Norderstedt
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Wo das Eis besonders gut schmeckt

Abendblatt-Reporterin Annabell Behrmann freut sich bei dem herrlichen Sommerwetter über einen großen Eisbecher im Eiscafé Pinocchio

Abendblatt-Reporterin Annabell Behrmann freut sich bei dem herrlichen Sommerwetter über einen großen Eisbecher im Eiscafé Pinocchio

Foto: Viktor Marinov

Abendblatt hat fünf beliebte Läden in Norderstedt, Henstedt-Ulzburg und Hamburg besucht. Das Eis-Taxi liefert sogar nach Hause.

Norderstedt.  Der Schweiß tropft, die Klamotten kleben – und ein Ende der Hitzewelle ist nicht in Sicht. Bei Temperaturen über 30 Grad sind die Menschen auf der Suche nach Abkühlung. So viele Kugeln Stracciatella, Vanille und Schokolade wie in diesem Sommer haben Norddeutschlands Eisdielen selten verkauft. Das Abendblatt hat fünf beliebte Treffpunkte besucht.


Etwas versteckt in einem Durchgang liegt das Fenster zur Eistheke von Fantasia und Sapori d’Italia bei Alberto. In der Auslage reihen sich rund 20 Sorten aneinander – von Butterkeks über Mango bis hin zum „Casanova“. „Wir haben das Eis so genannt, weil es Frauen glücklich macht“, sagt Besitzer Alberto Moliterno (56). Dabei handelt es sich um ein Mandeleis mit Haselnusscrossies. Natürlich selbstgemacht. Wenn man Alberto fragt, woher seine Rezepte stammen, dann tippt er sich mit dem Zeigefinger an den Kopf.

Eine weitere Spezialität: Joghurt Orange. Einige Zutaten, wie zum Beispiel die Orangen, bestellt der Italiener extra in Sizilien, um sich von der Masse abzuheben. „In diesem Sommer bin ich nicht gerade unglücklich mit dem Geschäft“, scherzt er. Alberto betreibt hauptsächlich ein Restaurant. Dort bietet er Pizza, Pasta und Salate an. Doch bei den heißen Temperaturen steigert die Eistheke seinen Umsatz gewaltig.

Fantasia und Sapori d’Italia bei Alberto Rathausallee 10 in Norderstedt, täglich 10.30– 22.30 Uhr, Sa ab 17 Uhr, beialberto.de, 1,30 Euro pro Kugel


Nach ihrer über 100 Kilometer langen Fahrradtour brauchen die Freizeitsportler vom Team „Romantica“ erst einmal Abkühlung. Ihre Route haben sie absichtlich so gelegt, um am Duvenstedter Eiscafé pausieren zu können. So wie an jedem Mittwoch. „Das Eis schmeckt so gut, dass ich mir jetzt einen zweiten Becher holen muss“, sagt ein Mann im knallgrünen Radleroutfit und springt von seinem Stuhl auf.

Seit dieser Woche gibt es hier Heidelbeereis, das schmeckt nicht nur den Fahrradfahrern. Fruchtig, leicht sauer und knallrot, es ist genau das, was man an einem heißen Sommermittag braucht. Oder an einem Wintertag – denn der Laden im skandinavisch-maritimen Stil hat das ganze Jahr über geöffnet. Seit 21 Jahren betreibt das Ehepaar Stefan und Andrea Weber die Eisdiele. „Wir haben uns etabliert, haben sogar regelmäßig Gäste aus Henstedt-Ulzburg“, sagt Stefan. Nach dem ersten Löffel Eis weiß man auch warum.

Duvenstedter Eiscafé Poppenbütteler Chaussee 8 in Hamburg, täglich 9–21 Uhr, duvenstedter-eiscafe.com, 1,20 Euro pro Kugel


Zwar stehen auf der Terrasse vor dem Eiscafé Pinocchio zahlreiche Tische und Stühle, die zum gemütlichen Eisessen einladen. Doch am liebsten nutzen die Norderstedter derzeit den mobilen Lieferdienst des Eis-Taxis. Besonders praktisch: Bei der drückenden Wärme muss niemand mehr das Haus für einen leckeren Erdbeerbecher verlassen. Denn das Pinocchio liefert ab einem Bestellwert von 11 Euro das Eis direkt nach Hause. Allerdings nur innerhalb Norderstedts.

Es lohnt sich, für Kollegen, Freunde oder Familienmitglieder mitzubestellen: Ab einem Einkaufswert von 50 Euro gibt es fünf Prozent Rabatt, ab 100 Euro schon zehn Prozent. Seit zwölf Jahren beliefert das Eis-Taxi seine Kunden bis ins eigene Wohnzimmer. Das Geschäft läuft gut. Nicht nur in diesem Sommer.

Eiscafé Pinocchio Ulzburger Straße 304 in Norderstedt, Mo geschlossen, Di–Fr 12–21.45 Uhr, Sa u. So 12–21.30 Uhr, eis-taxi.com/eis-norderstedt.com, 1,50 Euro pro Kugel


Die Eismaschine brummt. Obwohl sie schon 40 Jahre alt ist, hat sie Atik Aslantas noch nie im Stich gelassen. „Sie arbeitet besser als eine neue Maschine“, sagt der Besitzer des Eiscafé Jacobs und rührt die cremige Masse mit einem Spachtel um. Mehr als 80 Sorten hat Atik im Angebot. Rund 20 davon liegen in der Auslage. „Bei besonders heißem Wetter setzen wir vermehrt auf Fruchteis“, sagt er. Es sei leichter im Geschmack und ohne Milch produziert. Auf Farb- und Aromastoffe verzichtet der Chef komplett. Das Eiscafé Jacobs achtet außerdem auf faire Preise. Ein günstig hergestelltes Eis kostet 1,10 Euro, ein aufwendig produziertes 1,30 Euro.

Besonders beliebt bei den Gästen sind die bunten Streusel in Fußballfarben. Zur Auswahl stehen der HSV, der FC St. Pauli und die deutsche Nationalmannschaft. „Die schwarz-rot-gelben Streusel sind während der WM nicht gut angekommen“, scherzt Atik über das frühe Aus von Deutschland. Nett ist es trotzdem in seinem Eiscafé.

Eiscafé Jacobs Immenhöven 23 in Hamburg, täglich 10.30–21 Uhr, eiscafe-jacobs.de, 1,10/1,30 Euro pro Kugel


Bei Eis Soost in Henstedt-Ulzburg ist es beim Besuch des Abendblatts rappelvoll. Fremde Pärchen teilen sich die Tische auf der kleinen Terrasse. Sie sitzen hinter einer Hecke, geschützt vor der Straße. Auf drei zusätzlich aufgestellten Bänken genießen die Gäste ihr Eis Schulter an Schulter. „Wer glaubt, dass wir jetzt schon viele Gäste haben, sollte mal an einem Sonntag vorbeischauen. Da haben wir wirklich alle Hände voll zu tun“, sagt Ladenbesitzer Alexander Soost.

24 Sorten liegen in der großzügigen Eisvitrine, sechs bis acht von ihnen wechseln täglich. Besonders empfehlenswert ist das Himbeereis mit Fruchtstücken. Es schmeckt wie frisch gepresster eisgekühlter Saft.

Auch das Pistazieneis ist eine willkommene Abwechslung von dem klassischen Sortiment. Wer sein Eis lieber zu Hause isst, kann es sich in einem abgepackten Becher mitnehmen. So wie im Supermarkt.

Eis Soost Wilstedter Straße 35 in Henstedt-Ulzburg, täglich 12 bis 21 Uhr, eis-soost.de, 1,20 Euro pro Kugel