Henstedt-Ulzburg

Zwei weitere Kandidaten für die Bürgermeisterwahl

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Christopher Herbst
Valentin Deck (42) arbeitet beim Landesamt für Archäologie. Er will sich unter anderem für Wohnungsbau einsetzen und für die Belange von jungen Menschen.

Valentin Deck (42) arbeitet beim Landesamt für Archäologie. Er will sich unter anderem für Wohnungsbau einsetzen und für die Belange von jungen Menschen.

Foto: Christopher Herbst

Valentin Deck und Sascha Klupp treten am 1. März mit Unterstützern als parteilose Kandidaten in Henstedt-Ulzburg an.

Henstedt-Ulzburg. Es ist fast sechs Jahre her, dass am 25. März 2014 Stefan Bauer, ein wenige Monate zuvor politisch unbekannter Mann, überraschend die Bürgermeisterwahl in Henstedt-Ulzburg für sich entschied. Nun, im Frühjahr 2020, könnte sich Geschichte wiederholen. Denn gleich zwei Bewerber wollen Bauer, der bekanntlich nicht wieder antritt, als parteilosen, unabhängigen Verwaltungschef beerben.

Wer ist Valentin Deck?

Einer ist Valentin Deck. „Man muss etwas tun, wenn man etwas verändern will“, sagt er. Der 42 Jahre alte gebürtige Hamburger lebt seit 1989 in der Gemeinde, ist Henstedter, hat drei Töchter (20, 18, 12). Nach einer Lehre zum Kfz-Mechaniker war er vier Jahre bei der Bundeswehr, dann Finanzdienstleister, Lagerleiter und stellvertretender Geschäftsführer eines Bauunternehmens. Heute ist er beim Landesamt für Archäologie tätig. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Zuletzt hatten wir Grabungsarbeiten in Ascheberg, dort wurde ein Gräberfeld aus der Jungsteinzeit und Bronzezeit dokumentiert.“

Seine Agenda: Die Unzufriedenheit im Ort bekämpfen

Doch nun möchte er sich aktiv im Ort einbringen. Nicht zuletzt über seine Kinder hat er mitbekommen, wie unzufrieden die junge Generation ist. „Es gibt wenig Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Die Jugendzentren sind nicht groß genug, der Skaterpark nicht optimal gelegen.“

Er selbst war Fußballer beim FC Union Ulzburg, dem MTV Henstedt und dem SC Kisdorf, trainierte später eine Mädchenmannschaft beim SV Henstedt-Ulzburg. „Wenn man 30 Jahre hier lebt, kennt man viele Leute. Es herrscht Unzufriedenheit im Ort. Und weil ich ein sozialer Mensch bin, der Herausforderungen liebt, versuche ich es.“ 162 Unterschriften – 155 waren mindestens nötig – von Wahlberechtigten hat er am 3. Januar eingereicht, alles war korrekt.

Deck will als neutraler Anwärter („Ich bin ein Mensch der Mitte“) punkten. Ein Thema, das ihn umtreibt, ist der Verkehr. Da müsse mehr mit den Nachbarkommunen geredet werden. Und es fehle bezahlbarer Wohnraum. „Gerade junge Familien haben es schwer."

Mit welchem Thema zieht Klupp in den Wahlkampf?

Sascha Klupp ist vielen Rhenern ein Begriff. Dem 51-Jährigen gehört das Optikergeschäft am Marktplatz. „Dort hört man viele Belange der Rhener, die sich ein bisschen vernachlässigt fühlen. In der Gemeinde muss dringend über ein neues Verkehrskonzept, ein flexibleres System, nachgedacht werden. Auch der Fluglärm ist ein Riesenproblem.“

Vermittler in Verkehrsfragen

Der Familienvater von zwei Söhnen (11, 7) kam mit seinen Eltern im Kindesalter nach Hamburg, betrieb Optikergeschäfte in Kaltenkirchen, Bad Bramstedt und Kellinghusen, arbeitete dann im Vertrieb eines Dentalherstellers – und kehrte 2017 in seinen alten Beruf zurück. „Es ist an der Zeit, Verantwortung zu übernehmen. Ein Bürgermeister muss parteilos sein, um eine vermittelnde Rolle einzunehmen. Ich bin politisch interessiert, es gibt aus allen Richtungen vernünftige Ansätze, es gibt grüne und wirtschaftliche Belange, die man unter einen Hut bringen muss.“

Bei Gewerbeansiedlungen müsse auf „maximale Erträge“ gesetzt werden. Die Rewe-Ansiedlung sieht er kritisch, weil das Unternehmen seinen Firmensitz eben nicht in Henstedt-Ulzburg habe. Und er outet sich als Freund des kommunalen Wohnungsbaus. „Das wäre angesichts der Preisentwicklung gar nicht verkehrt.“

Ingesamt vier Bürgermeister-Kandidaten

Schon im letzten Sommer habe er über eine Kandidatur nachgedacht, als es Gerüchte gab, dass Stefan Bauer ohne Herausforderer bliebe. Heute ist die Konstellation eine andere, mit der SPD-Kandidatin Ulrike Schmidt und dem von CDU, BfB und FDP nominierten Holger Diehr gibt es zwei weitere Bewerber. Klupp schloss seine Unterschriftensammlung am 5. Januar ab, er kam auf 178 Signaturen „von Menschen, die ich kenne, aus dem gesamten Gemeindegebiet“. Am morgigen Freitag (15 Uhr, Rathaus, R. 1.22) treffen alle Kandidaten im Wahlausschuss erstmals aufeinander.

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