Norderstedt
Kaltenkirchen

Die Fernseh-Stars der nächsten Generation

Aylin Könüllü (23) posiert schon mal probeweise mit Dieter Bohlen aus Pappe, sie möchte in einer TV-Serie mitspielen

Aylin Könüllü (23) posiert schon mal probeweise mit Dieter Bohlen aus Pappe, sie möchte in einer TV-Serie mitspielen

Foto: Frank Knittermeier

Bei Dodenhof in Kaltenkirchen suchte die UFA Nachwuchstalente für Fernsehserien und -shows. Die Bewerber standen Schlange.

Kaltenkirchen.  Am Eingang steht Dieter Bohlen und grinst vor sich hin. Nicht persönlich, nur als Pappaufsteller. Aber wahrscheinlich hätte er seine Freude an dem, was im Dodenhof-Beach-Club in Kaltenkirchen abgeht: Hier stehen die Talente nämlich Schlange, um sich ihren Träumen hinzugeben. Einmal in einer TV-Serie mitwirken – „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ zum Beispiel, „Alles, was zählt“ oder wenigstens „Deutschland sucht den Superstar“. Alles ist möglich. Oder auch nicht. „UFA Talentbase“, dem Talent- und Casting-Portal der UFA, Deutschlands Marktführer im Bereich Film- und Fernsehproduktion sucht Nachwuchs.

Tatsächlich, versichert Casting-Leiter Otto Nitschke, werden bei Castings dieser Art Talente entdeckt, die es auch ohne Schauspielschule schaffen, eine Rolle zu ergattern. Ob das Mitwirken in Vorabend-Dauerserien allerdings Auswirkungen auf eine nachhaltige Schauspiel-Karriere hat, ist eine ganz andere Frage, die an diese Nachmittag direkt neben dem Haupteingang von Dodenhof nicht gestellt wird.

Da hat auch Celine Clasen aus Hemdingen so ihre Bedenken. Sie stellt ihre Talente zur Schau, ist bestens vorbereitet, kann sogar einen englischsprachigen Monolog aus dem Film „La La Land“ und einige Shakespeare-Szenen sehr gekonnt und selbstsicher vortragen. Was die 16-Jährige da bietet, hat irgendwie bereits Hand und Fuß. Sie ist durch das Fach Darstellendes Spiel an ihrem Gymnasium vorgebildet, wurde von ihrer Schule zur kreisweiten Schauspiel-Begabtenförderung geschickt, macht Ballett und Charaktertanz – und hat natürlich den Wunsch, eines Tages mal Schauspielerin zu werden.

Telefongespräch meistert Celine souverän

„Celine traut sich was“, sagt Mutter Mirjam, die ihre Tochter zum Casting begleitet hat. Auch das improvisierte Telefongespräch mit Castingchef Otto Nitschke meistert sie gut: Ihre beste Freundin hat sich ihren Freund geschnappt – wie reagiert das Nachwuchstalent darauf? Sehr emotional, sehr temperamentvoll und sehr entschieden. Freund ade, beste Freundin ade – das sind Geschichten die das (Fernseh-)Leben schreibt. Otto Nitschke und sein Team sind angetan. Ob das reicht, um eines Tages tatsächlich mal in einer Serie mitzuwirken, kann er noch nicht sagen. Man wird sehen. „Die Kleine hat schon eine Menge Talent“, sagt der Talent-Scout.

Ewas konkreter sind die Auskünfte bei der nächsten Bewerberin. Die 13-jährige Lisa-Marie Ramm war vor vier Wochen bereits einmal bei einem UFA-Casting und begeisterte mit einem Lied von Adele. Jetzt durfte sie wieder vor Mikrofon und Kamera treten, weil Otto Nietsche mit ihr etwas Besonders vorhat. Sie soll zusammen mit der deutsch-russischen Opernsängerin Jana Deutsch vor der Kamera auftreten. Die ist durch „Deutschland sucht den Superstar“ bekannt geworden. Gesiegt hat sie nicht, aber inzwischen steht sie am Beginn einer internationalen Karriere als klassische Konzertsängerin. Dafür hat Lisa-Marie geprobt und singt das Stück „Pie Jesus“ aus Andrew Lloyd Webbers „Requiem“. Sie hat keine Gesangsausbildung, sondern nur normalen Musikunterricht in der Schule. „Sie ist da so reingeschliddert“, sagt Mutter Anja. Lisa-Marie verblüfft auch Otto Nitschke: Sie kann nicht nur die erste, sondern auch die zweite Stimme fehlerfrei singen. Als Zugabe gibt es „One Moment in Time“ von Whitney Houston. Man ahnt es: Bei entsprechender Schulung kann dieses Mädchen Karriere machen.

Ganz anders geht Aylin Könüllü an die Sache heran. Die 22 Jahre alte Kellnerin aus Hamburg hat keine Schauspielerfahrung, hat sich auch nicht speziell auf das Casting vorbereitet, ist aber trotzdem guten Mutes, dass sie eines Tages in einer der vielen UFA-Serien eine Rolle bekommt. „Ich bin auch mit einer Komparsenrolle zufrieden“, sagt sie. Immerhin legt sie bei einem improvisierten Telefongespräch einen hysterischen Auftritt hin. „Ich bin zufrieden“, sagt sie und posiert schon mal für ein Foto mit dem Papp-Bohlen.

Bis Ende des Jahres zieht das UFA-Castingteam noch durchs Land, um Nachwuchs für diverse UFA-Produktionen zu finden.

Informationen unter www.ufa-talenbase.de im Internet.