Norderstedt
Ausstellung

„Begegnungen“ in Norderstedts Rathaus-Galerie

Sabine Larek verdichtete die Sujets in ihren Acryl-Bildern „Stadterkundung“ und „Familie“ zu wahren Traumbildern.

Sabine Larek verdichtete die Sujets in ihren Acryl-Bildern „Stadterkundung“ und „Familie“ zu wahren Traumbildern.

Foto: Heike Linde-Lembke

Der Kunstkreis Norderstedt zeigt in seiner Mitgliederausstellung 55 Bilder und sieben Skulpturen. Die Schau ist bis zum 3. November zu sehen.

Norderstedt.  Mit „Begegnungen“ wählte der Kunstkreis Norderstedt für seine diesjährige Mitgliederausstellung ein dehnbares Motto. Umso mehr verwundert es, dass sich einige der 55 Bilder und sieben Skulpturen diesem Thema kaum zuordnen lassen, aber trotzdem in die Mitgliederschau gekommen sind. Es sei denn, man zieht die Begegnung zwischen Betrachter und Bild ins Thema. Was allerdings die Titelgebung überflüssig machen würde. Auch berühmten Bildern nachempfundene Malereien – beispielsweise „Der Wanderer über dem Nebenmeer“ von Caspar David Friedrich – sollten ausjuriert werden. Dann wäre auch mehr Raum für eine gute Wirkung der anderen Sujets gewesen.

Sabine Larek beispielsweise gelangen mit „Stadterkundung“ und „Familie“ zwei sensibel erfasste Motive. Mit schemenhaften Figuren erzielte sie eine Art Traumbild. Renate Fürst zeigt in „Begegnungen“ ebenfalls diffus dargestellte, von Hieroglyphen umrankte Figuren, die aus einer fernen Vergangenheit Kontakt zum Diesseits aufnehmen. Unterirdisch geht’s bei Cornelia Diegmann zu, deren Menschen auf Kontaktsuche durch die Gänge des Untergrunds einer Stadt flanieren.

Lustig wird es mit Herbert Grablers Installation „Mikado“ aus Bunt-, Blei- und Filzstiften, Füllfederhaltern und Pinseln, die sich in einem Knäuel begegnen. Dunkel und trist hingegen Waltraut Wattys „Abschied“, während Kirsi Zühlke feine Aquarelle zeigt.

Ein rührende Geschichte erzählt Friedrich Schmidt in seiner Kaltnadelradierung mit dem Titel „Zweites Zuhause“, eine Szene vom Glashütter Markt, in der sich Frau Becker und Herr Brandt mit seinen zwei Hunden jeden Tag vor dem Café treffen. Die Hunde sind Vater und Sohn, der Vater ist jedoch inzwischen gestorben. „Ich habe ihn aber auf dem Bild noch einmal verewigt“, sagt Friedrich Schmidt.