Norderstedt
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Bedenken gegen Wohnen am Verkehrsknoten

An der Ecke Langenhorner/Segeberger Chaussee, wo jetzt noch Kamin- und Kachelöfen verkauft werden, sollen 86 Wohnungen gebaut werden.

An der Ecke Langenhorner/Segeberger Chaussee, wo jetzt noch Kamin- und Kachelöfen verkauft werden, sollen 86 Wohnungen gebaut werden.

Foto: Michael Schick

Politiker weisen auf Lärm und Schadstoffe am Ochsenzoll hin. Immobiliengesellschaft plant, 86 Wohnungen am Kreisel zu bauen.

Norderstedt.  Die Pläne der Hamburger Immobilien- und Beteiligungsgesellschaft Nord Project, am Kreisel Ochsenzoll 86 Wohnungen zu bauen, stoßen bei den Politikern in Norderstedt auf Bedenken. Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr diskutierten sie intensiv über das Projekt, denn der Neubau bedeutet einen erheblichen Eingriff in die Natur: „Wenn 20 Bäume gefällt werden, die große Eiche eingeschlossen, ist das keine Kleinigkeit“, sagt Peter Holle von der CDU.

Parteiübergreifend stehen die Politiker dem geplanten Wohnen unmittelbar an einer der am stärksten befahrenen Verkehrsknoten in Schleswig-Holstein mit bis zu 50.000 Fahrzeugen pro Tag skeptisch gegenüber. Feinstaub und Straßenlärm seien erheblich. Nur wenige Meter steht die Luftmessstation des Landes, mit der die Schadstoffwerte ermittelt werden. Jahrelang wurde dort der Grenzwert für Stickoxide von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschritten.

Das Konzept von Nord Project sieht vor, dass die Bewohner vor Lärm geschützt werden, indem 21 von 40 Wohn- und Schlafzimmern nach hinten Richtung Park gebaut werden. Dort würden die für die Gesundheit unbedenklichen Richtwerte von 55 Dezibel am Tag und 45 Dezibel nachts nicht überschritten. Liegen die Aufenthaltsräume zur Straße, soll Schallschutzdämmung den Lärm fernhalten. Lüfteranlagen sollen für den Luftaustausch sorgen, da die Fenster geschlossen bleiben müssten. Ingrid Betzner-Lunding (Grüne) beantragt, dass das Lärmgutachten den Politikern in der Ausschusssitzung am 6. Dezember vorgestellt wird.

Geschäftsmann Thomas Weidemann kritisierte, dass durch den Bau der Wohnanlage rund 40 Parkplätze an der Langenhorner Chaussee wegfallen sollen. Diese Plätze würden kaum von Kunden, sondern von Anwohnern genutzt, hielt die Verwaltung dagegen. Zudem seien mit dem Neubau des Einkaufsgebäudes am Schmuggelstieg Stellflächen für Kunden geschaffen worden. Zudem könnten sie ihre Autos auf der Fläche an der Ulzburger Straße 6 abstellen. Die aber, so Weidemann, würde von Anwohnern zugestellt, stünde Kunden nicht zur Verfügung. Der Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans wurde vertagt.