Norderstedt
Sülfeld-Borstel

Torsten und Sandra im siebten RTL-Himmel

Torsten Pahl aus Borstel und seine Freundin Sandra haben sich in der RTL-Sendung "Bauer sucht Frau kennengelernt". Zusammen waren sie auf Jamaika

Torsten Pahl aus Borstel und seine Freundin Sandra haben sich in der RTL-Sendung "Bauer sucht Frau kennengelernt". Zusammen waren sie auf Jamaika

Foto: RTL / HA

Bei „Bauer sucht Frau“ können TV-Zuschauer mitverfolgen, was der Landwirt aus Sülfeld und seine Auserwählte auf Jamaika erlebt haben.

Sülfeld-Borstel.  Jamaika: Sonne, Palmen, Strand, Meer. Idylle pur. Aber Torsten Pahl kann das alles nicht so richtig genießen: Er muss für drei Tage ins Krankenhaus. Verdacht auf Thrombose, tatsächlich hat er eine Venenentzündung. Ansonsten aber – ein toller Urlaub, den der Landwirt aus dem Sülfelder Ortsteil Borstel mit seiner Freundin Sandra verleben konnte. Am Sonntag, 25. Dezember, und am Montag, 26. Dezember, können Millionen Zuschauer in ganz Deutschland verfolgen, was die beiden so alles in ihrem „Liebesurlaub“ erlebt haben. Torsten und Sandra lassen die Zuschauer bei „Bauer sucht Frau“ an ihrem Privatleben teilhaben. Nach dem Ende der zwölften Staffel sendet RTL zwei Specials mit den beliebtesten Landwirten der zwölften Staffel. Torsten (40) und Sandra (42) gehören dazu.

Torsten und seine Familie haben einen Milchviehbetrieb

Torsten Pahl ist wahrlich ein gestandener Mann: 2,10 Meter groß, kräftig gebaut. Einer, der auf dem Hof in Borstel, den er zusammen mit seinen Eltern und seinem Bruder betreibt, seinen Mann steht. „Ich bin ein ganz lieber, netter Typ. Immer hilfsbereit, immer freundlich, immer ein Grinsen im Gesicht“, sagt der Landwirt über sich selbst. Er bewirtschaftet mit seiner Familie einen Milchviehbetrieb mit etwa 80 Milchkühen, 140 Kälbern und zwölf Katzen. Die Familie lebt und arbeitet auf 100 Hektar Land, wo Torsten oft lange Spaziergänge durch Wälder und über Felder unternimmt. Bisher meistens alleine. Denn wie so viele jüngere Landwirte ist es auch für ihn schwer, eine Frau kennenzulernen, die bereit ist, sich den Strapazen des Landlebens zu stellen. Das zumindest wird den Zuschauern in der Sendung „Bauer sucht Frau“, die seit elf Jahren von Inka Bause moderiert wird und regelmäßig mehr als fünf Millionen Zuschauer hat, vor Augen geführt. Romantik pur gibt es auf dem Bauernhof nur auf den ersten Blick, der zweite Blick muss zwangsläufig dem Alltag gelten: Harte Arbeit, frühes Aufstehen, kaum Urlaub, wenig Geld.

Der Landwirt besticht durch seinen verschmitzten Charme

Weil Torsten Pahl das alles kennt, hat er einen Ausweg gesucht. Und ihn bei RTL gefunden. Er bewarb sich für die seit 2005 mit großem Erfolg laufende Doku-Soap „Bauer sucht Frau“, wurde gecastet und für gut befunden. Seine ungewöhnliche Größe mag dabei eine entscheidende Rolle gespielt haben. Er fällt aus dem üblichen Rahmen. Damit hat sich der Borsteler Bauer auf ein waghalsiges Unternehmen eingelassen, bei dem sich jeder Teilnehmer sehr schnell lächerlich machen kann. Schlagzeilen wie „Bei der Klauenpflege kochten die Gefühle über“ oder „Wenn aus uns was werden soll, muss der Nasenring weg“ tragen nicht gerade dazu bei, den Stand des Bauern auf Brautschau im jeweiligen Wohnort zu verbessern.

