Norderstedt
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Lesung – Merhawi Fsehayes Flucht in die Freiheit

Merhawi Fsehaye floh aus Eritrea nach Deutschland.

Merhawi Fsehaye floh aus Eritrea nach Deutschland.

Foto: Stadtbücherei

Der junge Mann aus Eritrea verließ mit 15 Jahren sein Elternhaus. Nun liest in der Bücherei aus seinem Buch über seinen Leidensweg.

Norderstedt.  Alte Heimat – Neue Heimat: In dieser Veranstaltungsreihe gab die Stadtbücherei den Geflüchteten seit 2016 eine Stimme in Vorträgen und Lesungen. Nun findet sie ihren Schlusspunkt mit einem deutsch-eritreischen Gemeinschaftsprojekt.

Der junge Autor Merhawi Fsehaye wird seine Geschichte über seinen Weg in die Freiheit vorstellen.

Merhawis Geschichte beginnt, unmittelbar nachdem er als 15-Jähriger aus Eritrea geflohen ist. Sein Weg führt ihn zuerst in den Sudan, wo er erstmals erlebt, was religiöser Hass ist. Während der Fahrt durch die Wüste erfährt er, was es heißt, unberechenbaren Schleppern hilflos ausgeliefert zu sein. Er überlebt knapp mehrere Lager und Gefängnisse in Libyen, wo seine Existenz allein von den Geldzahlungen seiner Familie abhängt.

Die Fahrt über das Mittelmeer in einem völlig überfüllten Holzboot endet mit der Rettung durch die italienische Marine. Durch Italien und über Österreich erreicht er schließlich Deutschland. Doch auch dort dauert es noch eine Weile, bis er wirklich angekommen ist, und so sind die ersten Stationen seines neuen Lebens in Deutschland auch Teil seines Wegs in die Freiheit.

Merhawi kommt als zweites Kind einer siebenköpfigen Familie in Eritrea zur Welt. Sein Vater ist beim Militär und seine Mutter führt zuhause unter Mithilfe der Kinder Betrieb und Landwirtschaft. Merhawi ging bis zur achten Klasse zur Schule, durfte diese aber nach einem wegen der Arbeit im elterlichen Betrieb verpassten Anmeldetermins nicht weiter besuchen. Um nicht zum Militärdienst eingezogen zu werden, verließ er mit 15 Jahren heimlich und ohne Absprache mit der Familie sein Elternhaus und floh aus seinem Heimatland Eritrea.

Co-Autorin Ulla Grün bot den Rahmen für die Aufarbeitung von Merhawis Fluchtgeschichte, hörte zu, fragte nach und schrieb auf. Merhawi lernte Ulla als Vormund eines seiner Mitbewohner in einem Heim für minderjährige Geflüchtete kennen und bat sie später um Hilfe beim Verfassen seines Buches.

Die Veranstaltung mit Merhawi Fsehaye und der Co-Autorin Ulla Grün in Norderstedt ist eine Kooperation von Stadtbücherei, Diakonie und Willkommen-Team Norderstedt.

Lesung mit Merhawi Fsehaye und Ulla Grün in der Reihe „Alte Heimat – Neue Heimat“, Fr, 14.2, 18.00, Hauptbücherei Norderstedt-Mitte, Rathausallee 50, der Eintritt ist frei.