Norderstedt

Hier müssen die Pendler mehr Zeit einplanen

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Christopher Herbst

Foto: Christopher Herbst / HA

Umgestaltung der Ulzburger Straße geht in die zweite Phase. Teilstück nördlich des Langenharmer Wegs ist ab sofort eine Einbahnstraße.

Norderstedt.  Was bisher nur in der Theorie bekannt war, erleben die Autofahrer in Norderstedt ab sofort in Echtzeit. Die zweite Phase der Umgestaltung der Ulzburger Straße hat nach dem Osterwochenende begonnen – mit einer durch die Stadt zuvor angekündigten Einbahnstraßenregelung. Diese betrifft den ersten Bauabschnitt zwischen der Waldstraße und der Kreuzung Langenharmer Weg. Dort rollt der Verkehr nur noch in südlicher Richtung – wer nach Norden will, muss sich umorientieren. Auch ein Abbiegen vom Langenharmer Weg in nördliche Richtung ist nicht mehr möglich. Das bedeutet: Entweder schon vorher westlich über die Oadby-and-Wigston-Straße, die Umgehungsstraße und dann wieder auf die Ulzburger Straße fahren. Oder durch Harksheide fahren und die Falkenbergstraße nutzen bis zur Harckesheyde.

Radler sollen künftig auf der Straße fahren

Mehr Zeit einzuplanen, ist also notwendig für die nächsten knapp zwölf Monate. Gleich eine Reihe von Veränderungen wird in diesem Zeitraum nach und nach auf 620 Metern zwischen dem „Meilenstein“ und der Rathausallee umgesetzt. Das Ziel ist, den Radverkehr neu zu regeln, sodass dieser auf die Straße gelenkt werden kann. So wird die 6,50 Meter breite Fahrbahn in beiden Richtungen 1,85 Meter breite Radstreifen bekommen, die verbliebenen Gehwege sind dann jeweils 2,50 Meter breit. Anders als weiter nördlich wird es kein „Shared Space“-Prinzip geben, sondern eine optische Trennlinie zwischen Fahrrädern und motorisiertem Verkehr – ähnlich wie im Alten Kirchenweg. Vorgesehen ist, dass die Radfahrer gesonderte Ampelschaltungen erhalten, also beim Abbiegen Vorrang haben. Für Norderstedt wäre das in dieser Form eine Neuheit, vor allem in weitaus größeren Städten ist es Normalität.

Bei der Vorstellung der Pläne hatte Baudezernent Thomas Bosse gesagt: „Der Gewöhnungsbedarf ist nachvollziehbar.“ Trotzdem gilt nach der Umgestaltung weiterhin Tempo 50, einen Mittelstreifen wird es nicht geben, allerdings eine Mittelinsel als Querungshilfe auf Höhe der Hausnummer 252. Geplant wird mit insgesamt fünf Abschnitten, stets wird halbseitig gebaut.

Bis vorerst 31. Mai gelten rund um die Kreuzung Langenharmer Weg/Ulzburger Straße zusätzlich weitere Sonderregelungen. So ist der westliche Abschnitt des Langenharmer Wegs bis zum kleinen Kreisel nur noch für Anlieger befahrbar. Der Alte Heidberg – normalerweise eine Einbahnstraße – ist auch für Abbieger von der Waldstraße geöffnet, damit das Wohngebiet erreichbar bleibt. 24 öffentliche Parkplätze (Ulzburger Straße 335/337) können bis auf Weiteres nicht genutzt werden, sie sind eine Abstellfläche für die Bauunternehmen. Das könnte in der Umgebung für erhöhten Parkdruck sorgen, zumal wiederum in einem Teil des Alten Heidbergs ein absolutes Halteverbot gilt. Die derzeit nicht verfügbaren Parkplätze werden nach Abschluss der Bauarbeiten zudem Teil der neuen Parkraumbewirtschaftung.

Brückensperrung sorgt für weitere Belastung

Was die Verkehrssituation in Norderstedt zusätzlich belasten wird: In Richtung Quickborn ist die Autobahnbrücke Harksheider Weg seit heute ebenso gesperrt – die Sanierung soll bis 17. August dauern. Viele Norderstedter nutzen diese Route als kürzesten Weg zur A 7, werden nun über die Umgehung Oadby-and-Wigston-Straße und dann notgedrungen die Ulzburger Straße oder sogar die Schleswig-Holstein-Straße ausweichen müssen.

Eine dritte Maßnahme betrifft die U-Bahn Linie 1, wo noch bis zum 19. April ein Schienenersatzverkehr zwischen den Haltestellen Ochsenzoll und Langenhorn-Markt stattfindet, da die Haltestelle Langenhorn-Nord barrierefrei ausgebaut wird.

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