Kreis Segeberg

Bauland in der Region ist so teuer wie noch nie

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Ein Schild mit der Aufschrift "zu verkaufen - Baugrundstücke" steht auf einem Grundstück (Symbolbild).

Ein Schild mit der Aufschrift "zu verkaufen - Baugrundstücke" steht auf einem Grundstück (Symbolbild).

Foto: Patrick Pleul / picture alliance / Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Gutachter stellen deutlichen Preisanstieg in den Städten und Gemeinden des Kreises Segeberg fest. Höchste Steigerung gab es in Henstedt-Ulzburg.

Kreis Segeberg.  Bauen im Kreis Segeberg ist erneut teurer geworden. Die Quadratmeterpreise für Bauland sind in den vergangenen zwei Jahren gestiegen – teilweise sogar erheblich. Am teuersten wohnt man im Kreis Segeberg in den Städten und den angrenzenden Gemeinden. Hier sind die Bodenwerte stärker gestiegen als im ländlichen Bereich. Während in den vergangenen Jahren die Stadt Norderstedt Spitzenreiter bei der prozentualen Steigerung der Preise für Einfamilien- und Doppelhausbebauung war, ist es nun die Gemeinde Henstedt-Ulzburg. Dort stieg der Quadratmeterpreis um bis zu 50 Prozent auf 300 Euro.

Norderstedt verzeichnete zwar die geringste prozentuale Steigerung mit bis zu 13 Prozent, aber der Bodenrichtwert liegt hier mit bis zu 420 Euro am höchsten. Der günstigste Grund und Boden in einer Stadt ist für 150 Euro pro Quadratmeter in Bad Segeberg zu haben. Im östlichen sowie im nordwestlichen Kreisgebiet sind die Preise im ländlichen Bereich stabil geblieben, in einigen Orten sogar zurückgegangen.

982 Kaufverträge wurde für den Report ausgewertet

Die Arbeitsgruppe „Bodenrichtwerte“ des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Kreis Segeberg hat die neuen Bodenrichtwerte vorgestellt. „Sie sollen eine Hilfestellung für alle sein, die wissen wollen, was Grundstücke wert sind oder nach Bauland Ausschau halten“, sagt Sabrina Müller, Sprecherin der Kreisverwaltung. Die Bodenrichtwerte sind darüber hinaus für Banken und Sachverständige wichtig, die Bewertungen vornehmen.

Das Gremium, das unabhängig arbeitet, bezieht seine Daten aus echten Verkäufen. „Das bedeutet, dass der Ausschuss nicht für die Regulierung der Preise zuständig ist, sondern vielmehr Richtwerte ermittelt, um eine Datengrundlage zu haben“, sagte die Sprecherin. Für die Markttransparenz seien diese Werte sehr wichtig – vor allem in Zeiten steigender Grundstückspreise. Die Bodenrichtwerte werden entsprechend der gesetzlichen Vorgaben im Zwei-Jahres-Rhythmus für baureifes, erschlossenes, unbebautes Land bekanntgegeben.

Im Bewertungszeitraum 2017 bis 2018 sind bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses 1030 Kaufverträge für unbebaute Grundstücke eingegangen. Davon waren 982 für eine Auswertung geeignet

Auffällig ist, dass in vielen Städten und Gemeinden über viele Jahre hinweg nahezu keine Reihenhäuser und Geschosswohnungen verkauft worden sind. Auch in diesen Fällen hat der Gutachterausschuss die Bodenrichtwerte unter Berücksichtigung der allgemeinen Preisentwicklung angepasst.

Die Kreisverwaltung hat auszugsweise einige Bodenrichtwerte für den individuellen Wohnungsbau, das heißt für Einfamilien- oder Doppelhausbebauung, bezogen auf eine Grundstücksgröße von 600 Quadratmetern veröffentlicht. Die Steigerungen sind in allen Orten erheblich. Lag in Bad Segeberg 2016 der Quadratmeterpreis noch bei 115 bis 160 Euro, so waren es 2018 150 bis 220. In Bad Bramstedt lagen die Zahlen bei 140 bis 190 und zwei Jahre später bei 175 bis 200. Kaltenkirchen verzeichnete einen Anstieg von 200 bis 210 auf 265, in Henstedt-Ulzburg von 200 bis 250 auf 300. Spitzenreiter Norderstedt liegt bei 300 bis 420 Euro nach 265 bis 375 vor mehr als zwei Jahren.

Die Bodenrichtwerte von Einfamilienhäusern beziehen sich für das gesamte Kreisgebiet einheitlich auf eine Grundstücksgröße von 600 Quadratmetern, um die Vergleichbarkeit zu ermöglichen. Zudem lassen sich die Bodenrichtwerte auch mit denen in den Kreisen Herzogtum Lauenburg, Pinneberg und Stormarn ohne Umrechnungsfaktoren vergleichen.

Die komplette Bodenrichtwertübersicht kann bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses in der Außenstelle der Kreisverwaltung Segeberg, Jaguarring 16, in Bad Segeberg während der Dienstzeiten sowie im Internetunter www.segeberg.de eingesehen werden. Telefonische Auskünfte gibt es unter 04551 951-526 und -582. Schriftliche Bodenrichtwertauskünfte und die Abgabe von Bodenrichtwertübersichten sind gebührenpflichtig.

In Henstedt-Ulzburg gibt es kaum freie Grundstücke

Dass Henstedt-Ulzburg die größten Preissprünge verzeichnet, überrascht Thomas Bensow, Filialleiter des Immobilienunternehmens Trepte, nicht. Er kennt die Misere auf dem Grundstücksmarkt: In Henstedt-Ulzburg sind die Grundstückspreise hoch, aber die Interessenten stehen trotzdem immer noch Schlange. Das Problem: „Es gibt eigentlich nur wenige freie Grundstücke in Henstedt-Ulzburg; deshalb könnten wir auch Bauplätze auf Verkehrsinseln verkaufen“. Nach seinen Erfahrungen sind Kaufinteressenten bereit, auch hohe und höchste Preise zu zahlen. Zähneknirschend zwar, aber angesichts der niedrige Zinsen doch bereitwillig. „Wer jetzt bauen will, der tut es auch, egal, welcher Preis für ein Grundstück verlangt wird“, sagt Bensow.

Quadratmeterpreise von bis zu 300 Euro, vor einigen Jahren noch völlig undenkbar, liegen für viele heute noch im Bereich des Machbaren, hat der Immobilienmakler festgestellt. „Um die wenigen Grundstücke, die es in Henstedt-Ulzburg noch gibt, wird heftig gestritten“, sagt Thomas Bensow.

Eine Übersicht über die Preise für Bauland der Kommunen im Kreis Segeberg finden Sie in Ihrer Abendblatt-Regionalausgabe Norderstedt.

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