Norderstedt
Kreis Segeberg

Wintereinbruch bremst Pendler im Kreis aus

Schwerstarbeit: Justin Rose (links) und Ronny Haupt hatten alle Hände voll zu tun, um Wege und Straßen vom Schnee zu befreien

Schwerstarbeit: Justin Rose (links) und Ronny Haupt hatten alle Hände voll zu tun, um Wege und Straßen vom Schnee zu befreien

Foto: Michael Schick / HA

Erster starker Schneefall in diesem Jahr sorg für Bahnausfälle und Verkehrschaos. Viele Bäume stürzen auf Straßen und Gleise.

Kreis Segeberg.  Es schneite kurz, heftig und versetzte auch Norderstedt sowie den Rest des Kreises Segeberg am Donnerstag in den Ausnahmezustand. Der Wintereinbruch sorgte für Bahnausfälle in der Region, Stau auf der A 7, jede Menge Notfalleinsätze und Lebensgefahr in den Wäldern und Parks.

Ganz besonders kalt erwischt wurde die AKN. „So einen Schnee hatten wir noch nie“, sagte Pressesprecher Jonas Dienst. Die Folge: Großräumige Störungen ab ungefähr 12.30 Uhr und viele Tausend betroffene Pendler. Es fing damit an, dass ein Lkw am Bahnübergang Tannenecke liegen blieb und abgeschleppt werden musste. Dann gingen reihenweise Meldungen über Bäume und Äste ein, die auf die Gleise gefallen waren. Die gesamte Linie A2 fiel über Stunden aus, auf der A1 gab es erhebliche Verspätungen und Zugausfälle.

Das dritte Problem: Der Schnee legte sogar die Schrankenanlagen lahm. Und weil die Einsatzteams ebenfalls im Stau steckten, dauerte es bis 16.30 Uhr, bis wieder Entwarnung gegeben werden konnte. Die Wartenden wie in Norderstedt-Mitte nahmen den Stillstand meist mit Fassung. „Wir sehen das ganz entspannt. Ich habe eben meine Mutter angerufen, und die holt mich wohl gleich ab“, sagte die Studentin Hümeyra Subasi (21).

Auch ihre Freundin Laura Wulff (20) ist auf die AKN angewiesen. „Ich studiere an der TUHH und pendle jeden Tag von Henstedt-Ulzburg. Das ist jetzt zwar nervig, aber kein Drama. Eine Freundin von mir pendelt jeden Tag nach Lübeck. Die meinte schon, dass sie jetzt knapp sechs Stunden mit dem Ersatzbus fahren muss.“

Entspannt sah es auch Winfried Schwarz (52). „Das ist doch immer so bei dem ersten Schnee im Jahr. Man muss das sportlich sehen, dass ist halt höhere Gewalt. Ich muss jetzt nach Henstedt-Ulzburg, vielleicht gehe ich einfach zu Fuß. Die Luft ist klar, und der Schnee sieht doch auch schön aus.“ Nur die Durchsagen nervten ihn. „Mal sprechen die von einer Verzögerung, dann vom Totalausfall der AKN.“

Stressig war das Winterwetter für die Behörden. „Der schwere, nasse Schnee liegt auf den Ästen der Bäume“, sagte Norderstedts Stadtsprecher Bernd Olaf Struppek. „Deswegen ist es derzeit lebensgefährlich, Wälder oder auch den Stadtpark zu betreten.“ Die Waldstraße, eine bei Pendlern beliebte Verbindung zwischen Norderstedt und Quickborn, wurde am Donnerstagnachmittag bis auf Weiteres voll gesperrt. Auch hier drohten Äste auf die Fahrbahn zu fallen.

Das Norderstedter Betriebsamt war am Donnerstag mit sämtlichem Personal (mehr als 100 Mitarbeiter) und einer ganzen Fahrzeug-Flotte – fünf Lkw und sieben Streufahrzeuge laut Struppek – auf den Straßen und Gehwegen der Stadt unterwegs. Die Feuerwehr musste zu diversen Einsätzen ausrücken. „Vor allem, um herabgestürzte Äste von den Straßen zu holen. Im Hasenstieg fiel ein Baum auf ein Auto. Und bei einer Firma an der Oststraße knackte das Dach, das haben wir dann vom Schnee befreit“, sagte Gemeindewehrführer Fabian Wachtel.

In Henstedt-Ulzburg musste das Betriebsamt unter anderem in der Wilstedter Straße, der Theodor-Storm-Straße und im Salzweg abgebrochene Bäume und Äste entfernen. Im Rathaus fiel vormittags sogar kurzzeitig der Strom aus – Ursache unklar. „Weil es erst im Tagesverlauf angefangen hat zu schneien, hat unser Winterdienst etwas länger gebraucht“, so Gemeindesprecher Malte Pohlmann.

Kreisweit registrierte die Polizei schon am frühen Nachmittag rund 50 Verkehrsunfälle. Meist blieb es bei Blechschäden. Zwischen Negernbötel und Hamdorf rutschte ein Linienbus von der Fahrbahn in den Straßengraben, die Feuerwehr musste die Fahrgäste aus dem Bus holen, hier wurden einige Personen verletzt.