Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

Ein ganzes Dorf – aber nur für Tiere

Britta Freitag und Patrick Niederhofer wollen in Nützen ein Tierdorf auf zwei Hektar Fläche errichten

Britta Freitag und Patrick Niederhofer wollen in Nützen ein Tierdorf auf zwei Hektar Fläche errichten

Foto: Britta Freitag

Henstedt-Ulzburger Geschäftsleute realisieren ein in Europa einzigartiges Millionen-Projekt zwischen Kaltenkirchen und Nützen.

Henstedt-Ulzburg/Nützen.  Ein Dorf für Tiere aller Art – das ist ein ehrgeiziger Plan, den Britta Freitag und Patrick Niederhofer schon seit einigen Jahren verfolgen. Demnächst wird der Plan in die Tat umgesetzt: Zwischen Kaltenkirchen und Nützen wird voraussichtlich im kommenden Frühjahr auf einem zwei Hektar großen Gelände das Projekt „Mein Tier-Zentrum“ realisiert. Für fünf Millionen Euro entsteht ein europaweit einzigartiges Terrain mit mehreren Gebäuden, das Tierbesitzern und Tierfreunden aus ganz Norddeutschland alles bieten soll, was rund um das Haustier möglich ist.

Britta Freitag (40) und Patrick Niederhofer (37) sind keine Fantasten und keine Anfänger auf diesem Gebiet. Gemeinsam betreiben sie seit einigen Jahren in der Straße Dammstücken in Henstedt-Ulzburg ein Tiergesundheits-Zentrum mit zehn Mitarbeitern. Sie ist Betriebswirtin und Geschäftsführerin, er Tierarzt. Im Kleinen bieten sie hier schon, was demnächst etwas ganz Großes werden soll. „Unser Plan ist es, alle Dienstleistungen und Produkte rund um das Kleintier anzubieten“, sagt Britta Freitag, die einige weitere Personen ins Boot geholt hat und die Rechtsformen GmbH und Aktiengesellschaft gewählt hat, um das Projekt auf die Beine zu stellen.

Auf dem Zwei-Hektar-Gelände westlich von Dodenhof/nördlich vom Baumarkt Globus – also ganz in der Nähe der Autobahnanschlussstelle Kaltenkirchen – entsteht „Mein Tier-Zentrum“ mit vorerst zwölf Gebäuden und Hallen in Holzbauweise. Erweiterungsmöglichkeiten sind vorhanden. Alle wichtigen Gewerke und Dienstleister rund um das Wohlergehen der Haustiere und deren Besitzer werden auf einem dorfähnlichen Gelände mit Sitzgelegenheiten, kleinen Teichen und sonstigen Erholungspunkten zusammengefasst.

Dazu gehören eine Tierarztpraxis, eine Tier-Physiotherapie-Praxis, ein Hunde- und sonstiger Tierfriseur, ein Tierheilpraktiker und Tierhomöopath, ein Mehrgenerationenhaus für Hunde, eine Hundeschule mit Veranstaltungshalle, ein Hunde-, Katzen- und Kleintierhotel für Tiere, deren Besitzer Urlaub machen, und eventuell auch eine Apotheke für Tiere und Menschen. 40 bis 50 Mitarbeiter sollen sich hier in den Dienst der Tiere stellen. Im Mehrgenerationenhaus sollen alte Hunde, die nicht mehr zu vermitteln sind, aber auch sehr junge Hunde bis zur Vermittlung zusammen in kleinen Rudeln bis zu vier Hunden leben.

Das geplante Hundehotel wird für einen gewissen Zeitraum das familiäre Umfeld ersetzen und mit Möbeln wie Sofas, Betten und Sessel ausgestattet. Zwinger sollen im ganzen Tierdorf nicht zu sehen sein.

Zwei Jahre hat es gedauert, ein Grundstück zu finden

„Wir haben eine jahrelange Erfahrung auf dem Gebiet des Tierwohls mit einzelnen Fachausrichtungen“, sagt Britta Freitag. „Das alles wollen wir an einem Ort zusammenfügen.“

Sie verweist auf Pilotprojekte in England und USA, die mit etwa zwei Drittel der in Nützen geplanten Geschäftsfelder erfolgreich agieren. „Uns ist der Wohlfühlcharakter für Tiere und Menschen sehr wichtig.“

Seit Jahren bereiten sich Britta Freitag, Patrick Niederhofer und die übrigen Gesellschafter auf diesen Schritt vor. Alleine zwei Jahre hat es gedauert, um ein geeignetes Grundstück für das Projekt zu finden und für die Realisierung auch die Zustimmung der Gemeindepolitik zu erhalten. „Wir können so etwas natürlich nur außerhalb der geschlossenen Ortschaft verwirklichen.“

Der Autobahnanschluss in unmittelbarer Nähe soll auch Tierbesitzern aus anderen Bundesländern oder gar aus dem Ausland die schnelle Zufahrt erleichtern. Wird eines Tages die Autobahn 20 erweitert, könnten auch die Tiere aus den östlichen Bundesländern schnell in das Tierzentrum transportiert werden.

Die Initiatoren sehen „Mein Tier-Zentrum“ nicht als unmittelbare Konkurrenz für Tierärzte und Tierschutzvereine in der Umgebung. „Es gibt allgemein einen sehr großen Bedarf an Tierärzten und Tierbetreuung“, sagt Britta Freitag. „Deshalb sollten wir versuchen, alle an einem Strang zu ziehen und miteinander kooperieren.“

Wer Interesse hat, kann sich finanziell an dem Projekt beteiligen. Angeboten werden Aktien in Form von „Bausteinen“ zu je 500 Euro. Als Gegenleistung bieten die Initiatoren prozentuale Preisnachlässe bei Tierbehandlungen. Aber auch eine spätere Gewinnausschüttung wird in Aussicht gestellt. Das Gesamtprojekt ist jedoch nicht von Bürgerbeteiligungen abhängig. „Die Gesamtfinanzierung ist in jedem Fall bereits gesichert“, stellt Britta Freitag klar. „Mit den Bausteinen könnten bestimmte zusätzliche Dienstleistungen bezahlt werden.“

Weitere Informationen gibt es unter www.tierkompetenz.com im Internet.