Norderstedt
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Große Spielfreude im Festsaal am Falkenberg

Das jugendliche Ensemble der  Musiktheater-Akademie der Musikschule Norderstedt bekam bei der Premiere von „Oliver!“ zu Recht viel Applaus

Das jugendliche Ensemble der Musiktheater-Akademie der Musikschule Norderstedt bekam bei der Premiere von „Oliver!“ zu Recht viel Applaus

Foto: Heike Linde-Lembke

Die jungen Schauspieler der Musiktheater-Akademie Norderstedt begeisterte mit dem Kinder-Musical „Oliver!“ das Publikum.

Norderstedt.  Zwei Stunden vor der Premiere zum Kinder-Musical „Oliver!“ im Festsaal am Falkenberg drehte sich kräftig das Rollen-Karussell. Tobias Frost als Fagin, König der Taschendiebe und damit einer der Hauptdarsteller, musste krank ins Bett geschickt werden.

Jonas Teuber übernahm die Rolle – und drehte mächtig auf. Er holte alles aus diesem wechselvollen Charakter heraus, spielte mal den großväterlich-fürsorglichen Beschützer der kleinen Taschendiebe, die er andererseits auf Raubzug schickt. Halb auftrumpfend, halb kleinlaut wehrt er sich gegen den Schurken Bill Sikes, selbstverliebt spielt er mit den Glitzerklunkern, die seine Diebesbande ihm als Rente zuschanzt.

„Wir mussten schon während der Proben wegen Krankheit oft umbesetzen, das hat den Vorteil, das jetzt fast jeder in jede Rolle schlüpfen kann“, sagte Regisseurin Silke Ahrens-Rapude, die diese Produktion der Musiktheater-Akademie der Musikschule Norderstedt leitete.

„Oliver!“ ging mit hohem Tempo, getrieben von einer unbändigen Spielfreude der mehr als 30 Jugendlichen über die Festsaal-Bühne, begleitet von einem Orchester mit Profi-Musikern unter der Leitung von Frank Engelke.

Der Kleinste spielte die größte Partie. In der Titelrolle überzeugte Benjamin Mende. Der Elfjährige verstand es, die rasch wechselnden Facetten der Rolle mit einer jugendhaften Unbekümmertheit auszukosten, sei es, als er im Armenhaus vom Gemeindediener, fies gespielt von Tim Renick Berrisch, verprügelt wird, sei es, als er vom Bestattungsunternehmer ausgenutzt wird, sei es als Fagins Lieblingsdieb. Eleni Kretsa als Nancy spielt die Geliebte des Finsterlings Bill mit einer rührenden Hingabe, aber er liebt sie nicht zurück. Lasse Finn Bucken legt dieses Scheusal gar martialisch an. Als fiese Schreckschraube rauscht Amy Whitear im schwarzen Gala-Kleid der Bestatterin Mrs Sowerberry über die Bühne, Markus Richter sprang mit viel Selbstironie in die Rolle des Bestatters. Als Pendant zum Diebesgesindel brachten Tanja Hilgers und Madita Jansen eine Prise Gutbürgertum ins Spiel. Gut bei Stimme waren alle, herausragend als Quartett Anna-Julia Krause, Maite Reck, Caja Meincke und Janne Liley.