumachen.

„Wir bilden junge Menschen aus, die nicht mehr damit gerechnet haben, den Weg in den normalen Arbeitsmarkt zu finden“ sagt Frauke Morgenroth, Sozialpädagogin in der hauswirtschaftlichen Ausbildung des SOS-Kinderdorfs Harksheide. Die Aufgabe ist nicht einfach und verlangt immer wieder nach neuen Ideen. „Unser Problem ist, dass diejenigen, denen wir eine Chance bieten können, oft nicht von uns wissen“.

Damit sich das ändert, hat man nun mit der Unterstützung der Norderstedter Produktionsfirma Funkelfilm einen unterhaltsamen kleinen Film gedreht, der die Ausbildung in aller Kürze darstellt und der jetzt auf YouTube veröffentlicht wurde. Und die Hauptdarstellerin ist – Lisa, die jetzt also nicht mehr nur eine Ausbildung hat, sondern auch noch Filmstar ist. Ihre Ausbildung zur Fachpraktikerin Hauswirtschaft in Harksheide hat sie kurz nach dem Ende der Dreharbeiten erfolgreich beendet und sie verdient mittlerweile ihr eigenes Geld.

„Der Film sollte authentisch sein“, sagt Morgenroth. Das, was man im Video sehe, erlebe man auch in der Ausbildung. „Inklusive der guten Stimmung, die im Film rüberkommt“. Denn wer in der Schule oder der Arbeitswelt schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht habe, schaue mit wenig Zuversicht in seine Zukunft. Das macht die Entscheidung, welcher Beruf für einen der richtige ist, noch schwerer. Manchmal wird das sogar zu kompliziert bis unmöglich. „Aber gerade diesen jungen Menschen wollen wir zeigen, dass es einen Weg gibt, der nicht nur Erfolg verspricht, sondern sogar noch Spaß macht“, sagt Morgenroth.

Beispiel Lisa: Sie hat in ihrer Ausbildung gemeinsam mit ihrer Ausbilderin verschiedene Dienstleistungs- und Aufgabenfelder bearbeitet. Sie erwarb Kenntnisse in der Nahrungszubereitung, in der Wäschepflege und in der Haus- und Materialreinigung. Servicetätigkeiten während der Mittagszeit gehörten ebenfalls zu ihren Aufgaben. Während der Ausbildung besuchte Lisa auch die Berufsschule. Zusätzlich erhielt sie allerdings von den SOS-Ausbildern gezielten Förderunterricht. „Hier bekam ich wirklich die Unterstützung, die ich brauchte“, sagt Lisa. Gelernt wird einzeln oder in kleinen Gruppen und vor der alles entscheidenden Prüfung gab es intensive Unterstützung bei der Vorbereitung.

Die Sozialpädagogin des Dorfes bietet allen Azubis individuelle Beratung und Hilfe bei allen Problemen an. Gemeinsam wird an den Stärken der jungen Leute gearbeitet. Die Ausbildung dauert drei Jahre, ist auch in Teilzeit möglich. Nach dem erfolgreichen Ende hilft das SOS Kinderdorf Harksheide bei der Suche nach einem Job, zum Beispiel in Kindertagesstätten, Senioreneinrichtungen oder Krankenhäusern.

Damit möglichst viele von dieser Ausbildungschance erfahren und das Video von möglichst vielen Menschen gesehen wird, hat man es so leicht zugänglich wie möglich gemacht. Man findet es direkt auf der Webseite des Kinderdorfes (www.sos-kd-harksheide.de/ausbildung-hauswirtschaft) oder scannt mit seinem Smartphone einfach den QR-Code der Werbepostkarte, die jetzt in Norderstedt verteilt wird. „Das war die Idee unserer Auszubildenden, denn ein Smartphone hat ja fast jeder“ sagt Morgenroth. „Es macht einfach Spaß, den kurzen Film anzuschauen.“ Und wer sich angesprochen fühlt, für den kann es der Anfang vom Ende seiner Zukunftsangst sein.“

Wer Interesse an einer Ausbildung hat, meldet sich einfach unter 040/58 97 95 41 11.