Norderstedt
Boostedt

Ministerpräsident will Klarheit über Kaserne

Die Rantzau-Kaserne Boostedt wird aktuell als Flüchtlingsunterkunft genutzt

Die Rantzau-Kaserne Boostedt wird aktuell als Flüchtlingsunterkunft genutzt

Foto: Carsten Rehder / dpa

Daniel Günther (CDU) fordert Informationen vom Verteidigungsministerium, ob die Bundeswehr nach Boostedt zurückkehrt.

Boostedt/Kiel.  Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat Unterstützung für die Gemeinde Boostedt bei der Informationsbeschaffung aus dem Bundesverteidigungsministerium zugesagt. Er biete seine Hilfe an und will sich ans Ministerium in Berlin wenden, „um eine Lösung im Sinne aller Beteiligten“ zu finden, teilte die Staatskanzlei mit.

Denkbar sei beispielsweise, dass der Ministerpräsident einen Brief an Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) schreibt. Boostedt wartet seit Monaten auf Infos aus dem Ministerium, ob die einstige Rantzau-Kaserne reaktiviert werden soll. Die Bundeswehr prüft seit Ende 2017, nach dem Abzug der Truppen im Jahr 2015 Gebäude und Flächen erneut militärisch zu nutzen. Hintergrund sind Planungen der Bundeswehr, die militärische Präsenz in Schleswig-Holstein zu erhöhen. Dafür werden neue Standorte gebraucht.

Bis eine Entscheidung fällt, müssen alle Planungen auf dem bundeseigenen Gelände gestoppt werden. Wann die Entscheidung fällt, ist offen. Die Gemeinde fürchtet jetzt, dass ein Investor abspringen könnte, der auf dem früheren Kasernengelände ein Logistikunternehmen aufbauen wollte. Bis zum vergangenen Jahr waren ihm und den Boostedtern die Pläne der Bundeswehr nicht bekannt. Außerdem wollte die Gemeinde kostengünstig ihre Feuerwache in eine Kasernenhalle verlegen.

Das Wirtschaftsministerium stehe mit der Gemeinde und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) in Kontakt, sagte Günthers Sprecher Peter Höver. Die BIMA verwaltet und vermarktet bundeseigene Flächen und Gebäude. „Wir haben das Thema auf dem politischen Radarschirm“, sagte Höver.

Offen ist auch, ob Teile der Wohnblöcke auf dem früheren Kasernengelände weiterhin als Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für Flüchtlinge genutzt werden können, wenn die Bundeswehr Liegenschaften beansprucht.