Norderstedt
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Hamburger SV eröffnet die Strandsaison

Hochkarätige Einweihung der HSV-Beachanlage auf dem Norderstedter Paul-Hauenschild-Gelände in Norderstedt (v. l.): Europameisterin Nadja Glenzke blockt, der Deutsche Meister Markus Böckermann schmettert, und die Europameisterin Julia Großner sichert ab

Hochkarätige Einweihung der HSV-Beachanlage auf dem Norderstedter Paul-Hauenschild-Gelände in Norderstedt (v. l.): Europameisterin Nadja Glenzke blockt, der Deutsche Meister Markus Böckermann schmettert, und die Europameisterin Julia Großner sichert ab

Foto: TimGroothuis / WITTERS

Die neuen Sandplätze für Beach-Volleyball, -Soccer und -Tennis an der Ulzburger Straße stärken den HSV-Standort Norderstedt.

Norderstedt.  Nachwuchskicker des HSV trotten am Montag in Kickschuhen in Richtung der Trainingsplätze auf der Paul-Hauenschild-Sportanlage an der Ulzburger Straße in Norderstedt. Kurz hinter dem neuen Umkleidehaus blicken sie nach links und stutzen. Echt jetzt? Ja, da steht der große Vorsitzende, Vereinspräsident Bernd Hoffmann, in Business-Schuhen im tiefen, gelben Sand.

Genauer gesagt inmitten von etwa 800 Tonnen Sand, 40 Lastwagenladungen, die Ex-Präsident Jens Meier günstig besorgt hatte, wie sein Nachfolger Hoffmann gerade dankend erwähnt. „Wir eröffnen heute feierlich die größte Sandkiste des Nordens – oder zumindest Norderstedts“, sagt Hoffmann (der offenbar das Strandbad am Stadtparksee nicht kennt). In der „Sandkiste“ sollen die HSV-Aktiven fortan nicht mit Schippe und Eimerchen ran. Die Beachanlage, so ihr offizieller Name, umfasst zwei nebeneinander liegende Spielfelder und soll die neue Heimat der HSV-Beachsoccer- und der HSV-Beachtennismannschaft werden. Und natürlich sollen die Plätze den Breitensport in der Trend-Sportart Beachvolleyball nach vorne bringen.

„Die Beachanlage ist ein weiterer wichtiger Schritt zum Ausbau unserer Sportanlage in Norderstedt“, sagt Präsident Hoffmann. „Wir wollen den Weg zu einem modernen Sportzentrum fortführen und weitere Projekte umsetzen.“ Am vergangenen Wochenende, beim Rautini-Cup der Hockey-Sparte, da habe er die Siegerehrung übernommen. „Es ist beeindruckend, wie viele starke Sparten wir hier auf dem Gelände in Norderstedt haben“, sagt Hoffmann.

Worte, die man in Norderstedt gerne hört. Denn die Norderstedter blicken im Vorbeifahren immer auf das leer stehende, ehemalige HSV-Internat, das 2000 für den Kicker-Nachwuchs aus aller Welt errichtet wurde, und fragen sich, wie dick das Herzblut des Sportvereins für den Standort Norderstedt eigentlich noch ist. Hartnäckig halten sich auch Gerüchte, dass der klamme Zweitligist-Neuling ja dereinst in Versuchung geraten könnte, das 130.000 Quadratmeter Filetgrundstück im Hamburger Speckgürtel gewinnbringend auf dem Wohnungsbaumarkt zu veräußern.

Doch die Gerüchte überleben trotz aller klaren Worte der Vereinsführung. Zwar kann Hoffmann am Montag noch nichts Konkretes zur künftigen Verwendung des Internatsgebäudes sagen, wie Sprecherin Anne Gnauk sagt. Aber seine Ankündigung neuer Projekte darf man schon als Bekenntnis zur HSV-Tradition am Ochsenzoll sehen. HSV- e.V.-Geschäftsführer Michael Papenfuß, der am Montag gemeinsam mit Hoffmann im Sand steht, nennt den HSV einen „Zwitter“, einen Hamburger Verein mit Wurzeln in Norderstedt, die sich seit 1928 ganz tief in die Norderstedter Erde gegraben haben und keinesfalls gekappt werden sollen. Wie auch. 1800 Sportler sind am Standort Ochsenzoll aktiv, 70 Prozent stammen aus der Stadt. Es ist die größte zusammenhängende Sportanlage im Hamburger Raum, mit 365-Tage-Betrieb und teilweise bis zu 750 Menschen täglich auf den Plätzen.

Das von Hoffmann angekündigte moderne Sportzentrum hat nun die neue Umkleide und die Beachanlage bekommen. Demnächst soll der alte Kabinentrakt abgerissen und der Parkplatz erweitert werden. Auch die Pläne für den Bau einer Dreifeldsporthalle liegen in den HSV-Schubladen. Aber allen beim HSV e.V. ist es wichtig, dass es keine finanziellen Abenteuer am Ochsenzoll gibt, wie Papenfuß immer wieder betont. Geplant und gebaut wird nur, was seriös finanzierbar ist – und dafür braucht es auch den einen oder anderen Gönner. Und die gibt es nicht wie Sand in der Beachanlage.

Die wird am Montag hochkarätig eingeweiht. Die Beachvolleyball-Europameisterinnen Nadja Glenzke und Julia Großner und die Deutschen Meister und Olympia-Teilnehmer Markus Böckermann und Lars Flüggen spielen ein launiges Mixed. Danach gibt es noch Beachtennis und -soccer zu bewundern. Mehr davon wird es am 16. und 17. Juni zu sehen geben. Dann gastiert die Deutsche Beachsoccerliga für einen Spieltag auf dem neuen Norderstedter HSV-Feld.

Übrigens können künftig alle Norderstedter die Beachanlage nutzen – auch wenn sie nicht HSV-Mitglied sind. In Kürze soll es dafür ein Online-Portal zur Anmeldung und Platzreservierung geben, wie Sprecherin Anne Gnauk bestätigt.