Norderstedt

Bildungshaus soll Ort für Begegnung sein

Ende 2019 könnte mit dem Bau des Bildungshauses begonnen werden; im Jahr 2022 soll Einweihung gefeiert werden

Ende 2019 könnte mit dem Bau des Bildungshauses begonnen werden; im Jahr 2022 soll Einweihung gefeiert werden

Foto: HA

Der Architekt Aat Vos stellt am Donnerstag, 27. September, sein Konzept für das Norderstedter „Wohnzimmer“ in Garstedt öffentlich vor.

Norderstedt.  Mit dem Bildungshaus soll ein „Dritter Ort“ in der Stadt Norderstedt entstehen. Am jetzigen Standort der Bücherei Garstedt an der Europaallee will der niederländische Architekt Aat Vos einen Ort einrichten, an dem sich alle Kunst- und Kultursparten treffen, ein Ort für Ausstellungen, Bücher, Lesungen, zum Lernen und Lehren, für Konzerte und Kleinkunst – ein Ort zum Wohlfühlen für alle Bürgerinnen und Bürger aus Norderstedt und der ganzen Region.

Auf der Kulturausschuss-Sitzung am Donnerstag, 27. September, stellen Oberbürgermeisterin Elke Christina Roeder und Aat Vos den „Dritten Ort“ für Norderstedt vor. Die Sitzung beginnt um 18.15 Uhr im Sitzungsraum 1 und ist öffentlich.

„Büchereien, Volkshochschule und Stadtarchiv haben als gleichberechtigte Partner eine Arbeitsgruppe gebildet, um das künftige Bildungshaus zu einem ganz neu gestalteten Begegnungsort zu machen“, sagt Elke Christina Roeder. Sie plant ohnehin die Struktur des Kultur-Managements in der Stadtverwaltung neu. In einem neuen Kulturamt finden Bücherei, Volkshochschule, Stadtarchiv, Stadtmuseum und Musikschule zusammen. Die Kulturamtsleitung will sie im Oktober vorstellen.

Die Mitarbeiter haben eine „Denkfabrik“ gegründet

Kultur sei für sie sehr wichtig, und sie schätze die engagierte ehrenamtliche Arbeit der Kulturträger für die Stadt, so die Verwaltungschefin. „Das fördert die Lebensqualität, denn die Menschen wollen sich ehrenamtlich engagieren“, sagt Roeder. Daher müsse das Bildungshaus – der Begriff sei noch ein Arbeitstitel – den Bürgern einen neuen Ort der Begegnung bieten. Um die Inhalte des Bildungshauses festzulegen, haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine „Denkfabrik“ gebildet. „Die äußere Hülle ist festgelegt, doch das Innenleben müssen wir mit aktivem Leben füllen“, betont die Oberbürgermeisterin.

„Wer etwas öffentlich vortragen, erzählen, lesen, inszenieren, musizieren will, wer sein Können und Wissen anderen mitteilen will, ist im Bildungshaus richtig“, sagt auch Ingo Tschepe, Leiter der Stadtbüchereien, der die Inhalte des Bildungshauses maßgeblich mit entwickelt. „Die Menschen brauchen Orte, zu denen sie gehen können, wo sie sich gern aufhalten, lesen oder spielen, sich unterhalten oder lernen, denken oder auch einfach nichts tun können“, sagt Tschepe. Somit sei das künftige Bildungshaus auch ein gesellschaftspolitischer Ort, denn Menschen bräuchten andere Menschen, um sich mitzuteilen.

Dafür sind im Bildungshaus mehrere Räume geplant, die alle variabel gestaltet werden können, beispielsweise als Lernorte für Kurse, Seminare und Workshops, als stille Rückzugsorte, als Treffpunkte mit gemütlichen Sitzgruppen. Die 3-D-Technik soll ebenso Platz finden wie ein Café mit Terrassen im Erdgeschoss und auf dem Dach. „Dort kann man sich hinsetzen, muss aber nichts verzehren“, sagt Tschepe. Insgesamt 199 Plätze soll der größte Veranstaltungsraum bieten. „Das Bildungshaus soll ein Ort für Inspirationen werden, so eine Art öffentliches Wohnzimmer für alle, in dem altbekannte Elemente wie Volkshochschule, Bücherei und Archiv mit neuen Impulsen wie 3D kombiniert werden“, sagt Oberbürgermeisterin Roeder.

Architekt Aat Vos arbeitet mit natürlichen Materialien wie Holz, Stoff und Pflanzen, mit Teppichen, Vorhängen und Sitzgruppen, mit überraschenden Sichtachsen und Wohlfühl-Inseln. Ende 2019 könne der erste Spatenstich für das Bildungshaus und im Jahr 2022 die Einweihung gefeiert werden.

Vereine brauchen mehr „schwellenangstfreie“ Räume

Außerdem will Oberbürgermeisterin Roeder eine Stabstelle „Ehrenamt“ einrichten, weil viele Vereine hauptamtliche Unterstützung bräuchten, beispielsweise bei der Vermittlung, wer wo wofür bei wem Spenden und Zuschüsse beantragen könne. Bewusst sei ihr zudem, dass die Vereine große Raum-Probleme haben, beispielsweise für Proben und Aufführungen, sei es für Musik, Theater, Lesungen und Vorträge. Die Kulturträgerräume im Rathaus seien in die Jahre gekommen und nicht inspirierend. Vor allem aber müssten die Kulturvereine mehr sichere und vor allem öffentlich gut zugängige, „schwellenangstfreie“ Räume für temporäre Ausstellungen erhalten. „Wir brauchen Räume, die immer wieder veränderbar sind, und die Aktivitäten der einzelnen Kulturvereine sollten auch besser vernetzt werden, um Synergie-Effekte zu schaffen“, sagt die Verwaltungschefin. Und dafür solle der „Dritte Ort“, das Bildungshaus, geschaffen werden.

Kulturausschuss-Sitzung, Donnerstag, 27. September, 18.15 Uhr, Sitzungsraum 1, Rathaus Norderstedt, Rathausallee 50