Norderstedt

Dem Trinkwasser kann das Coronavirus nichts anhaben

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Frank Heckmann, Wassermeister der Stadtwerke Norderstedt, genießt ein Glas Norderstedter Trinkwasser.

Frank Heckmann, Wassermeister der Stadtwerke Norderstedt, genießt ein Glas Norderstedter Trinkwasser.

Foto: stadtwerke norderstedt

Blick hinter die Kulissen der Trinkwasserförderung in Norderstedt. Stadtwerke garantieren Versorgung von 35.000 Haushalten.

Norderstedt.  In der Coronakrisen kommen sicher geglaubte Selbstverständlichkeiten ins Wanken. Manche Bürger sorgen sich sogar um die Trinkwasserversorgung und melden sich bei den Norderstedter Stadtwerken. Ist das Wasser aus dem Hahn sicher? Daran kann es nach Auskunft der Stadtwerke keinen Zweifel geben.

Mit drei Wasserwerken sichert der städtische Versorger die Wasserzufuhr von etwa 35.000 angeschlossenen Haushalten. Aus den Rohren und Hähnen fließt täglich ausschließlich frisches Trinkwasser. Regelmäßige Kontrollen würden die gleichbleibend hohe Qualität des Norderstedter Trinkwassers bestätigen. Daran könne auch die Coronakrise nichts ändern. Um die Verarbeitung des Wassers in Norderstedt anschaulich zu machen, nützt ein Blick hinter die Kulissen der Wasserwerke.

Wasser muss mehrere Filtersysteme passieren

Aus dem Brunnen, durch den Filter und die Leitung direkt in den Wasserhahn – ganz so einfach ist es in der Praxis dann doch nicht. Aus bis zu 200 Metern Tiefe fördern die in den Wäldern rund um Norderstedt liegenden 16 Brunnen das Grundwasser in die drei Wasserwerke. Vorher ist das Regenwasser 30 bis 50 Jahre lang von der Oberfläche durch die Erdschichten gesickert.

Dabei wird es so gut gefiltert und mit Mineralien angereichert, dass es nicht nur bedenkenlos trinkbar, sondern auch sehr gesund ist. „Die Natur leistet hier so gute Arbeit, dass wir bei der Förderung darauf bedacht sind, das Rohwasser nicht zu verunreinigen“, erklärt Frank Heckmann. Er ist der Wassermeister der Stadtwerke Norderstedt. „Anschließend lassen wir es mehrere Filtersysteme passieren, in denen Schwebstoffe und Bestandteile wie Eisen, Mangan und Schwefel so eingestellt werden, dass das Trinkwasser erfrischend aussieht und schmeckt.“

Um die Versorgung der Norderstedter Haushalte mit Trinkwasser sicherzustellen, würden die Stadtwerke regelmäßig investieren. In dem 2014 neu gebauten Wasserwerk in Friedrichsgabe wurde gerade der Austausch der Filterinhalte abgeschlossen. Die Maßnahmen in Harksheide waren sogar noch deutlich umfangreicher. „Wir haben die Reinwasserbehälter erneuert und umgerüstet auf moderne Edelstahlbehälter. Diese zwei Millionen und mehr Liter fassenden Behälter sind wichtig, um den im Tagesverlauf schwankenden Bedarf zu puffern“, sagt Heckmann.

Wasserverbrauch ändert sich durch Coronakrise kaum

Geändert habe sich am Wasserverbrauch durch die Coronakrise nicht viel, aber zwei Dinge würden doch auffallen. Zum täglichen Spitzenverbrauch komme es immer noch am Morgen, wenn Norderstedt erwacht. An den Werktagen sei der nun aber etwas später als sonst. Außerdem sinke der Verbrauch am Abend weiter ab. „Wer im Homeoffice arbeitet, spart sich den Arbeitsweg und steht einfach später auf. Abends bleiben die Menschen auch zu Hause, denn Restaurants, Bars und Kneipen – allesamt Wasserverbraucher – haben geschlossen“, sagt Heckmann.

Allen, die den Wasserverbrauch reduziert oder eingestellt haben, gibt der Wasserexperte einen guten Tipp: Trinkwassernetze würden sich quasi selbstständig reinigen, weil das Wasser immer in Bewegung ist. Aber Restaurants oder Kaffeeküchen in Unternehmen, die zurzeit geschlossen sind, sollten alle drei bis sieben Tage ihre Leitungen spülen. Und zwar unabhängig voneinander die Kalt- und die Warmwasserleitungen.

Im Wasserwerk gilt: Business as usual. „Die Entnahme von Proben machen wir mit maximal zwei Personen. So haben wir keine Schwierigkeiten, die Abstandsregeln einzuhalten. Und solange uns die Seife nicht ausgeht, können wir uns die Hände waschen. Genug Wasser ist jedenfalls da“, sagt Heckmann.

( abm )

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