Norderstedt
Bimöhlen/Eutin

Rallye-Fahrer unterstützen Dani aus Bimöhlen

Frank Linse (Mitte) und seine Frau Iris (2. v. l.) haben einen Einkaufsgutschein über 4950 Euro an die Freundinen der verwitweten Sechsfachmutter aus Bimöhlen überreicht.

Frank Linse (Mitte) und seine Frau Iris (2. v. l.) haben einen Einkaufsgutschein über 4950 Euro an die Freundinen der verwitweten Sechsfachmutter aus Bimöhlen überreicht.

Foto: Heike Hiltrop

Die „Travel-Kekse“ aus Ostholstein sammeln bei Spendenfahrt durch Osteuropa 4950 Euro für die Witwe und Mutter von sechs Kindern.

Bimöhlen/Eutin „Als wir vom Schicksal der jungen Frau erfahren haben, stand sofort fest, dass wir helfen wollen“, erinnert sich der Arzt aus Eutin an die Berichte über den tragischen Unfalltod des jungen Familienvaters Dustin Strodthoff aus Bimöhlen. Das war zur Jahreswende. Dustin Strodthoff wurde nur 30 Jahre alt. Er hinterließ seine mit Zwillingen schwangere Frau und vier Söhne im Alter von zwei, sechs, elf und 14 Jahren ohne großen finanziellen Hintergrund.

Engagiert traten die Freundinnen der Witwe eine Lawine der Unterstützung los. Eine von ihnen ist Julia Schmidt. „Wir dachten, dass wir vielleicht so das Geld für die Beerdigung zusammenbekommen, doch dann wurde es jeden Tag mehr.“ Der „Hilfe für Dani“ schlossen sich die Ortsfeuerwehr, das Deutsche Rote Kreuz, Sportvereine, Unternehmer und Hunderte Menschen im ganzen Norden an – auch die „Travel-Kekse“.

Witwe kann mit Kindern im gewohnten Umfeld bleiben

Den beiden Mädchen, die Danielle Strodthoff im Mai zur Welt gebracht hat, geht es gut. „Die sind ganz schön proper“, erzählt Ina Jargstorf beim Treffen in Bimöhlen. „Die Jungs verarbeiten den Tod ihres Vaters ganz gut, aber Dani hat das alles noch gar nicht richtig realisiert.“ Janin Feger hält den Einkaufsgutschein für einen Onlinehändler im Wert von 4950 Euro in der Hand, den die „Travel-Kekse“ übergeben haben. „Diese große Hilfsbereitschaft ist für uns noch immer unbegreiflich.“ Die Freundinnen, alle selbst Frauen und Mütter, die im Job als Altenpflegerinnen, Krankenschwester und in anderen Aufgaben ihre Frau stehen und die für einander einstehen, sind sich sicher: Die Hilfe der vielen Menschen habe dafür gesorgt, dass die junge Witwe und ihre Kinder ihr Zuhause und damit ihr gewohntes Umfeld behalten können. „Dass ihnen nicht völlig der Boden unter den Füßen weggerissen wird.“

Das Hilfsprojekt, an das sie im Nachhinein sehr blauäugig herangegangen seien, hat die Freundinnen vielleicht sogar noch enger zusammengeschweißt. Bei den Teilnehmern der Rallye lief es nicht ganz so glatt. „In Stresssituationen zeigen sich die unterschiedlichen Charaktere, und man stellt fest, dass es vielleicht doch nicht so gut passt wie gedacht“, fasst es Frank Linse zusammen. Darum habe man sich irgendwann von zwei Leuten getrennt und sei eigene Wege gefahren. „Dafür hat sich uns ein anderes Paar angeschlossen, das alleine unterwegs war.“

Keine zweite BSC-Teilnahme der Travel-Kekse

Zur großen Herausforderung sei die BSC-Tour vor allem in Russland mit stundenlangen Kontrollen und unwegsamen Straßen geworden: „Alles wurde auseinander und genau unter die Lupe genommen.“ Zum Navi-, GPS- und Autobahnverbot gab es Schotterpisten statt richtiger Straßen und viel anstrengende Fahrerei bei knapper Zeit: „Das Auto hat durchgehalten, und es gab viele Erlebnisse. Aber noch einmal würden wir das wohl nicht machen“, resümieren Frank und Iris Linse. „Aber es gibt eine Rallye durch England, die klingt interessant . . .“

Die „Hilfe für Dani“ war ein großer Erfolg

Am Schicksal von Danielle Strodthoff haben viele Menschen weit über Segeberg hinaus Anteil genommen. Trotz der schwierigen Situation gibt es nun eine positive Nachricht zu vermelden: Am 10. Mai hat die 33-Jährige aus Bimöhlen gesunde Zwillinge zur Welt gebracht: Tianna und Hayley. Tianna brachte bei der Geburt 2490 Gramm auf die Waage bei 47 Zentimetern Größe. Ihre Schwester maß 48 Zentimeter bei einem Gewicht von 2580 Gramm. Der nun sechsfachen Mutter und den beiden Mädchen geht es gut, teilen die Freunde weiter mit.Zum Hintergrund: Dustin Strodthoff war am frühen 30. Dezember auf einer Landstraße bei Hagen mit seinem Kleinbus aus ungeklärten Umständen verunglückt. Der Tiefbauer verstarb am 4. Januar in einer Hamburger Klinik. Die Tragödie wurde schnell bekannt, und der Freundeskreis der jungen Familie unterstützte Danielle nicht nur im Alltag, sondern startete umgehend eine Hilfsaktion, damit der Witwe auch finanziell geholfen werden konnte. Aus ganz Norddeutschland kamen Spenden, das Hamburger Abendblatt hat darüber mehrfach berichtet. Auf einem Konto gingen insgesamt rund 100.000 Euro ein, zudem gab es zahlreiche Sachspenden, etwa Kinderkleidung und Spielzeug. Sportvereine organisierten dazu Benefizturniere. hil/che