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Wann wird die Bundesstraße 432 endlich entschärft?

Der schwarze VW Eos prallte gegen einen Baum, die Fahrerin wurde dabei eingeklemmt.

Der schwarze VW Eos prallte gegen einen Baum, die Fahrerin wurde dabei eingeklemmt.

Foto: Florian Büh

Am Montag kam es zwischen Tangstedt und Norderstedt erneut zu einem schweren Unfall. FDP fordert Überholverbot.

Tangstedt.  Die Serie von schweren Verkehrsunfällen auf der Bundesstraße 432 setzt sich auch im neuen Jahr fort. Montagvormittag kam es zu einer Kollision zwischen einem Pkw und einem Lkw, bei der die Autofahrerin schwer, die beiden Insassen des Lastwagens leicht verletzt wurden. Die Fahrerin eines schwarzen VW Eos fuhr um 8.10 Uhr von Kayhude Richtung Norderstedt und geriet auf der schnurgeraden Straße rund 200 Meter vor der Kreuzung der Bundesstraße mit dem Wulksfelder Damm und der Hauptstraße, die nach Tangstedt führt, auf die Gegenfahrbahn. Dort kollidierte die 51-Jährige aus dem Kreis Segeberg mit einem entgegenkommenden Lkw.

Beide Fahrzeuge kamen von der Fahrbahn ab. Der VW prallte auf der einen Straßenseite gegen einen Baum, der Lkw auf der anderen. Die Fahrerin war eingeklemmt und musste mit Spezialgerät befreit werden. Rettungssanitäter brachten die schwer verletzte Frau in ein nahegelegenes Krankenhaus. Der 49-jährige Lkw-Fahrer aus dem Kreis Herzogtum-Lauenburg und sein Beifahrer wurden mit leichten Verletzungen in eine Klinik gebracht.

FDP fordert Überholverbot und ein Tempolimit

Beide Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Die Polizei beziffert den Schaden auf 25.000 Euro. „60 Feuerwehrleute waren im Einsatz“, sagt Andreas Riecken, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Tangstedt, die bei den Rettungsarbeiten von der Ortswehr Wilstedt der hauptamtlichen Wachabteilung aus Norderstedt und der Freiwilligen Feuerwehr Glashütte unterstützt wurde.

Die B 432 musste für die Rettungsarbeiten voll, für die Bergungsarbeiten der Fahrzeuge wechselseitig gesperrt werden. Die Unfallursache ist unklar, die Polizei hofft auf Zeugen. Hinweise an die Polizei Tangstedt unter 04109/9282 .

„Der Unfall zeigt doch wieder, dass hier endlich etwas passieren muss, um die Sicherheit zu erhöhen“, sagt Peter Larsson. Der Tangstedter FDP-Politiker fordert seit Jahren ein Überholverbot und Tempolimit für den Abschnitt der B 432 zwischen Norderstedt und der Tangstedter Kreuzung.

Vor zwei Monaten starb ein 64 Jahre alter Handwerker

„Wenn dort maximal 70 km/h erlaubt wären, würde wenigstens niemand schneller als 100 km/h fahren“, sagt Larsson, der mit seiner Familie seit 1989 an der B 432 wohnt und längst aufgehört hat zu zählen, wie oft es vor seiner Haustür kracht, wie oft es zu Beinahe-Unfällen kommt oder extrem gefährliche Verkehrssituationen entstehen. Jetzt herrscht auf dem 1,6 Kilometer langen Teilstück zwischen den Abzweigungen Puckaffer Weg und Wulksfelder Damm freie Fahrt. Larsson spricht davon, dass Geschwindigkeiten von deutlich mehr als 100 km/h an der Tagesordnung seien.

Es ist gerade knapp zwei Monate her, dass ein 64 Jahre alter Handwerker auf der B432 auf Höhe der Tangstedter Kreuzung starb. Der Mann aus dem Kreis Pinneberg fuhr aus ungeklärter Ursache mit seinem Pritschenwagen ungebremst auf einen Mercedes auf, der wiederum auf den Pferdeanhänger eines vorausfahrenden Fahrzeugs geschoben wurde. Der Fahrer des Pritschenwagens starb noch an der Unfallstelle, sein Beifahrer und der Mercedes-Fahrer wurden schwer verletzt.

Kreis Stormarn lehnt bisher alle Maßnahmen ab

Schon vor gut drei Jahren hatte Larsson an die Verantwortlichen appelliert, die Strecke zu entschärfen. Damals hatte es innerhalb weniger Monate sechsmal auf diesem Abschnitt der B 432 gekracht. Immer spielten erhöhte Geschwindigkeit und waghalsige Überholmanöver eine Rolle. Im Juli 2016 schmiedete Larsson eine politische Allianz gegen die Raserei: Die damalige SPD-Landtagsabgeordnete und Norderstedter Ortsvorsitzende, Katrin Fedrowitz, und der damalige SPD-Bundestagsabgeordnete Franz Thönnes wollten sich auf Bundes- und Landesebene für eine Geschwindigkeitsbegrenzung einsetzen.

Passiert ist nichts: „Der Kreis Stormarn lehnt bisher alle Maßnahmen ab“, sagt Larsson, der nun den Landrat nach Tangstedt einladen und von seinen Forderungen überzeugen will. Bleibt das ohne Erfolg, will der Tangstedter seinen Parteifreund, Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz, einschalten.