Kreis Segeberg

Geldautomaten-Sprenger als Geisterfahrer auf A7 unterwegs

Ein Beamter der Kriminalpolizei am Tatort in Bad Bramstedt.

Ein Beamter der Kriminalpolizei am Tatort in Bad Bramstedt.

Foto: Daniel Friederichs

Automatensprengung in Bad Bramstedt: Beschuldigte sitzen nach Flucht über die Autobahn in Untersuchungshaft.

Bad Bramstedt.  Nach der Sprengung eines Geldautomaten der Commerzbank-Filiale in Bad Bramstedt hat das Amtsgericht Kiel auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kiel am Donnerstag Untersuchungshaft gegen die beiden Beschuldigten angeordnet. Der Haftbefehl gegen die 22 und 26 Jahre alten niederländischen Staatsangehörigen wird auf den Vorwurf des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion in Tateinheit mit schwerem Bandendiebstahl gestützt.

Den Beschuldigten werden darüber hinaus weitere schwere Straftaten vorgeworfen, die sie während der Flucht begangen haben sollen, indem sie eine Polizeisperre durchbrachen und auf der Flucht teilweise gegen die Fahrtrichtung auf der Autobahn 7 fuhren, wodurch sie Polizeibeamte und weitere Verkehrsteilnehmer stark gefährdet haben sollen.

,,Wenn man die Lichtbilder betrachtet, die vom Hubschrauber aus vom Fluchtfahrzeug gemacht wurden, liegt der Schluss nahe, dass die Täter mit einem Tötungsvorsatz handelten“, sagte Oberstaatsanwalt Michael Bimler dem Abendblatt. ,,Sie fuhren absichtlich auf der Autobahn entgegen der Fahrtrichtung. Menschenleben spielten für sie offenbar gar keine Rolle.“

Die Beschuldigten waren am Mittwoch in Henstedt-Ulzburg nach einer knapp einstündigen Verfolgungsjagd in Henstedt-Ulzburg festgenommen worden. Auf ihrer nächtlichen Flucht über die A7 durchbrachen sie nach Angaben einer Polizeisprecherin eine Polizeisperre auf der Segeberger Chausssee in Norderstedt und fuhren laut Staatsanwaltschaft bei Quickborn erneut auf die A7 in Fahrtrichtung Norden. Auf einem kleinen Autobahnrastplatz wendeten die Täter ihre hochmotorisierte Audi-Limousine und fuhren dann mit hoher Geschwindigkeit weiter als Geisterfahrer bis Henstedt-Ulzburg über die A7. Dort verließen sie die Autobahn und wurden schließlich im Gewerbegebiet nahe der Autobahn, das an den Rastplatz mit der Aral-Tankstelle an der Rudolf-Diesel-Straße angrenzt, festgenommen.

( JR )

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