Norderstedt
„Rund ums Haus“

Messe profitiert vom Bauboom in Norderstedt

Elke (links) und Dorte Ellerbrock informieren sich über die aktuellen Wohnbauprojekte in der Stadt

Elke (links) und Dorte Ellerbrock informieren sich über die aktuellen Wohnbauprojekte in der Stadt

Foto: Christopher Herbst / HA

„Rund ums Haus“ist für viele Tausend Besucher eine willkommene Gelegenheit, mit Handwerk und Immobilienbranche in Kontakt zu treten

Norderstedt.  Mit dieser Einstellung sind Michael Schönfeld und Laura Franz genau richtig: „Wir wollen Firmen aus dem Umkreis aussuchen“, sagen die beiden Norderstedter, die mit ihrer drei Monate alten Tochter Mila zur Messe „Rund ums Haus“ ins Rathaus und die „TriBühne“ gekommen sind. „Das Haus steht, aber es gibt noch zwei, drei Sachen, wo wir Ideen haben.“ Zum Beispiel fehlt noch ein Schneefang auf den Dachpfannen, das haben sie beim Wintereinbruch Mitte Januar gemerkt. Also werden sie Kontakte knüpfen, dann die Angebote vergleichen, ehe der Preis entscheidet.

Wer noch nicht so weit ist, kann ganz von vorn beginnen. „Es sind Immobilien auf dem Markt, es ist nicht ganz so leer gefegt wie im letzten Jahr“, sagt Swenja Oldag von Hausmann Immobilien. Am Stand der Firma herrscht großes Thema: Mietwohnungen. Und: eine Preisermittlung. „Der Kunde kann uns die Eckdaten seiner Immobilien geben. Es ist eine sehr gute Zeit, um Immobilien zu verkaufen – wegen der Zinslage. Aber das wird nicht ewig so bleiben.“

Auf der Infobühne der Stadt durchblättern derweil Dorte und Elke Ellerbrock einen Prospekt, der die verschiedenen geplanten Wohnbauprojekte vorstellt. „Wir suchen ein Mehrgenerationenhaus mit Einliegerwohnung. Eher in Norderstedt-Mitte, nicht in Garstedt – wegen des Fluglärms.“ In Norderstedt zu leben, sei sehr gut, sagen sie. „Nur der Verkehr hat enorm zugenommen.“

Und wenn das Haus gefunden ist, dieses aber dringend sanierungsbedürftig ist – oder gleich abgerissen und neugebaut werden soll –, dann wäre vielleicht Rüdiger Sahm von JuraBau aus der Gemeinde Henstedt-Ulzburg ein Ansprechpartner. „Wir treten als Generalunternehmer auf – Vollsanierung, Umbau, Neubau. Viele Menschen haben wenig Zeit und suchen jemanden, der alles organisiert.“ Und das würde sich lohnen. Er berichtet von zwei Kunden, die Häuser mit hohem Sanierungsbedarf gekauft hätten – und nach einem Jahr ohne Sanierung bereits eine Wertsteigerung von 15 Prozent verzeichnen konnten.

„Norderstedt boomt“, ist von vielen Betrieben zu hören. „Die Stadt ist gut gewachsen. Man merkt, dass überall eingerichtet wird“, sagt Martin Demnitz von Bettenland aus Halstenbek. Sönke Neumann, Meister im Kundendienst bei Heizung & Sanitär Hattendorf, hat zudem einen Wandel bei den Prioritäten ausgemacht. „Der Trend geht weg von günstig hin zur Qualität. Das hält länger und sieht optisch gut aus.“ Anhand eines Funktionsmodells erklärt er dann eine moderne Vorrichtung, die Heizungsanlagen sauber hält, also vor Verschlammung bewahrt. „Ablagerungen werden vermieden, sonst ist die Wärmeabgabe schlechter.“

Das Handwerk sorgt sich wegen des Fachkräftemangels

Michael Thiel, Geschäftsführer von Nötzel, schätzt die Messe für die vielen Kontakte. „Norderstedt ist ein großes Dorf, man kennt sich. Und die Firmen kennen sich.“ Am Sonntag sei die Resonanz diesmal besser gewesen. „Ein primäres Thema bei uns ist die Sicherheit. Fenster sind der Hauptzugang, den sich Einbrecher nehmen.“ Bei der Firma Münster stellt Inhaber Andreas Münster unter anderem die aktuelle Technik der „Smart Homes“ vor. „Ein bisschen ist das Spieltrieb, aber man kann auch praktische Sachen machen.“ Zum Beispiel im heimischen Wohnzimmer per Fingertipp das Licht gemütlich regulieren, die Heizung aufdrehen „und die richtige Musik abspielen“.

Zufrieden mit der Messe sind alle Aussteller. Was aber ebenso branchenübergreifend angesprochen wird, ist der Fachkräftemangel – der ja auch dazu führen kann, dass Kunden längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. „Die Frage ist ja, wie bedienen wir unsere Kunden in fünf Jahren?“, sagt Manfred Fitz, Chef des gleichnamigen Sicherheitsfachbetriebs. Gerne hätte er einen neuen Ausbildungsberuf – den Sicherheitstechniker. „Die Lehre könnte über dreieinhalb Jahre gehen. Aber die IHK denkt seit zwei Jahren darüber nach...“