Norderstedt
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Offener Streit in der SPD: Vorsitzende weist Vorwürfe zurück

„Die SPD ist alles andere als leblos“, sagt Katrin Fedrowitz. Ex-Genosse könne Zustand nicht beurteilen.

Norderstedt.  „Die SPD ist alles andere als leblos. Das gilt sowohl für die Orts- als auch für die Kreisebene.“ Mit diesen Worten reagiert die Vorsitzende der Norderstedter und der Segeberger Kreis-SPD, Katrin Fedrowitz, auf die Vorwürfe von Thomas Hinrichs. Er sei seit vielen Jahren weder im Ortsverein noch auf Kreisebene aktiv und könne daher nicht beurteilen, wie viel Leben in der SPD stecke.

Die Vorstandssitzungen zweimal im Monat seinen so gut besucht wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Es kommen nicht nur Vorstandsmitglieder, sondern auch Parteimitglieder, die mitgestalten wollen. Das gilt auch für die Kreisebene“, sagt die Vorsitzende. Sie genieße große Wertschätzung für ihr „gut organisiertes und vielfältiges Engagement“. Viele neue Veranstaltungen seien unter ihrer Führung etabliert worden.

„Wir schätzen uns wechselseitig, halten zusammen, unterstützen uns und arbeiten einfach gut zusammen“, sagt Fedrowitz. Die Oberbürgermeisterin nehme gelegentlich an den Sitzungen teil, die sie aber keinesfalls dominiere, „und nein, wir nicken auch nichts ab“.

„Udo Fröhlich ist ein besonderer Fall. Sein Ziel lag schon immer darin, Kritik an anderen zu üben“, sagt Fedrowitz zur Kritik von Fröhlich auf dem Kreisparteitag. Der abgewählte Segeberger Bürgermeister sei nicht bekannt dafür, dass er selbst aktiv wird und gestalten will. Fröhlichs Co-Vorsitzender Reinhold Nawratil, SPD-Urgestein aus Norderstedt, schloss sich Fröhlichs Kritik an.

„Insbesondere Nicolai Steinhau-Kühl als Fraktionsvorsitzender, aber auch ich bedauern es sehr, dass unsere persönliche, fast schon jahrzehntelange enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Thomas Hinrichs auf diese Weise ihr Ende nehmen musste“, sagt Fedrowitz. Hinrichs trat Anfang des Jahres aus der SPD aus, nachdem ihm die Fraktion sein Mandat als stellvertretendes Mitglied im Kulturausschuss entzogen hatte.

Nach der Kommunalwahl habe die Fraktion entschieden, dass Hinrichs sich nun im Kulturausschuss als stellvertretendes bürgerliches Mitglied einbringt. Das sei sein Wunsch gewesen. Einige Monate vor der Abberufung habe er sich bereits der aktiven Mitarbeit in der Fraktion entzogen. Er sei nicht mehr zu Sitzungen erschienen.

Grundlage für die Mitarbeit seien Vertrauen und Engagement. „Aufgrund des persönlichen Verhaltens von Thomas Hinrichs war das Vertrauen der Fraktion in seine Person massiv erschüttert, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihm war leider nicht mehr möglich“, sagt die Parteivorsitzende. Die Hintergründe seien ihm bekannt, aber, auch mit Rücksicht auf seine Person, nicht öffentlich zu machen. Da die Fraktion Hinrichs als bürgerliches Mitglied benannt hat, habe es ihr selbstverständlich freigestanden, ihn auch wieder abzuberufen.