Norderstedter Chorgemeinschaft

Das Selbstvertrauen bei den Sängern ist wieder da

Seit Dieter Podszus (vorne rechts) bei der Chorgemeinschaft Alster-Nord den Ton angibt, haben die Sänger die Freude am Singen wiedergefunden.

Seit Dieter Podszus (vorne rechts) bei der Chorgemeinschaft Alster-Nord den Ton angibt, haben die Sänger die Freude am Singen wiedergefunden.

Foto: Heike Linde-Lembke

Der Musiker Dieter Podszus hat als neuer Dirigent der Chorgemeinschaft Alster-Nord ein kleines Wunder vollbracht.

Norderstedt.  „Seemann, deine Heimat ist das Meeer!“ klingt es tief und kraftvoll aus dem Awo-Haus am Buckhörner Moor. Wenn fast 40 Männer so richtig lossingen, bekommt auch Lolitas Evergreen eine neue Klang-Dimension. Vor gut einem Jahr zählte die Chorgemeinschaft Alster-Nord nur noch zwölf aktive Mitglieder und schien sich, wie vor ihm schon der Norderstedter Männerchor und weitere Chöre, aufzulösen. Mangels Stimmen.

Doch dann geschah ein kleines Wunder. Der Chor brauchte einen neuen Dirigenten, und der kitzelte wieder die Sangeslust aus den Männern heraus. Dieter Didij Podszus ist dieser Dirigent, Opernsänger, Gesangspädagoge und Kantor.

Sein satter Tenor füllt mühelos jeden Raum. Vor allem aber: Er versteht es, Sänger zu motivieren, mit Freude am Gesang alles aus der Stimme zu holen, was in ihr steckt. Und daran hat er sichtlich viel Vergnügen, denn die Augen des stattlichen Dirigenten funkeln geradezu, wenn seine Mannen so richtig loslegen.

„Wir erheben uns und singen eine Kadenz aus ,Die kleine Kneipe’“, sagt Dieter Podszus. Vorher Einsingen: „Omomom“. „Jetzt der zweite Tenor: „Omomom“. „Und dazu der erste Bass, dann der erste Tenor, ein leichtes mezzo, ein piano und jetzt – ein schööönes pianissimo“. Der Probenraum füllt sich mit einem vollen runden Klang,

Aber was hat dieser Mann, was andere Chorleiter nicht haben? „Dieter Podszus hat uns unser Selbstvertrauen und unsere Freude am Singen wiedergegeben, wir können wieder a cappella singen, und allein zu den Proben kommen 30 Mitglieder, das hatten wir sonst nie, wir wachsen über uns hinaus. Seit er bei uns ist, haben wir wieder Erfolg“, schwärmt Bernhard Drews, Vorsitzender der Chorgemeinschaft Alster-Nord. Beispielsweise die Chorreise nach Dresden im November: „In der Frauenkirche zu singen, war ein tolles Erlebnis.“

Podszus stand in mehr als 50 Hauptrollen auf der Bühne

„Man kann mit ihm reden, er bringt uns die Freude am Singen zurück“, sagt Jens Beecken, Zweiter Vorsitzender. Zehn Jahre war er schon einmal Mitglied in dem Gesangverein, dann wechselte er zum Kisdorfer Chor. „Im Herbst verrieten mir die Sänger von der Chorgemeinschaft Alster-Nord, sie hätten einen neuen Chorleiter. Und als ich hörte, das ist Dieter Podszus, bin ich sofort wiedergekommen“, sagt der 78-Jährige.

„Dieter Podszus ist eine Bereicherung für uns und Norderstedt“, sagt Heino Steffens. Als der Chor immer mehr schrumpfte, stieg er aus: „Biertrinken kann ich auch zu Hause.“ Doch gleich bei der ersten Chorprobe mit dem neuen Dirigenten habe er sich wieder wohlgefühlt. „Ich darf sogar wieder Koloraturen singen“, freut sich der 82-Jährige.

„Die Chorgemeinschaft Alster Nord ist auf einem sehr guten Weg zu einem sehr guten Chor“, sagt Dieter Podszus. Der 71-Jährige wohnt in Klein Gladdebrügge und ist an Theatern von Kiel über Berlin bis Augsburg aufgetreten. Außerdem ist er Kantor der Jüdischen Gemeinde Bad Segeberg. Nach Hamburg kam er, als das Berliner Metropoltheater von René Kollo in die Pleite ging und er als 50-jähriger Künstler plötzlich ohne Engagement dastand. „Ich bewarb mich als Dozent an der Sängerakademie Hamburg, und das hat geklappt“, sagt Podszus. Gespielt und gesungen hat er auf vielen deutschsprachigen Bühnen in mehr als 50 Hauptrollen in Operetten und Opern.

Wer bei der Chorgemeinschaft mitsingen möchte, wendet sich an bernhard_drews@web.de per E-Mail.