Norderstedt
Problem mit Wölfen

Kiel will nun den Schafhaltern unter die Arme greifen

Seit einiger Zeit kann beim Umweltministerium ein Antrag auf die Finanzierung spezieller Schutzzäune gestellt werden.

Seit einiger Zeit kann beim Umweltministerium ein Antrag auf die Finanzierung spezieller Schutzzäune gestellt werden.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Umweltministerium stellt 1,7 Millionen Euro für Schutzzäune gegen Wölfe zur Verfügung. Schaf- und Ziegenhalter können sich melden.

Kiel/Kreis Segeberg.  Zwei Wölfe leben derzeit in Schleswig-Holstein, weitere wandern durch das Bundesland, halten sich an unterschiedlichen Orten auf. Für Halter von Nutztieren, insbesondere Schafe, ist die Präsenz der Raubtiere mit Sorge um die eigene Herde verbunden. Als Reaktion auf zahlreiche, öffentlich kontrovers diskutierte Risse und im Sinne der Prävention kann seit einiger Zeit beim Umweltministerium ein Antrag auf die Finanzierung spezieller Schutzzäune gestellt werden.

1,7 Millionen Euro stehen hierfür zur Verfügung, ab sofort werden die Mittel ausgezahlt. Zunächst werden bis September die Anträge von Schaf- und Ziegenhaltern mit mindestens 500 Tieren bearbeitet, anschließend alle weiteren – insgesamt liegen bislang 264 vor.

Sich formal um einen optimalen Schutz zu bemühen, ist auch nötig, um weiterhin finanzielle Kompensationen zu bekommen im Falle von Wolfsrissen. „Durch eine hohe Zahl geschützter Tiere wird die Gefahr deutlich verringert, dass sich Wölfe auf die Erbeutung von Nutztieren spezialisieren“, sagt Dorit Kuhnt, Staatssekretärin für Landwirtschaft. „Als Bundesland mit der höchsten Schafsdichte in Deutschland haben wir deshalb ein Verfahren entwickelt, mit dem wir möglichst schnell möglichst viele Schafe schützen.“ Kuhnt räumt ein, dass es kleineren Betrieben schwerfallen könnte, die Herden zu schützen, da der Aufbau der Zäune zeitaufwendig sei. „Wenn aber die großen Betriebe unsere Unterstützung annehmen, können wir schon über 60 Prozent der Schafe schützen. Das wäre ein Erfolg. Dies kommt auch den kleineren Betriebe zugute, weil durch den höheren Anteil geschützter Tiere die Gefahr einer Spezialisierung von Wölfen auf Nutztiere verringert wird.“

Im Kreis Segeberg 72 Betriebe mit 2943 Schafen

Es gibt auch die Möglichkeit, lediglich einen Teil einer Herde zu schützen. Teilweise haben Halter bereits eigene Zäune, manchmal ist das Terrain schwierig abzutrennen. Darauf hatten Interessenverbände hingewiesen.

Im Kreis Segeberg gibt es laut Ministerium 72 Betriebe mit 2943 Schafen. Den letzten nachgewiesenen Nutztierriss eines Wolfes gab es am 16. Mai in Heiderfeld. Derzeit werden Vorfälle vom 14. Juni in Lentföhrden und 5. Juni in Latendorf untersucht, dort waren ein Nutztier und ein Wildtier getötet worden. Die Erfahrung zeigt, dass nicht jeder Riss einem Wolf zugeordnet werden kann – mal ist die genetische Probe nicht mehr möglich, mal waren freilaufende Hunde verantwortlich.