Norderstedt
Kreis Segeberg

Rettungsdienst ASG stellt die Arbeit ein

Die Neuorganisation des Rettungsdienstes im Kreis Segeberg sorgt für Wirbel

Die Neuorganisation des Rettungsdienstes im Kreis Segeberg sorgt für Wirbel

Foto: rtn, christoph leimig / picture alliance / dpa / rtn - radio t

Die Organisation mit Sitz in Lentföhrden wirft dem Kreis Segeberg einen Affront vor. Fachleute fürchten Versorgungslücke.

Kreis Segeberg.  Der Rettungsdienst ASG stellt kurzfristig seine Arbeit ein. Ab Sonnabend, 28. April, stehen Fahrzeuge und Personal für die Notfallrettung nicht mehr zur Verfügung. Damit könnte bei der Rettung von Kranken und Verletzten im Raum Bad Bramstedt eine Versorgungslücke entstehen. Bislang wurde der ASG entsprechend einer Vereinbarung mit dem Kreis Segeberg bei Einsätzen alarmiert und rückte von seiner Wache in Lentföhrden aus.

„Uns fehlen da oben demnächst zwei Autos“, sagte ein Kenner der Szene. „Dabei ist die Situation ohnehin schon schwierig.“ ASG und die Kreisverwaltung trennen sich im Streit. In einem Brief mit der Kündigung wirft der Chef der Organisation, Bernd Peters, Landrat Jan Peter Schröder einen Affront vor. Peters hatte 2017 einen Anruf eines Sachbearbeiters aus der Verwaltung erhalten. Darin sei ihm mitgeteilt worden, dass die Genehmigung für die Notfallrettung bestehen bleibe, der ASG jedoch nicht mehr alarmiert werde, sobald der Rettungsdienst neu organisiert werde.

Wie berichtet, ist der Kreis Segeberg der Rettungsdienstkooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) beigetreten und will dieser Organisation die Notfallrettung übertragen. Außer dem ASG sind davon das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Norderstedter Hilfsorganisation KBA betroffen, die bislang gemeinsam mit Rettungswagen und Notärzten im Kreis Segeberg unterwegs sind. DRK und KBA klagen gegen die Kündigungen. Auf moralische Unterstützung anderer Organisation kann Peters zählen. „Das war vom Kreis ganz schlechter Stil“, heißt es.

Nach Abendblatt-Informationen hat die Kreisverwaltung kurzfristig für den heutigen Freitag ein Gespräch mit dem RKiSH vereinbart. Dabei soll geklärt werden, ob die Organisation kurzfristig die Lücke bei der Versorgung im Nordwesten des Kreisgebiets schließen kann. Geklärt werden muss auch, wo neue Wagen stationiert werden könnten. Die ASG-Wache in Lentföhrden steht nicht zur Verfügung, die Rot-Kreuz-Wache in Bad Bramstedt ist zu klein.

Landrat Jan Peter Schröder bezeichnete es als freie unternehmerische Entscheidung des ASG, den Betrieb einzustellen. Eine Lücke bei der Versorgung entstehe nicht. „Wir haben genug Fahrzeuge, wir kriegen das hin.“ Einzelheiten nannte der Landrat nicht.