Norderstedt
Daldorf

Überlebender Rotmilan wieder ausgewildert

Die ersten Flügelschläge des Rotmilans in Freiheit

Die ersten Flügelschläge des Rotmilans in Freiheit

Foto: Petra Dreu

Nach dem Giftanschlag auf einen Horst: Der genesene Greifvogel kommt zurück in seinen alten Lebensraum bei Daldorf.

Daldorf.  Die Vergiftung von Rotmilanen rund um einen Horst im Bereich der Blunkerbach-Niederung im Raum Daldorf hatte Naturfreunde in der Region schockiert. Parathion (E 605) – dieses in Europa seit 2002 verbotene Insektizid wies vor wenigen Tagen das Berliner Leibniz-Institut nach, drei von vier Jungvögeln und ein Elterntier verendeten Ende Juni qualvoll, ein weiteres Elterntier wird immer noch vermisst.

Sie alle hatten vermutlich vergiftete Köder gefressen. Nur einer der jungen Greifvögel überlebte, weil er wohl in der Futterhierarchie an letzter Stelle stand. Nachdem das Tier einige Wochen in der Pflegestation des Wildparks Eekholt betreut worden ist, wurde der Rotmilan nun im Bereich seines alten Lebensraums wieder ausgewildert. „Der Vogel ist bei guter Gesundheit, ungefähr zwei Monate alt, er wiegt rund 1000 Gramm“, sagt Nils Kuhnert-Schumacher von der Naturschutzgemeinschaft Blunkerbach. „Er ist überlebensfähig, war in Eekholt in einer Freiflugvoliere.“

Die Vergiftung, die noch nicht aufgeklärt ist und deren Motive unklar bleiben, müsse Konsequenzen haben, sagen die Naturschützer. „Wir erwarten vom Umweltministerium eine klare Positionierung, die Greifvogelverfolgung zu ächten“, so Kuhnert-Schumacher. Zudem müsse, wie schon in Nordrhein-Westfalen geschehen, im Ministerium eine Stabsstelle für Umweltkriminalität eingerichtet werden. „Es braucht fachkompetente Personen, die landesweit diesem strafbaren Tun übergeordnet Einhalt gebieten und über Professionalität und geeignete Mittel verfügen, die örtlichen Polizeidienststellen und die Staatsanwaltschaft bei der Straftatermittlung zu unterstützen.“

Wer Hinweise zu dem aktuellen Fall hat, sollte sich bei der Polizei in Bad Segeberg (Telefon 04551/8840) melden. Es ist eine Belohnung ausgelobt von 2500 Euro, falls eine Beobachtung oder ein Tipp zur Ergreifung der Täter führt.