Norderstedt
Karl-May-Spiele

Christine Neubauer küsst am Kalkberg einen Fiesling

Jochen Horst in der Rolle des Schatzjägers Harry Melton und Christine Neubauer als durchtriebene Judith Silberstein

Jochen Horst in der Rolle des Schatzjägers Harry Melton und Christine Neubauer als durchtriebene Judith Silberstein

Foto: Frank Knittermeieer / HA

In "Winnetou und das Geheimnis der Felsenburg" nähert sich die TV-Darstellerin einem weiteren Gaststar an. Sonnabend ist Premiere.

Bad Segeberg.  Eins weiß Norbert Schultze jr. ganz genau: „Raustragen werden sie mich hier nicht.“ Noch ist der 75-jährige Karl-May-Regisseur, der eigentlich in Kapstadt lebt, aber fit; ist wie eh und je. Seit 1996 hat er, mit kurzen Unterbrechungen, die Segeberger Karl-May-Spiele fest in der Hand. Auch in dieser Saison gibt er in der Kalkberg-Arena den Ton an. „Winnetou und das Geheimnis der Felsenburg“ heißt das aktuelle Stück, das am kommenden Sonnabend Premiere hat.

Norbert Schultze jr. schafft es in jedem Jahr, die 80 menschlichen und gut 40 tierischen Mitwirkenden so zu dirigieren, dass am Ende in der Regel ein rundherum gelungenes Stück herauskommt. In diesem Jahr schafft er es sogar, ein Rudel von acht Gänsen wirksam einzubinden.

Das Gute und Edle: Winnetou und Blutsbruder Old Shatterhand

Die Integration der beiden Gaststars hat, davon konnten sich viele Medienvertreter bereits überzeugen, offenbar gut geklappt. Christine Neubauer, Deutschlands meistbeschäftigte TV-Darstellerin, gibt eine fiese Judith Silberbauer, deren Herz mindestens so kalt ist wie das Wasser im Bergsee. Daran scheint sie viel Spaß zu haben. Und überhaupt fühlt sie sich in Bad Segeberg, wo sie während der Karl-May-Saison eine Wohnung bezogen hat, wohl. „Ich bin mit meinem Hund Gismo hier“, sagt sie. „Wenn es dem gut geht, fühle ich mich auch gut.“ Gismo ist übrigens ein portugiesischer Wasserhund, den Christine Neubauer aus einem spanischen Tierheim geholt hat.

Was Karl-May-Fans noch alles vor Ort unternehmen können

Jochen Horst, der zweite Gaststar, spielt einen ebenso fiesen Typen: Harry Melton will nicht nur den Schatz der unter der Felsenburg liegt, er versucht sogar, deutsche Auswanderer zu Sklaven machen. Beide, Judith und Harry, sind ein Paar und dürfen sich auf offener Bühne innig küssen. Ob die Zuschauer angesichts der dramatischen Zuspitzung darüber begeistert sind? Man wird sehen.

Das Gute und Edle im Wilden Westen wird natürlich von Winnetou und seinem Blutsbruder Old Shatterhand verkörpert. Jan Sosniok spielt den Indianerhäuptling zum sechsten Mal, Joshy Peters, der heimliche Star der Karl-May-Spiele, ist sogar schon zum zehnten Mal in der Rolle des Westernhelden zu sehen. Beide zusammen packen es auch in diesem Jahr wieder, da können die Besucher sehr sicher sein.

Schauspieler im Ensemble haben viel Karl-May-Erfahrung

Auch sonst sind Schauspieler im Ensemble, die viel Karl-May-Erfahrung haben: Nicolas König, Fabian Monasterios, Patrick L. Schmitz und Stephan A. Tölle, die Gute-Laune-Bären, und natürlich Harald Wieczorek, der sich schon seit 1979 im Staub der Kalkberg-Arena wälzt.

Kontinuität wird überhaupt groß geschrieben am Kalkberg: Stefan Tietgen ist zum 19. Mal Produktionsleiter, Michael Stamp hat zum 20. Mal die Theaterfassung geschrieben, Reiner Schöne führt seit 2008 als Erzähler durch die Aufführung und Marek Erhardt ist zum sechsten Mal als Off-Sprecher dabei. Keine Experimente also in Bad Segeberg. Und das finden die Fans wohl auch gut so: Die Premiere ist schon lange ausverkauft – trotz des gleichzeitig stattfindenden Deutschland-Spiels bei der Fußball-WM. Rund 4,8 Millionen Euro hat die Kalkberg GmbH in die aktuelle Inszenierung investiert.