Norderstedt
Ausstellung

Dieser Mann ist der Playmobilkönig von Norderstedt

Kleine Welten ganz groß: Oliver Schaffer lässt Ureinwohner Polynesiens am brodelnden Vulkan anlanden.

Kleine Welten ganz groß: Oliver Schaffer lässt Ureinwohner Polynesiens am brodelnden Vulkan anlanden.

Foto: Claudia Blume / blume

Von Mittwoch, 27. Februar, an zeigt Oliver Schaffer Teile seiner beeindruckenden Playmobil-Sammlung im Norderstedter Feuerwehrmuseum.

Norderstedt.  Oliver Schaffer hat sich ein großes Stück Kindheit bewahrt. Mit mehr als 50.000 Figuren und rund einer halben Million Einzelteilen besitzt der Hamburger die größte Playmobil-Schausammlung der Welt. Themenspezifische Spielwelten zeigt er deutschlandweit in Einkaufszentren und Museen. Sogar im Pariser Louvre stellte Schaffer seine Plastikmännchen schon aus – und nun kommt er vom 27. Februar bis zum 28. April nach Norderstedt.

Exklusiv für das Feuerwehrmuseum am Friedrichsgaber Weg hat der 40-Jährige zwölf mehrere Meter große Dioramen kreiert, die sich ums Thema Feuerwehr und Rettung drehen. Es gibt Feuerwehreinsätze auf dem Flughafen, im Hafen und im Zirkus, die Besucher erleben polynesische Feuerspiele und eine Feuerzeremonie der Maya, sie begegnen feuerspeienden Drachen und müssen tatenlos zusehen, wie die berühmte Kathedrale Notre Dame im Paris um 1900 in Brand gerät.

Viele wandelbare Charaktere

Aufwändig gestaltete Szenerien mit bunten Untergrundgranulaten aus Gartenfachmärkten und Zoogeschäften regen die Fantasie der Besucher sowie des Künstlers, der ausgebildeter Musical-Darsteller ist und als Casting-Direktor für Kreuzfahrtschiffe arbeitet, an.

Viele der dargestellten Charaktere kreiert Oliver Schaffer erst beim Aufbau. „Customizing“ nennt er das, wenn aus einem Indianer dank Maske – klick –, Ritterschild – klick –, Speer – klick – und Eiskönigin-Krone – klick – ein Maya-König wird. „Playmobil ist wunderbar universell und kombinierbar, so dass sich viele verschiedene Themen darstellen lassen“, begeistert sich der gebürtige Kieler.

Teil seiner Sammlung ist auf Reisen

Schätzungsweise eine halbe Million Euro hat er bereits in seine Sammelleidenschaft investiert, die im Alter von drei Jahren mit dem Lieblingsthema Zirkus begann und tatkräftig vom Vater unterstützt wurde. Passten die Plastikschätze früher ins Kinderzimmer, hat sich Schaffer mittlerweile in einer 200 Quadratmeter großen Etage in einem umgebauten Lagerhaus in Hamburg-Harburg eingerichtet. Damit Platz zum Wohnen und Leben bleibt, schickt er einen Großteil der Sammlung stets auf Reisen; nicht selten bestückt Oliver Schaffer bis zu vier Ausstellungen parallel – von der Geschichte der Neandertaler bis zu Fontanes Wanderung durch die Mark Brandenburg – kleine, bunte Welten im Maßstab 1:23.

Wer es noch nicht wusste: Das System-Spielzeug Playmobil der Brandstätter-Gruppe mit Sitz in Zirndorf bei Nürnberg kam im Jahr 1974 auf den Markt. Hauptelement ist eine 7,5 Zentimeter große Spielfigur aus Kunststoff. Daneben gibt es seit 1981 auch 5,5 Zentimeter große Figuren, die Kinder darstellen sollen.

Hände halten Waffen und Werkzeuge

Hände, Arme, Beine und der Kopf lassen sich bewegen. An die Hände können verschiedene Teile, wie Werkzeuge oder Waffen, angesteckt werden. Pro Jahr werden 100 Millionen Figuren hergestellt. Erfinder von Playmobil ist der Mustermacher und damalige Chefentwickler Hans Beck, der die Idee eines neuen Spielsystems auf Wunsch von Firmeneigentümer Horst Brandstätter realisierte. Der Markenname „Playmobil“ geht ebenfalls auf Hans Beck und Horst Brandstätter zurück.