Norderstedt
Henstedt-Ulzburg

Auch kleine Feuerfüchse müssen antreten

Der Andrang bei der Kinderfeuerwehr in Henstedt-Ulzburg ist so groß, dass zeitweise ein Aufnahmestopp eingelegt wurde

Der Andrang bei der Kinderfeuerwehr in Henstedt-Ulzburg ist so groß, dass zeitweise ein Aufnahmestopp eingelegt wurde

Foto: Wolfgang Klietz

Die Freiwillige Feuerwehr in Henstedt-Ulzburg hat die erste Kinderfeuerwehr im Kreis Segeberg gegründet. Die hat schon 21 Mitglieder.

Henstedt-Ulzburg.  21 Kinder in kleinen Feuerwehranzügen mit eigenem Namensschild stellen sich der Größe nach sortiert auf. Neben dem großen Feuerwehrfahrzeug wirken sie winzig, doch davon lassen sich die Kleinen nicht abschrecken. Denn trotz ihres Alters sind sie hoch motiviert, alles über die Feuerwehr zu lernen.

Die Ausbildungsgruppe für ganz kleine Feuerwehrinteressierte besteht bei der Freiwilligen Feuerwehr in Henstedt-Ulzburg seit September 2016. Die Jungen und Mädchen nennen sich die Feuerfüchse und treffen sich jeden ersten und dritten Montag im Monat von 16.30 bis 18.30 Uhr im Feuerwehrhaus im Ortsteil Götzberg.

Damit ist die Freiwillige Feuerwehr in Henstedt-Ulzburg die einzige in der Region, die solch eine Gruppe anbietet. Die Kinder sind zwischen sechs und zwölf Jahre alt und kommen aus allen Ortsteilen der Gemeinde.

Der Andrang ist groß: 25 Kinder sind bereits in der Gruppe, 30 stehen auf der Warteliste. „Um alle Kinder beaufsichtigen zu können, mussten wir einen Aufnahmestopp einlegen, sonst wären das einfach zu viele“, sagt Olaf Maschmann, Leiter der Kinderfeuerwehr, dessen kleiner Sohn ebenfalls Mitglied der Feuerfüchse ist.

Zu Beginn des Treffens der Feuerfüchse heißt es erst einmal Antreten, und Olaf Maschmann prüft die Anwesenheit. Nahezu alle Kinder sind heute da – und das ist keine Ausnahme: „Absagen gibt es selten, meistens sind alle Kinder anwesend“, freut sich Olaf Maschmann.

Nun werden die Kinder je nach Alter in zwei gleich große Gruppen aufgeteilt. Heute steht das Funken auf dem Plan. Die eine Hälfte geht nach draußen und übt in Kleingruppen, wie man mit einem Funkgerät umgeht und was für Funksprüche es gibt. Aufgeregt laufen die Kinder mit ihren Funkgeräten nach draußen und sprechen in die Funkgeräte. Die andere Hälfte bastelt Nistkästen, die später bei der Götzberger Mühle aufgehängt werden. Spannend für die Kinder ist auch das große Feuerwehrfahrzeug, in das sie reinklettern dürfen. „Die Kinder wissen hinterher im Schlaf, was sich wo am Feuerwehrfahrzeug befindet“, sagt Olaf Maschmann. Nach einer kleinen Pause mit Getränken und Fußball auf dem Gelände tauschen die Gruppen.

Für jede Flamme gibt es Abzeichen und Urkunde

Zwölf ehrenamtlich arbeitende Ausbilder betreuen die Kleinen. Feuerwehranzüge und weitere Materialien werden von der Gemeinde bezahlt. Zur weiteren Ausbildung der Feuerfüchse gehört das Erlernen von Knoten, das Absetzen des Notrufs, ein Erste-Hilfe-Kursus und der dreiteilige Löscheinsatz. Bei der jährlichen Prüfung „Kinderflamme“ können die Kleinen zeigen, was sie alles gelernt haben. Insgesamt gibt es drei solcher Prüfungen. Pro bestandener Flamme werden Abzeichen und Urkunde verliehen.

Doch woher kam die Idee, eine Feuerwehrgruppe für Kinder zu gründen? „Tatsächlich liegt der Ursprung darin, dass wir uns damit erhoffen, mehr Nachwuchs für die Freiwillige Feuerwehr zu erhalten“, sagt Olaf Maschmann. Natürlich ist kein Kind verpflichtet, bei der Feuerwehr zu bleiben, aber wer Interesse daran hat, auch nach der Kindergruppe weiterzumachen, kann der Jugendfeuerwehr beitreten. Dort werden junge Leute zwischen zwölf und 18 Jahren aufgenommen. „Unabhängig davon, ob die Kinder nun später ehrenamtlich für die Feuerwehr arbeiten oder nicht, wollen wir den Kleinen zeigen, dass dies ein toller Job ist, der Spaß macht“, sagt Götzbergs Wehrführer Volker Gülck. Und das stimmt: Die Kinder sind mit Begeisterung dabei, und erfreute Eltern berichten an den Elternabenden von den euphorischen Erzählungen der Jungen und Mädchen.

Zusätzlich zu den regelmäßigen Treffen werden Wanderungen, Grillabende und Ausflüge unternommen, außerdem werden gemeinsam Nistkästen und Storchennester gebaut. Eine Nachtwanderung mit anschließendem Grillen am Lagerfeuer ist für den heutigen Freitag geplant.