Norderstedt
Tangstedt

Neujahrsempfang – Ernährungstipps von Karl Lauterbach

Tangstedts SPD-Vorsitzender Johannes Kahlke (r.) konnte Bürgermeister Jürgen Lamp (l.) und Gastredner Karl Lauterbach  begrüßen.

Tangstedts SPD-Vorsitzender Johannes Kahlke (r.) konnte Bürgermeister Jürgen Lamp (l.) und Gastredner Karl Lauterbach begrüßen.

Foto: Burkhard Fuchs

Der verbraucherpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion war Gastredner beim Neujahrsempfang der Sozialdemokraten in Tangstedt.

Tangstedt.  Kayhude, Berlin, Tangstedt, Köln. Das waren die Stationen des SPD-Bundestagsabgeordneten Karl Lauternach am Wochenende. Und sie zeigen, dass der verbraucherpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion ein gefragter Mann ist. „Ich komme gerne nach Schleswig-Holstein“, sagte Lauterbach. Noch lieber wäre er als der neue Bundesvorsitzende seiner Partei zum Neujahrsempfang der örtlichen SPD gekommen, sagte Lauterbach am Sonntag im Tangstedter Rathaus, der einen Tag zuvor auch Gastredner beim SPD-Kreisverband in Kayhude war. Zusammen mit der Bundestagsabgeordneten aus Stormarn-Süd, Nina Scheer, hatte der Mediziner für das Amt des Parteichefs kandidiert. Sie landeten bei der Mitgliederbefragung auf Rang vier.

„Wir hätten die SPD ökologischer ausgerichtet“, sagte Lauterbach vor den etwa 100 Gästen. Sie hätten das Land zu einem Zentrum für Wasserstofftechnologie gemacht und die Wirtschaftspolitik klimafreundlicher ausgerichtet, so der Politiker, der ohne seine berühmte Fliege am Hemdkragen gekommen war.

Die jungen Leute, die sich genauso wie seine Tochter in der „Friday for Future“-Bewegung für den Klimaschutz engagierten, hätten recht mit ihrem Protest. Die globale Erwärmung sei viel dramatischer, als lange angenommen wurde. So würde der Meeresspiegel fünf- bis zehnmal so schnell steigen, als es die alten Klimamodelle von vor 20 Jahren noch prophezeiten. „Darum ist auch die Wissenschaft heute in einer solchen Alarmstimmung“, sagte Lauterbach.

Noch mehr Angst habe er davor, dass die demokratischen Systeme im Zuge einer weltweiten Flüchtlingswelle versagten, indem die einzige Klimaschutzpolitik darin bestünde, „bewaffneten Grenzschutz gegen Klimaflüchtlinge aus Afrika zu betreiben“, so Lauterbach.

Der Arzt, der sich jahrzehntelang wissenschaftlich mit der vorbeugenden Medizin bei chronischen Krankheiten beschäftigt hat, brachte aber auch positive Nachrichten mit nach Tangstedt. So könnten wir alle gesünder leben und uns vor schweren Krankheiten schützen, wenn wir uns mehr bewegten und gesünder ernährten, indem wir weniger Fleisch, aber mehr Obst und Gemüse äßen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen ließen sich damit zu 90 Prozent, Krebs zu 40 Prozent und Altersdemenz zu 30 Prozent vermeiden, sagte der Wissenschaftspolitiker. „Dafür reicht ausgewogene, gesunde Ernährung und sich drei- bis viermal in der Woche für eine halbe Stunde zu bewegen.“

Tangstedts Bürgermeister Jürgen Lamp, der selbst der CDU angehört, griff Lauterbachs politischen Werdegang auf, der ihn bis Mitte der 1990er-Jahre zunächst in die CDU gebracht hatte, bevor er Gerhard Schröder im Wahlkampf für die SPD in gesundheitspolitischen Themen beriet. „Das ist mir sehr sympathisch. Da haben Sie ja die richtigen politischen Grundlagen erfahren“, sagte Bürgermeister Lamp und musste selbst schmunzeln.

Einig waren sich beide darin, dass das politische Ehrenamt enorm wichtig für die demokratische Gesellschaft gerade auch in den kleineren Kommunen sei. Bis zu 100 Sitzungen hätten die Tangstedter Kommunalpolitiker 2019 für die Gemeinschaft aufgebracht, lobte der Bürgermeister.