Bei Torsten Pahl allerdings war alles anders. Mit seinem verschmitzten Charme und seiner körperlichen Behäbigkeit wickelte er nicht nur die Zuschauer ein, sondern auch eine Frau, von der nur der Vorname und das Alter preisgegeben werden. Sandra aus Niedersachsen findet Torsten toll. Die Zuschauer konnten zehn Folgen lang beobachten, wie das Liebesbarometer auf dem Pahlschen Hof in Borstel langsam anstieg. Insgesamt elf Landewirte wirkten mit, aber nur bei drei von ihnen hat es offenbar „gefunkt“. Die Fernsehzuschauer erlebten dabei tiefe Einblicke in das Leben der beiden.

Zum Beispiel die erste gemeinsame Nacht. Zwar gab es keine „Liveübertragung“, aber am Morgen waren die Kameras wieder angeschaltet. So durften die Zuschauer erleben, wie der Milchbauer seine Liebste mit einem Frühstück im Bett überraschte. Die Hausfrau ist überwältig und scherzt: „Frühstück am Bett, und das auf einem Bauernhof! Wann heiraten wir? Das habe ich noch nie erlebt.“ Nach dem gemütlichen Frühstück kehrt der Hofalltag zurück, denn der Besamer hat sich angemeldet. So oder zumindest so ähnlich geht es also auf einem Bauernhof zu, wenn der Hausherr verliebt ist. Besamer hin, Besamer her – Sandra jedenfalls findet, dass die Kühe eigentlich auch ein wenig Romantik verdient haben.

Insgesamt fühlt sie sich in ihrer Rolle wohl. „Es ist nicht nur wegen Torsten. Ich fühle mich hier aufgenommen. Das ist total schön.“ Wer Torsten heiratet, heiratet auch seine Familie.

Was dabei gespielt und was wirklich wahr ist, erfahren die Zuschauer natürlich nicht. Torsten Pahl darf und will darüber nichts sagen. Es gibt einen Vertrag, an den er sich halten muss.

Eine Venenentzündung fesselte Torsten ans Bett

Den Höhepunkt des bäuerlichen Liebeslebens können die Zuschauer an den beiden Weihnachtsfeiertagen verfolgen. Dann nämlich wird über den Liebesurlaub in Jamaika berichtet, den die beiden Anfang November verbracht haben. Auf Kosten von RTL natürlich.

Milchbauer Torsten klagte zwei Tage nach der Ankunft über starke Schmerzen im Bein und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. „Es war wirklich schrecklich“, berichtet Sandra: Eine Venenentzündung, drei Tage Beobachtung im Krankenhaus, dann war wieder Lebensfreude in der Karibik angesagt. Sandra ließ sich vor lauter Freude Rasta-Locken flechten. Im Dolphins Grove in Montego Bay schwimmen beide mit den Delfinen, wobei Torsten eine Badeshorts trägt, die ihm Sandra extra genäht hat. Sandra zieht ein schnelles Fazit: „Die Reise hat uns noch enger zusammengeschweißt, und wir wissen jetzt, dass wir auch in Krisenzeiten ganz eng zusammenstehen.“

Berufskollegen bewerten TV-Show skeptisch

Auch wenn Torsten und Sandra das große Glück so gefunden haben, wie es im Fernsehen dargestellt wird, sind andere Landwirte dem Sendeformat gegenüber skeptisch. Kreisbauernvorsteher Jens-Walter Bohnenkamp aus Norderstedt fasst die Meinungen seiner Berufskollegen zusammen: „Wir fühlen uns nicht richtig dargestellt und sehen das sehr kritisch.“ Er selbst weiß von anderen Landwirten, die ebenfalls bei „Bauer sucht Frau“ teilgenommen haben, dass viele dargestellte Szenen nicht der Realität entsprechen. Über seinen Berufskollegen Pahl und seine Liebesgeschichte vermag er allerdings nichts zu sagen.

Im Übrigen hat er mitbekommen, dass es für jüngere Landwirte in der Realität nicht schwerer ist, einen Partner kennenzulernen als für Angehörige anderer Berufe. Er selbst hat seine Frau Inga bei der Silvesterfeier einer früheren Mitschülerin kennengelernt. Geheiratet wurde vor 33 Jahren. Längst kennt die frühere Bankkauffrau alle Facetten des Bauernberufes und wäre jederzeit in der Lage, den Hof alleine zu führen. „In der Landwirtschaft spielen die Partner der jeweiligen Hofbetreiber eine wichtige Rolle“, sagt Jens-Walter Bohnenkamp, der auf seinem Hof in Norderstedt Schweine züchtet.

„Bauer sucht Frau“ läuft am 25. und 26. Dezember jeweils um 19.05 Uhr auf RTL.