Norderstedt

Wie gemeinsames Essen die Religionen verbindet

Sie setzen auf gemeinsames Erleben: Khiri Mirghani (von links), Nils Baudisch und Hero Amin von der Diakonie, Hasan (r.) und Abdullah Emin Öztürk von der Darul Erkam Gemeinde sowie Pastor Martin Lorenz (M.) und Daniela Staade vom Familienzentrum.

Sie setzen auf gemeinsames Erleben: Khiri Mirghani (von links), Nils Baudisch und Hero Amin von der Diakonie, Hasan (r.) und Abdullah Emin Öztürk von der Darul Erkam Gemeinde sowie Pastor Martin Lorenz (M.) und Daniela Staade vom Familienzentrum.

Foto: Claudia Blume

Im Projekt „Abendmahl und Iftar-Fest“ sollen in Norderstedt Christen und Muslime zusammenfinden. Aktion findet bereits zum vierten Mal statt.

Norderstedt.  Zum vierten Mal lädt die Norderstedter Emmaus-Kirchengemeinde zum Projekt „Abendmahl und Iftar-Fest. Eine Begegnung“ ein. Am Dienstag, 21. Mai, finden in der Christuskirche in Garstedt Christen und Muslime der islamischen Gemeinde Darul Erkam aus der Quickborner Straße zusammen, um vom jeweiligen Glaubensleben zu erfahren. „Wir möchten Brücken im Glauben bauen, uns gegenseitig unsere Feiern zeigen, liturgische Elemente erklären, Gesänge und Klang wirken lassen“, sagt Pastor Martin Lorenz.

Beginn ist um 20.30 Uhr mit einem christlichen Abendmahl, Gospel- und christlicher Popmusik von Dorit Lorenz-Heinrich. Mit Sonnenuntergang um 21.30 Uhr geht die Veranstaltung ins Iftar-Fest über, mit dem Muslime im Ramadan, der am Dienstag, 4. Juni, endet, ihr tägliches Fastenbrechen begehen. Zum Ruf des Muezzin und anschließendem Gebet werden zunächst Datteln gereicht, danach wartet ein wahres Festmahl auf alle Besucher. „Gefüllte Weinblätter, gegrilltes Hähnchen, Reis, Salate, Linsensuppe und Grießkuchen werden vorwiegend von geflüchteten Frauen aus Norderstedter Unterkünften zubereitet“, verrät Hero Amin von der Diakonie. Fröhlich getafelt wird im Kirchenraum, im Gemeindehaus sowie im Garten – gegen Mitternacht endet das Fest mit dem großen gemeinschaftlichen Abwasch.

Pastor Lorenz erwartet rund 150 Besucher. „Den Großteil bilden Muslime, denn von rund 8000 evangelischen Gemeindemitgliedern finden erst gut 30 den Weg.“ Doch die Tendenz ist positiv, kamen anfangs doch lediglich zehn Christen. „Berührungsängste werden immer öfter von Neugier und Akzeptanz abgelöst“, freut sich Lorenz. „Essen verbindet – das gilt auch für Religionen“, ergänzt Mirghani Khiri von der Diakonie, „letztendlich läuft es darauf hinaus, dass Gott uns alle liebt.“

( blu )

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